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Tatsächlich waren erste Erfolge erkennbar. Doch die Wirkung ließ rund um den Anpfiff deutlich nach. Und womöglich sorgte der Versuch sogar für unerwünschte Nebenwirkungen. Denn einige Fans berichten, dass es innerhalb der Stehplatzblöcke noch enger wurde als sonst.
📌 Schalkes Nordkurve
Beim Heimspiel gegen Leipzig am Samstag (31. Oktober) bot sich auf den Treppen der Nordkurve ein ungewohntes Bild. Ordner positionierten sich links und rechts der Aufgänge und hielten Absperrband zwischen sich. Damit sollten die Zuschauer offenbar daran gehindert werden, sich auf den Treppen aufzuhalten.
Zunächst schien das zumindest teilweise zu funktionieren. Wie Augenzeugen gegenüber DER WESTEN berichten, blieben die Treppen vor dem Spiel deutlich besser passierbar. Doch mit zunehmendem Andrang und spätestens rund um den Anpfiff verlor die Maßnahme merklich an Wirkung.
Besonders im Zentrum der Nordkurve zeigte sich schließlich das gewohnte Bild: dicht gedrängte Zuschauer, auch auf den Treppen. An den Seiten waren die Aufgänge ebenfalls wieder stark besetzt. Immerhin blieben dort nach Schilderungen von Augenzeugen stellenweise Durchgänge erkennbar. Ein kleiner Fortschritt gegenüber der sonst häufig geschlossenen Menschenmenge.
Allerdings könnte der Versuch einen unangenehmen Nebeneffekt gehabt haben. In sozialen Netzwerken berichten einzelne Schalker, dass es innerhalb der Stehplatzblöcke noch voller gewesen sei als gewöhnlich. Wenn Fans von den Treppen in die ohnehin dicht besetzten Bereiche gedrängt werden, verschwindet das Gedränge schließlich nicht automatisch.
Dahinter steckt eine entscheidende Frage: Wie viele Menschen befinden sich tatsächlich in der Nordkurve? Seit Jahren wird über den sogenannten Blockschmuggel diskutiert. Dabei verschaffen sich Zuschauer Zugang zu Stehplatzbereichen, für die sie keine gültige Berechtigung besitzen.
Sollte Schalke die Sicherheitsanforderungen dauerhaft nicht gewährleisten können, wäre im äußersten Fall sogar eine behördlich angeordnete Reduzierung der Zuschauerzahl denkbar. Für einen Verein, dessen Nordkurve das emotionale Herzstück der Arena bildet, wäre das ein Albtraum. Eine konkrete behördliche Drohung oder entsprechende Anordnung ist allerdings nicht bekannt.
Bemerkenswert: Noch im Oktober hatte Schalke gegenüber der WAZ einer Überlastung der Nordkurve widersprochen. DER WESTEN wollte deshalb wissen, welches Ziel der jüngste Einsatz mit Flatterband verfolgte, wie der Verein dessen Wirkung bewertet und welche weiteren Schritte geplant sind. Eine entsprechende Anfrage blieb bislang unbeantwortet.
Nach dem Leipzig-Spiel bleibt somit ein gemischtes Fazit. Das Flatterband zeigte stellenweise Wirkung, die Treppen waren zumindest teilweise besser als bisher zu erkennen. Eine nachhaltige Lösung ist damit aber noch nicht gefunden. Und gerade angesichts der möglichen Konsequenzen kann sich Schalke mit kleinen Fortschritten auf Dauer kaum zufriedengeben.