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Novak Đokovićs Turnierplanung zum Saisonende ist zu einem der rätselhaftesten Themen im modernen Tennis geworden. Nach seinem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei den Swiss Indoors in Basel tritt der 39-jährige serbische Tennisstar beim Rolex Paris Masters mit einem ungewohnten Druck an. Das prestigeträchtige Masters-1000-Turnier in der französischen Hauptstadt ist für ihn in dieser Woche nicht mehr nur ein regulärer Termin im Kalender – es ist Đokovićs allerletzte Chance, seine Qualifikation für die ATP-Finals zum Saisonabschluss in Turin zu sichern.
Dieser überraschende und verzweifelte Kampf um Ranglistenpunkte lässt viele Tennis-Insider ratlos zurück – darunter auch den Turnierdirektor in Paris. Cédric Pioline sprach kürzlich in der Eurosport-Sendung Retour Gagnant über die Teilnahme des Serben. Dabei äußerte sich Pioline ungewöhnlich offen über Đokovićs Saisonplanung und räumte ein, dass die Entscheidungen des 24-maligen Grand-Slam-Champions derzeit nur äußerst schwer nachzuvollziehen seien.
„Ich fand es schwierig, seiner Logik zu folgen“, gestand Pioline und verwies auf einen bemerkenswerten Widerspruch in Đokovićs jüngsten Karriereentscheidungen. Sowohl 2024 als auch 2025 hatte sich der Serbe problemlos für die ATP-Finals qualifiziert, anschließend jedoch freiwillig auf seine Teilnahme verzichtet – ein höchst ungewöhnlicher Schritt bei einem Turnier, das für die meisten Profis den Höhepunkt der ATP-Saison darstellt. „In diesem Jahr ist er allerdings noch nicht qualifiziert und hat trotzdem angekündigt, dass er dorthin möchte und spielen will.“
Pioline dürfte zwar erfreut darüber sein, dass Đokovićs dringende Jagd nach Punkten das Teilnehmerfeld des Paris Masters zusätzlich aufwertet. Doch er lenkte das Gespräch rasch weg von Rechenspielen und hin zu einer weitaus nostalgischeren und grundsätzlicheren Betrachtung.
Mit 39 Jahren bekommt Đoković zunehmend die unvermeidlichen Folgen des Älterwerdens zu spüren. „Mein erster Gedanke war ganz einfach: Lasst uns ihn genießen, lasst uns das Beste aus Novaks Anwesenheit machen“, sagte Pioline. Obwohl der Serbe öffentlich erklärt hat, seine legendäre Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles fortsetzen zu wollen, sind die körperlichen Belastungen unübersehbar. „Es ist nur natürlich: Der Körper reagiert nicht mehr so schnell, und die Regeneration wird schwieriger.“
Piolines zentrale Botschaft an das Pariser Publikum und die Tenniswelt lautete daher: Wertschätzung. Jedes Mal, wenn Đoković inzwischen einen Hartplatz in der Halle betritt, erlebt der Sport die Spätphase einer Ära. „Er ist ein herausragender Champion, und wir sollten ihn genießen“, sagte Pioline abschließend. „Wird dies das letzte Mal sein, dass wir ihn bei diesem Turnier sehen? Wird er im nächsten Jahr zurückkehren? Natürlich steht dahinter ein Fragezeichen.“
Nun richtet sich der Blick ganz auf die Bercy-Arena. Dort kämpft Đoković nicht nur um das Ticket nach Turin, sondern auch darum, dass das Licht seiner sportlichen Wettbewerbsfähigkeit noch nicht erlischt.