Zurück
Harry Kane hat mit dem Gewinn des Ballon d’Or eine 45 Jahre alte Durststrecke des FC Bayern beendet. Sein Triumph könnte für den Rekordmeister noch einen weiteren positiven Effekt haben.
45 Jahre musste der FC Bayern warten. Seit Karl-Heinz Rummenigge im Jahr 1981 hatte kein Spieler des Rekordmeisters mehr den Ballon d’Or gewonnen. Am Montagabend beendete Harry Kane diese Durststrecke. Der Engländer setzte sich in London gegen Kylian Mbappé und Lamine Yamal durch und wurde zum besten Fußballer der Welt gekürt.
Ein historischer Erfolg für Kane, aber auch ein bemerkenswerter Prestigegewinn für den FC Bayern. Denn die Münchner haben damit bewiesen, dass sich die wichtigste individuelle Auszeichnung des Weltfußballs auch in der Bundesliga gewinnen lässt. Das könnte gerade für Michael Olise von Bedeutung sein. Der Franzose gehört längst zur internationalen Elite und könnte eines Tages selbst nach der goldenen Kugel greifen.
„Ich bin davon überzeugt, dass das Signalwirkung hat“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der neuen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“. „Denn wir kennen ja alle das Geraune über die Bundesliga – dass sie eine ‚Farmers‘ League‘ sei und man mit Bayern ganz locker Titel holen könne.“
Kane hat diese Vorbehalte mit seiner außergewöhnlichen Saison widerlegt. 73 Tore für Verein und Nationalmannschaft, dazu zahlreiche Rekorde und eine völlig neue Interpretation seiner Rolle als Mittelstürmer. Und das alles, ohne mit England Weltmeister oder mit den Bayern Champions-League-Sieger geworden zu sein.
Für Kumberger ist deshalb auch die Art und Weise entscheidend, wie der Engländer den Fußball-Olymp erreicht hat. „Wenn es dir wie Harry Kane gelingt, Maßstäbe zu verschieben, wichtig und kein Egoist zu sein, kannst du auch den Bann von 45 Jahren brechen und als Bayern-Spieler den Ballon d’Or holen. Man muss dafür nicht bei Real, Barca oder in England spielen.“
Eine Botschaft, die gerade im Werben um internationale Superstars von Bedeutung sein könnte. Schließlich bietet der FC Bayern seinen Spielern nicht nur die Aussicht auf Titel, sondern offensichtlich auch die Bühne für die ganz großen individuellen Ehrungen.
Und ausgerechnet Olise konnte sich am Montagabend persönlich davon überzeugen. Kumberger, der die Verleihung in London vor Ort verfolgte, machte dabei eine Beobachtung: „Olise wurde am Montag Neunter, saß im Palladium Theatre in der ersten Reihe und machte auf mich schon den Eindruck, als würde er schon bald gerne die goldene Kugel überreicht bekommen.“
Ob sich dieser Wunsch tatsächlich erfüllt, bleibt abzuwarten. Doch mit Kane hat Olise nun ein unmittelbares Vorbild in der eigenen Mannschaft. Und der FC Bayern hat ein Argument mehr, um dem Franzosen die sportlichen Perspektiven in München aufzuzeigen.
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
Übrigens: Sie können mit unserem „Bawofon“ aktiv an der Bayern-Woche teilnehmen! Schicken Sie uns per WhatsApp Ihre Sprachnachricht mit Fragen, Meinungen, Lob, Kritik und Anregungen an 0151 – 21 63 72 41. Die interessantesten Beiträge werden dann Teil der Sendung. Alle Infos dazu im Podcast.