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Fürther Derby zwischen FC und SV mobilisiert die Massen

Rot gegen Grün: Im Fürther Derby trifft der FC auf den SV. Die Gastgeber gehen selbstbewusst ins Duell der Gruppenliga – doch das letzte Aufeinandertreffen bleibt eine Warnung.

Jan Zehatschek

Fürth. Es ist eines der aufregendsten Spiele, wenn nicht sogar das packendste Duell im Fußballkreis Bergstraße : das Fürther Derby zwischen dem FC und dem SV. Zwischen Rot (FC) und Grün (SV). Die Marktgemeinde ist an diesem Tag für 90 Minuten tief gespalten. Ein Dazwischen gibt es nicht. Der Ortsvergleich mobilisiert die Massen wie kaum eine andere Partie in der Region, vierstellige Zuschauerzahlen sind nahezu an der Tagesordnung. Und in sportlicher Hinsicht hat der Lokalvergleich in der Regel ebenfalls immer was zu bieten.

So auch beim 4:3-Erfolg des FC am 18. April, dem bislang letzten Aufeinandertreffen. Trotz einer 4:0-Führung musste der FC um Trainer Ralf Ripperger in der zweiten Halbzeit gehörig bangen. „Hätte das Spiel zehn Minuten länger gedauert, wäre es 4:4 ausgegangen“, sagt SV-Sportchef Valeri Biljuk. „Das ist ein Fingerzeig“, sagt auch FC-Teammanager Özgün Karci vor der Neuauflage in der Gruppenliga Darmstadt am Samstag (16 Uhr). „Wir dürfen den SV auf keinen Fall unterschätzen.“

SV Fürth hadert noch mit 0:5-Pleite gegen TS Ober-Roden

Die erste Trainingseinheit des SV in dieser Woche stand jedoch noch im Zeichen der Aufarbeitung des jüngsten 0:5 gegen Ober-Roden. „Wir haben kapitale Fehler in allen Bereichen gemacht, die zu Gegentoren geführt haben – das darf uns nicht passieren“, sagt Trainer Jochen Ingelmann. „Das führt zu Frust bei allen Beteiligten.“ Der Trainer weiter: „Die Jungs wissen, was sie falsch gemacht haben – wir dürfen Tore auch an schlechten Tagen nicht so einfach herschenken.“ Positiv allerdings: Der SV hatte auch gegen Ober-Roden seine Chancen. „Und wenn wir die groben Fehler rausrechnen, dann ist es nicht so, dass uns Ober-Roden auseinandergenommen hat“, sagt Ingelmann.

Vielmehr könne seine Elf auch mit den Top-Teams der Liga mithalten, glaubt der Coach. Und ein solches ist der Lokalrivale ohne Frage. Klar also, dass sich Ingelmann am Samstag durchaus etwas ausrechnet. „Es wird Phasen geben, in denen sich beide Mannschaften abtasten“, mutmaßt Ingelmann. Er glaubt aber auch: „Der FC wird zeigen wollen, wer der Chef im Haus ist – es kann sein, dass sie höher pressen. Sie haben jetzt eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive.“

Ingelmann selbst wird am Samstag aus beruflichen Gründen wohl erst zur zweiten Halbzeit zur Mannschaft stoßen. Ex-Profi Sandro Sirigu und Johannes Arnold werden den Cheftrainer bis dahin vertreten. Innenverteidiger Yannic Beisel kann im Derby möglicherweise wieder mitwirken, hinter dem Einsatz von Jure Vucic (Arbeitsunfall) steht dagegen noch ein Fragezeichen.

FC Fürth geht nach 1:1 gegen Auerbach gestärkt ins Derby

FC-Kapitän Andreas Adamek freut sich derweil auf einen interessanten Nachbarschaftsvergleich. Die „Roten“ spielten zuletzt 1:1 gegen Spitzenreiter Auerbach und gehen entsprechend gestärkt ins Derby. „Wir nehmen mit, dass wir gegen die Mannschaft der Stunde aus Auerbach mithalten können, und gehen jetzt mit breiter Brust ins Derby“, sagt der Leistungsträger. „Wir haben genug Selbstvertrauen, aber am Samstag brauchen wir nicht auf die Tabelle zu schauen.“ Getreu der Floskel: Ein Derby hat seine eigenen Gesetze. Und so glaubt Adamek: „Die Tagesform wird entscheidend sein. Wir schauen auf uns, wollen unser Spiel aufziehen.“

Der FC hat sich nach anfänglichen Problemen längst als Team gefunden, Automatismen greifen und die Neuzugänge haben das Spielsystem verinnerlicht. „Aber wir sind noch nicht am Ende“, sagt Adamek. „Da sind noch ein paar Prozent zu holen.“ Insbesondere im Defensivbereich. „Wir haben in den ersten Spielen zu viele Tore kassiert, weil wir als Mannschaft nicht konsequent genug verteidigt und uns zu sehr auf unsere Offensive verlassen haben“, sagt Adamek. Der Kapitän ist sich aber sicher: „Wenn wir hinten gut stehen, dann sind wir immer für ein Tor gut.“ Einzig Innenverteidiger Marco Kaffenberger (Oberschenkel) fällt wohl aus.

Beide Clubs mobilisieren ihre Fans über die sozialen Medien

Die Fanlager sind ebenfalls schon seit Tagen in Derbystimmung. Bis zu 300 SV-Anhänger werden laut Instagram-Post nicht einfach „nur ins Stadion“ einziehen. Der Verein kündigt martialisch an: „Wir kommen als grüne Armee! Keine Angst. Kein Zurückweichen. Keine Ausreden.“ Der FC, der diesmal offiziell Heimrecht hat, fordert seine Fans ebenfalls über die sozialen Medien auf: „Alle in Rot! Seid dabei und unterstützt unsere Jungs!“

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