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Der Rostocker Handball trauert um Gerd Langhoff. Der 95-Jährige ist in der Nacht zum 30. Oktober verstorben. Der emeritierte Professor und ehemalige Prodekan (1991 bis 1995) und Institutsdirektor der Universität Rostock gehörte in den 1950-er Jahren zu den profiliertesten Handballern Deutschlands.
Langhoff errang mit der Betriebssportgemeinschaft Motor Rostock von 1953 bis 1956 vier DDR-Meistertitel im Hallenhandball und 1955 das Double auf dem Feld. Nach der zum 1. April 1956 erfolgten Delegierung in den SC Empor wurde auch 1957 die Hallen-Meisterschaft nach Rostock geholt. Der Linkshänder Gerd Langhoff absolvierte für die DDR 20 Länderspiele. In ihnen warf er 28 Tore.
Gerd Langhoff, in dessen Fußstapfen später Sohn Holger (55 Länderspiele und 1982 mit dem SC Empor Europapokalsieger und Vereins-Europameister) trat, gab 1958 mit Günter „Paule“ Mundt das erste Handball-Lehrbuch heraus. Es folgten weitere handballspezifische Veröffentlichungen.
Mit Maximilian Kinast, Monika Dietrich und anderen Sportwissenschaftlern forschte Prof. Dr. Gerd Langhoff Anfang der neunziger Jahre auch im Wasserspringen. Seine biomechanischen und qualitativen Bewegungsanalysen gelten in der Trainingswissenschaft bis heute als Standartwerke für spritzerloses Eintauchen.
„Betrübt haben wir die Nachricht vom Tod von Gerd Langhoff aufgenommen. Er war ein Sportler der ersten Stunde in unserem Verein, der in der Stadthalle am 8. November sein 70. Jubiläum begeht. Und er war ein Sportsmann in Praxis und in Theorie. So traurig wir jetzt sind, so sehr sehen wir auch auf ein erfülltes Leben, in dem Gerd Langhoff dem Handball und Empor stets verbunden blieb“, sagte Tobias Woitendorf, Vorstandsvorsitzender des HC Empor.
Die Rostocker, die am Sonntag um 15 Uhr in der Fiete-Reder-Halle in Marienehe im Topspiel der 3. Liga auf den SC Magdeburg II treffen, werden Gerd Langhoff mit einer Schweigeminute ehren.