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Eisbären verlieren Spitzenspiel gegen verhassten Rivalen aus Mannheim
Duell zwischen den Adlern Mannheim und Eisbären Berlin| Bild: IMAGO/Nordphoto

Die Eisbären Berlin haben ihr Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey Liga verloren. Am Sonntagnachmittag unterlagen die Berliner Tabellenführer zu Hause ihren großen Rivalen von den Adler Mannheim mit 1:3 (1:1; 0:0; 0:2). Dabei entschieden Kleinigkeiten und ein nicht gegebenes Eisbären-Tor die umkämpfte Partie in der mit 14.200 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauften Arena am Ostbahnhof.

Mannheim bestraft ungefährliches Berliner Powerplay

Dort erlebten die Fans am Sonntag nach rund fünf gespielten Minuten die erste sportlich und taktisch spannende Phase. Nach einem anfänglich noch eher abtastenden Anlaufen auf beide Tore, bekam Mannheim die erste Strafe des Spiels und Berlin somit die erste Überzahl. Theoretisch ein großer Vorteil, praktisch eine ungewöhnliche Schwachstelle der Eisbären.

Schließlich gehören die schon länger zu den ungefährlichsten DEL-Teams in Sachen Powerplay – weil sie dieses regelmäßig fast aufreizend filigran und eben nicht mit der nötigen Power ausspielen. Fast neun von zehn Powerplays der Eisbären enden so im Schnitt torlos. So wie auch das erste am Sonntag, als die Berliner den Puck eben nur beinahe ins Tor getragen bekamen.

Stattdessen war es Luke Esposito, der am Sonntag in der 14. Minute für den ersten Jubel in Berlin sorgte – allerdings nicht bei den Berlinern. Die waren mit einem tödlichen Fehlpass im Angriffsdrittel nur die unfreiwilligen Vorarbeiter für Espasitos 1:0. Mit einer fantastischen Bewegung wackelte der Mannheimer den zuletzt so starken Eisbären-Goalie Jonas Neffin aus und den Puck ins Tor. Esposito wurde zum Kern in einer Traube von Mitspielern, die Eisbären-Fans zu schlagartig verstummten Beobachtern.

Markus Vikingstad trifft zum Ausgleich

Aber die Eisbären-Fans fanden ihre Stimmen schnell wieder. Schließlich waren es immer noch die Mannheimer, die da auf dem Eis zu Gast waren. Und wenngleich man seine Gäste bekanntlich besonders gut behandeln soll – für die Adler Mannheim gilt das nicht. Sie sind der große, weil verhasste Rivale der Berliner. Sie sind Gäste, die im übergroßen stählernen Iglo am Ostbahnhof nur deshalb gern gesehen sind, weil Siege gegen verhasste Rivalen besonders gut schmecken.

Und weil das nicht nur für Fans, sondern auch für Spieler gilt, berappelten sich auch die Eisbären selbst schnell wieder. Nach einem guten Wechsel dominierten sie die Schlussminuten des ersten Drittels und belohnten sich auch prompt für den wachsenden Druck. In der 19. Minute feuerte wieder einmal Kai Wissman den Puck gefährlich in Richtung des Mannheimer Tors. Zwei Abpraller später stocherte Markus Vikingstad den Pick zum 1:1 ins Netz der Gäste.

Markus Vikingstad von den Eisbären Berlin | Bild: IMAGO/Eibner

Mannheim geht erneut in Führung

Im zweiten Drittel waberte das Spitzenspiel dann lange hin und her. Sowohl die Eisbären als auch die Adler konnten im Duell der ungleichen Prädatoren nur punktuell die Gefahr ausstrahlen, die außerhalb der Eishockeywelt von ihnen ausgeht. Ihre Angriffe endeten regelmäßig in der jetzt intensiv umkämpften neutralen Zone. Und wenn doch einmal Gefahr aufkam, entschärften die beiden Goalies sie zuverlässig.

So war der Showdown im Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer aus Berlin und dem Dritten aus Mannheim dem Schlussabschnitt vorbehalten. Ein Schlussabschnitt, in dem die Eisbären früh ein Power Play bekamen. Ein Power Play, das einmal mehr von maximaler Gefahrenlosigkeit geprägt war. So sehr, dass man sich fast gezwungen fühlte, einmal nachzuzählen, ob die Berliner tatsächlich einen Spieler mehr auf dem Eis hatten.

Und als beide Mannschaften wieder gleich viele Spieler auf dem Eis hatten, wurde das Spiel endgültig eines der beiden Defensiven. Die arbeiteten im Schlussdrittel noch intensiver und noch konsequenter und erstickten jegliche Bemühungen der jeweils anderen Offensivreihe im Keim. Zumindest bis in die 52. Minute. Da brachte Mannheims John Gilmour die Gäste nahezu aus dem Nichts mit einem starken Alleingang erneut in Führung.

Ty Ronnings Ausgleich zählt nicht

Die Eisbären aber reagierten – und das sogar fast mit einem so seltenen Tor in Überzahl. Aber die Berliner Power-Play-Plage ist so hartnäckig, dass Ty Ronning den Puck in der 53. Minute zwar ins Tor beförderte, sein Treffer aber nicht zählte. Ronnings Schuss vom linken Bullykreis schepperte an den linken Pfosten, an den rechten und tänzelte dann in Zeitlupe über die Linie. Weil aber Ronning selbst währenddessen ins Mannheimer Tor gescheppert war und dies so verschoben hatte, blieb es beim 1:2 aus Berliner Sicht.

Am Ende jubelten die Mannheimer sogar noch über einen Treffer in das leere Berliner Tor zum 3:1 - und kurz darauf auch über den Sieg im Duell der großen Rivalen. Die Gäste schickten die Berliner so mit einem Dämpfer in die DEL-Pause zugunsten des Deutschland Cups.

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