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„75 Minuten nach unserem Plan“ – Ostbahn XI macht es gegen Maccabi Wien nach 2:0 noch spannend

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In der 2. Landesliga hat sich SC Ostbahn XI im Wiener Duell mit SC Maccabi Wien mit 2:1 durchgesetzt. Nach einer starken ersten Hälfte und dem 2:0 durch Oguzhan Önemli schien die Partie entschieden, ehe der Anschlusstreffer alles noch einmal eng machte. Obmann Yasar Ersoy sprach danach von rund 75 Minuten, in denen seine Mannschaft den eigenen Plan gut umgesetzt habe, ehe die Konzentration nachließ.

Tormann beim Abstoß

Frühe Kontrolle und der Lohn vor der Pause

Die Gastgeber fanden laut Ersoy von Beginn an gut in die Partie und hatten vor allem in der ersten Hälfte mehr vom Spiel. „Wir haben das Spiel unter Kontrolle gehabt, wir haben mehr Ballbesitz gehabt und auch die besseren Chancen“, sagte der Sektionsleiter. Dass daraus schon in der 16. Minute die Führung entstand, passte aus seiner Sicht genau ins Bild. Salih Sahintürk brachte Ostbahn XI mit 1:0 nach vorne, und diese Führung war nach dem, was Ersoy schilderte, kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines klaren Plans. Man habe den Gegner genau beobachtet und gewusst, wo dessen Stärken liegen. Besonders Marijan Maric wollte man im Aufbau so gut wie möglich aus dem Spiel nehmen. „Wenn er den Ball bekommen hat, wurde sofort gepresst“, erklärte Ersoy. Gerade das habe in der ersten Hälfte „sehr, sehr gut“ funktioniert und dazu beigetragen, dass Maccabi kaum in den eigenen Rhythmus kam.

Das 2:0 fällt spät, das 2:1 bringt Unruhe

Auch nach der Pause blieb Ostbahn zunächst die aktivere Mannschaft, ohne sich sofort entscheidend abzusetzen. Ersoy sprach davon, dass seine Elf schon früh in der zweiten Hälfte Möglichkeiten hatte, „alles vorzeitig zu beenden“. Genau das gelang aber nicht, weshalb die Partie offen blieb. Erst in der 65. Minute legte Oguzhan Önemli das 2:0 nach, und selbst danach war das Spiel nicht endgültig zugemacht. „Wir haben auf das 2:0 hingearbeitet, wir haben einige Chancen gehabt, aber es ist leider nicht früher passiert“, sagte Ersoy. Dazu kam, dass Maccabi nach der Pause personell und taktisch reagierte. „Maccabi hat umgestellt und mit drei Stürmern gespielt. Das war dann ein bisschen schwierig für uns“, so der Ostbahn-Obmann. Als David Marin nur sechs Minuten nach dem 2:0 auf 2:1 verkürzte, kippte die Stimmung auf dem Platz noch einmal. „Danach sind wir ein bisschen in einen Strudel gekommen. Maccabi hat die Luft gerochen und ist besser in die Zweikämpfe reingegangen“, beschrieb Ersoy diese Phase.

Vieles gut gemacht, aber nicht alles sauber zu Ende gespielt

Gerade deshalb fiel die Analyse des Siegers nach dem Schlusspfiff auch nicht nur positiv aus. Ersoy sah viele Dinge, die seiner Mannschaft den Sieg gebracht haben, sprach aber genauso offen über das, was in der Schlussphase nicht mehr gepasst hat. „Wichtig war, dass wir unser System umgesetzt haben. Die taktischen Anweisungen haben sehr gut funktioniert“, sagte er. Über weite Strecken habe Ostbahn das umgesetzt, was vor dem Spiel besprochen worden sei. Gleichzeitig war für ihn klar, dass ein solcher Auftritt über neunzig Minuten tragen muss. „Wir müssen schauen, dass wir nicht nur phasenweise Topfußball spielen, sondern das über neunzig Minuten mitbringen können“, betonte Ersoy. Vor allem nach dem 2:0 sei die Sicherheit nicht mehr da gewesen. Als Beispiel nannte er eine Szene, die ihm sichtbar missfiel: „Wir führen 2:0 vorne und plötzlich gibt es eine Konteraktion, fünf gegen zwei gegen uns. Das darf natürlich nicht passieren.“ Dazu kam aus seiner Sicht, dass man einige gute Chancen ungenutzt ließ und sich dadurch selbst unnötig unter Druck brachte.

Ein Sieg mit besonderem Hintergrund

Dass dieser Erfolg für Ostbahn XI mehr war als nur ein normaler Heimsieg, erklärte Ersoy zum Schluss sehr deutlich. Die Woche sei für den Verein schwierig gewesen, weil der Vater von Kampfmannschaftstrainer Halil Akaslan und Co-Trainer Ayhan Akaslan verstorben ist. Beide waren deshalb nicht in erster Linie beim Spiel im Mittelpunkt, sondern bei der Familie. Umso mehr hob Ersoy hervor, wie die Mannschaft mit dieser Situation umgegangen sei. „Die Mannschaft hat wirklich Moral gezeigt und den Sieg der Familie Akaslan gewidmet“, sagte er. Damit bekam das 2:1 gegen einen gefährlichen Gegner noch einmal ein anderes Gewicht. Sportlich bleibt ein verdienter Sieg, weil Ostbahn laut Ersoy die besseren und auch die Mehrzahl der Chancen hatte. Gleichzeitig bleibt die klare Lehre aus diesem Nachmittag stehen: Wenn die Mannschaft ihren Plan beibehält, ist sie schwer zu bespielen, wenn sie davon abweicht, wird es selbst nach einer 2:0-Führung noch einmal eng. Auch für den Unparteiischen fand Ersoy zum Abschluss noch ein klares Lob: „Die Schiedsrichterleistung war top.“

2. Landesliga: Ostbahn XI : Maccabi - 2:1 (1:0)

  • 71

    David Marin 2:1

  • Oguzhan Önemli 2:0

  • Salih Sahintürk 1:0

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