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Die Ewigkeit ist irgendwie auch nur eine relative Zeiteinheit. Elizabeth Taylor zum Beispiel, Hollywood-Schauspielerin der ersten Stunde, sagte insgesamt achtmal vor dem Traualtar für immer Ja und starb doch als Junggesellin. Alleine zweimal war sie mit Richard Burton verheiratet. Das Hollywood-Traumpaar heiratete 1964, ließ sich 1974 scheiden, heiratete 1975 erneut und trennte sich 1976 endgültig. Taylor/Burton der Neuzeit sind Ben Affleck und Jennifer Lopez, in Fachkreisen auch als Bennifer bezeichnet. Die beiden Schauspieler waren Anfang der 2000er verlobt, trennten sich, fanden 2021 wieder zusammen, heirateten ein Jahr später – und reichten vor zwei Jahren die Scheidung ein.
Auch im Sport gibt es Konstellationen, die so gut zu passen scheinen, dass es doch für immer halten müsste: Thomas Müller und die Bayern, Leverkusen und zweite Plätze, England und verlorene Elfmeterschießen. Bekanntlich gab es für jede dieser Konstanten mal den Schlusspfiff.
Für immer und ewig scheint auch das zu halten, was Uwe Gensheimer und den Handball-Topklub Rhein-Neckar Löwen verbindet. 18 Jahre lang lief der einstige Weltklassespieler für die Mannheimer auf – unterbrochen nur von einem dreijährigen, kurzen Flirt mit Paris St. Germain. Nach dem Karriereende als Spieler war es nur folgerichtig, dass Gensheimer auch danach die Geschicke seines Klubs als Sportchef leiten sollte. Im April musste der Ex-Profi nach einem verlorenen Machtkampf mit dem damaligen Trainer Maik Machulla aber seinen Stuhl räumen. Die Löwen und ihr Idol gingen getrennte Wege – aber nur für ein halbes Jahr.
Am Donnerstag gab der in die Krise geschlitterte Klub bekannt, dass Gensheimer wieder in Amt und Würden ist, diesmal als Direktor Sport. Machulla hatte bereits vor drei Wochen seinen Cheftrainer-Spind räumen müssen, für ihn übernahm der vorherige Co-Trainer Michael Abt. Nur sechs Monate nach seinem Aus folgte nun die Retoure – und Gensheimer freut sich laut Mitteilung, wieder „die richtigen Stellschrauben für eine erfolgreiche Zukunft drehen können“. Was man eben so sagt.
Ob die neuerliche Verbindung zwischen den Löwen und Gensheimer wieder ähnlich lang wird wie die als Spieler, werden die Zeit und vor allem der sehnlichst angepeilte sportliche Erfolg zeigen.
So richtig weg war Gensheimer aber auch zuvor nicht gewesen. Der Klub hatte den Ex-Nationalspieler während der halbjährigen Auszeit auf eine etwas weniger prominente Stelle befördert, er war zuständig für die Internationalisierung des Vereins und den Aufbau eines Scouting-Netzwerks. Was man eben so macht, um die Zeit bis zur nächsten Ewigkeit zu überbrücken.