Zurück
Die Legende Uwe Seeler gilt beim HSV als unerreicht. Doch bei der Körpergröße ist ein 18-jähriges Abwehr-Talent im Volkspark jetzt allen anderen Profis voraus.
Uwe Seeler ist der größte HSVer aller Zeiten. Darin sind sich wohl alle einig, die es mit dem Verein halten. Die im Juli 2022 verstorbene Legende ist im Volkspark unerreicht – sportlich, menschlich, in so vielen anderen Aspekten. Seeler war der beste Fußballer einer Generation, ein Stürmer mit Torgarantie. Die Körpergröße von etwa 1,70 Metern hinderte ihn nicht daran, viele Kopfballtore zu erzielen wie bei der WM 1970 gegen England – ein legendärer Treffer. Aber apropos Körpergröße: Genau genommen und historisch gesehen, hat der HSV seit dieser Saison einen neuen Riesen im Profibereich.
Laut Auskunft des HSV war zumindest seit Gründung der Bundesliga (im Jahr 1963) keiner seiner Spieler, der bei einem Profispiel zum Einsatz kam, größer als Jason Bissi-Mouelle. Der 2,01 Meter große Innenverteidiger hatte bei der ersten DFB-Pokalrunde auswärts in Verl (3:0) Ende August seine Premiere für die erste Mannschaft gefeiert. An diesem Dienstagabend kam jetzt – abgesehen von Testspielen – sein erster Profiauftritt im Volksparkstadion hinzu.
Der Innenverteidiger kam zur zweiten Hälfte der Zweitrundenpartie gegen Eintracht Frankfurt (1:3) für den angeschlagenen Sebastiaan Bornauw ins Spiel und verdiente sich ein paarmal Szenenapplaus, als er erfolgreich grätschte. Dass noch nicht alles klappte, noch dazu vor 57.000 Zuschauern, ist normal. Bissi-Mouelle erfuhr laut Sportdirektor Claus Costa erst eine Minute vor dem Wiederanpfiff, dass er eingewechselt werden würde. Es war keine leichte Situation für den 18-Jährigen, der äußerlich allerdings kaum nervös wirkte.
Im Volkspark ist Bissi-Mouelle seit einigen Monaten Stammgast beim Profitraining unter Merlin Polzin. Das Abwehrtalent war im Sommer auch bei den Trainingscamps in Dänemark, Österreich und Herzogenaurach dabei. Wenig später debütierte er beim Pokalspiel gegen Verl als Joker – und wurde schon da zum größten HSVer der vergangenen Jahrzehnte, was die Körpergröße betrifft.
Nicht ganz auszuschließen ist, dass es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schon mal einen HSV-Profi gegeben hat, der noch größer war als Bissi-Mouelle oder zumindest genauso groß. Die Zeit seit der Bundesliga-Gründung berücksichtigend, genießt der Youngster aber ein Alleinstellungsmerkmal: Außer ihm soll in den letzten rund 60 Jahren kein in der ersten HSV-Mannschaft eingesetzter Akteur die 2,00-Meter-Marke geknackt haben.
Zu den letzten Riesen im Volkspark zählten Torwartikone Richard Golz (1,98 Meter) sowie die Feldspieler Daniel Van Buyten, Karsten Bäron und Léo Lacroix, die laut einigen Statistikseiten jeweils 1,97 Meter messen. Auch Ex-Keeper Sascha Kirchstein (1,96 Meter) fiel mit seiner Größe auf. Bis zuletzt waren Robert Glatzel und Luka Vuskovic mit ihren jeweils 1,93 Metern die Kopfballmonster unter den HSV‑Profis.
Neben Bissi-Mouelle macht derzeit noch ein anderes groß gewachsenes Eigengewächs unter Chefcoach Polzin auf sich aufmerksam: Shafiq Nandja, der laut der Klubhomepage 1,96 Meter misst und damit unter anderem auch Ersatztorwart Sander Tangvik (1,93 Meter) sowie Jordan Torunarigha, Bornauw und Yussuf Poulsen (alle 1,91 Meter) übertrifft. Der 19-Jährige stand gegen Frankfurt sogar zum zweiten Mal in Folge in der Startelf. In der zweiten Hälfte wurde Nandja in der Defensive dann zum Nebenmann von Bissi-Mouelle. Ein HSV-Duo mit Größe.