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Die Gesichtsausdrücke der Schalke-Profis sprachen Bände. Hee Chan Hwang hielt sich vor Schreck die Hände vor sein Gesicht. Auch Nikola Katic schüttelte mehrfach mit dem Kopf und schaute besorgt in Richtung von Soufiane El-Faouzi und Robin Gosens, die mit blutenden Köpfen am Boden lagen. 37 Minuten waren zwischen den Gelsenkirchenern und dem 1. FC Köln gespielt, als El-Faouzi (von Said El Mala fies geschubst) und Gosens heftig mit den Köpfen zusammenprallten.
Sofort gingen beide Schalker zu Boden, sogar die Ärzte der Kölner eilten auf den Rasen, um Gosens und El-Faouzi während der rund sechsminütigen Unterbrechung medizinisch zu versorgen. Unter Applaus der 50.000 Fans im RheinEnergieStadion verließen die beiden Schalker den Rasen zwar auf ihren eigenen Beinen, doch an Weiterspielen war bei Gosens und El-Faouzi nach diesen schlimmen Szenen nicht zu denken.
Diese Szenen überschatteten das Schalker Auswärtsspiel in Köln ein wenig – trotz der sportlichen Wichtigkeit. Was auch daran liegt, dass das 0:0-Remis mehr von Zweikämpfen als von spektakulären Torchancen geprägt war. Für den Aufsteiger aus Gelsenkirchen ist es bereits das vierte sieglose Spiel hintereinander. Der erhoffte Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller der Bundesliga bleibt aus.
Positiv war aus sportlicher Sicht bei Schalke 04: Die Mannschaft von Trainer Miron Muslic zeigte auf dem Rasen ein anderes Gesicht als noch vor einer Woche bei der hochverdienten 0:1-Niederlage gegen Mainz 05. Gut war das Offensivspiel der Schalker auch in Müngersdorf nicht, aber immerhin besser als zuletzt. Gerade der Auftritt in der zweiten Halbzeit darf vor dem schweren Heimspiel gegen RB Leipzig am kommenden Samstag etwas Hoffnung machen.
Besser lief es auch aufgrund einer kleinen taktischen Umstellung – denn Schalke spielte mit zwei Stürmern. Anstelle von Edin Dzeko (Bank) und Kenan Karaman (muskuläre Probleme) bildeten Junior Adamu und Hee Chan Hwang eine Doppelspitze. Weil sich Rechtsverteidiger Adrian Gantenbein am Freitag im Abschlusstraining verletzt hat, rückte auch Junior Dina Ebimbe in die erste Elf. Hwang spielte bei seinem Startelfdebüt unauffällig, Dina Ebimbe und Adamu steigerten sich nach der Pause.
Warum die Schalker trotzdem zumindest zu einigen Halbchancen kamen? Weil die Mannschaft im Kollektiv wieder unangenehm zu bespielen war und den Ball mitunter in den Kölner Strafraum hereinarbeitete. Die besten S04-Gelegenheiten hatten El-Faouzi, von dessen Knie der Ball nur Zentimeter am Tor von Marvin Schwäbe vorbeiflog (3.) und Nikola Katic, der nach Gosens-Ecke knapp vorbeiköpfte (16.). Kurz nach Wiederanpfiff scheiterte Adamu per Kopf zudem an Schwäbe (46.). Einen vielversprechender Schuss von Dina Ebimbe blockte Jahmai Simpson-Pusey in höchster Not (70.). Mittelfeldspieler Satoshi Tanka traf zudem aus spitzem Winkel den Pfosten (79.).
Ein Feuerwerk fackelten auch die Kölner gegen die kriselnden Schalker nicht ab, was das Spiel am Samstagnachmittag sehr zäh machte. Aber: Nationalspieler Said El Mala gelang es zumindest in wenigen Momenten das Stadion mit guten Einzelaktionen zum Beben zu bringen. Wenn er mal mit dem Ball am Fuß auf Schalker Verteidiger zulief, wurde es gefährlich.
Ein Beispiel: Nach 17 Minuten nahm er es mit drei Gegenspielern auf, kam dann trotzdem zum Abschluss. Loris Karius konnte parieren, im Nachschuss hatte Isak Johannesson dann eine weitere Großchance. Nur wenige Sekunden später zielten Johannesson und El Mala dann wieder gefährlich aufs Schalker Tor. Diesmal verzog El Mala im Nachschuss nur knapp. Kurz vor der Halbzeit drückte der Kölner Shootingstar den Ball nach einer Flanke dann mit dem Oberschenkel knapp über das Tor (46.+6). Die beste Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatte Luca Waldschmidt, dessen Schuss geblockt wurde (74.).
Ansonsten kam von den Domstädtern wenig. Zu wenig aus Sicht der Fans in Rot und Weiß. Im Laufe der zweiten Halbzeit wurde im sonst so stimmungsvollen Stadion sogar gepfiffen. Im Zentrum der Kritik: Kölns Trainer René Wagner. Von der Nordtribüne waren deutliche „Wagner raus“-Rufe zu hören. Der Mannschaft half diese Unruhe nicht – ganz im Gegenteil.
Wie Schalke 04 (sechs Punkte) steckt auch der 1. FC Köln (acht Punkte) nach dem torlosen Remis weiterhin in der unteren Tabellenhälfte fest. Wichtiger als die Tabelle ist aus Schalker Sicht allerdings: Die verletzte Gosens und El-Faouzi waren während der zweiten Halbzeit in der Kabine ansprechbar.