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Die Youth Olympic Games (YOG) in Dakar sollten für Judoka Jolina Reinhold das sportliche Highlight der Saison werden: Die 17-Jährige hatte sich den Gewinn der Goldmedaille vorgenommen – und erfüllte ihre Erwartungen.
Das Finale war nach 49 Sekunden beendet. Nach einem Griffkampf startete ihre Gegnerin Khushbu Rajakbhai Darjada (Indien) den Angriff. Jolina Reinhold übernahm die Aktion am Boden und beendete den Kampf mit einem Haltegriff. „Ich freue mich so sehr“, sagte die frisch gebackene Jugend-Olympiasiegerin nach dem Finale. „Ich bin stolz, dass ich die Ehre als Fahnenträgerin bestätigen durfte.“ Unterstützt vom Team D blendete die Favoritin den Druck aus und zog ihren flexiblen Stil in allen Kämpfen zum verdienten Gold durch.
Während Heimtrainer Radu Ivan von zuhause aus die Daumen drückte und mit strategischen Tipps am Wettkampftag unterstützte, coachte Landestrainerin Claudia Straub das Judo-Ausnahmetalent in Dakar zur ersten Medaillengewinnerin bei den YOG für Team Deutschland. Von Reinholds Triumph war Straub nicht überrascht: „Wenn Jolina etwas will, ist es schwer, Jolina von ihrem Weg abzubringen.“ Man dürfe noch viel von der 17-Jährigen erwarten. „Die großen Olympischen Spiele sind ihr Ziel. Das war der nächste Schritt dorthin.“
Als topgesetzte Judoka der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm genoss Reinhold ein Freilos in Runde eins. Im Viertelfinale setzte sich Reinhold vorzeitig gegen Teressa Chayeb (Libanon), die Nummer acht im YOG-Ranking, durch. Nach 69 Sekunden hatte die Judoka des TSV Abensberg den Kampf vorzeitig mit einer Ippon-Wertung beendet. Zunächst lieferten sich beide Judoka einen Griffkampf, dann überraschte Reinhold ihre Gegnerin mit einer sauberen Technik und warf sie auf den Rücken. Im Halbfinale waren Ausdauer und gute Nerven gefragt: Das Kräftemessen mit Aaisha Kyialbekova (Kirgisistan), der Nummer vier der Setzliste, erstreckte sich über die volle Kampfdauer von vier Minuten. Jolina Reinhold sicherte sich mit einer Yuko-Wertung den kleinen, aber entscheidenden Vorteil. Ihre Gegnerin stand aufgrund zweier Verwarnungen unter Druck, konnte aber keine Wertung erzielen. „Ich bin konzentriert geblieben und konnte meine Linie halten“, sagt Jolina Reinhold nach dem Halbfinale.
Finalgegnerin Khushbu Rajakbhai Darjada (Indien). Die 15-jährige Darjada hatte das Turnier mit Setzplatz fünf in Angriff genommen. In Runde eins schaltete sie Mamaissata Camara (Guinea/nicht gesetzt) mit einer Yuko-Wertung aus. Im Viertelfinale behauptete sie sich gegen Abir Bouazzaoui (Marokko/Nummer drei der Setzliste) und im Halbfinale schaltete sie die nicht gesetzte Dounia Berrahoual (Algerien) aus.
Für Jolina Reinhold ist das außerordentlich erfolgreiche Jahr noch nicht beendet. Am 13. November ist für die 17-Jährige, Nummer zwei der U18-Weltrangliste, der erste Grand-Prix-Einsatz geplant. „Sie will sehen, wo sie bei den Erwachsenen steht und natürlich Punkte für die Olympischen Spiele von Los Angeles sammeln“, so Radu Ivan.
Zum Jahresbeginn hatte Reinhold erfolgreich den Wechsel von der 57-Kilogramm-Klasse in die 63-Kilogramm-Klasse gepackt. Auf nationaler Ebene wiederholte sie mit dem Gewinn der deutschen Meistertitel in den Altersklassen U18 und U21 das Kunststück aus dem Vorjahr. International glänzte Reinhold Ende August mit dem Gewinn des U18-Weltmeistertitels. In der Vorbereitung auf Dakar gewann sie in Podgorica ihren ersten European Cup der Altersklasse U21.