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Serena Williams’ ehemaliger Trainer: Carlos Alcaraz spielt genauso wie Roger Federer
© AlcarazTurkiye / X / Fair Use

Der frühere Trainer von Serena Williams, Patrick Mouratoglou, sieht deutliche Parallelen zwischen dem Tennis von Carlos Alcaraz und Roger Federer. Der Spanier erinnere ihn in vielerlei Hinsicht an die Schweizer Legende, erklärte der Franzose.

Besonders beeindruckt Mouratoglou die Fähigkeit des 23-Jährigen, verschiedene Schläge einzusetzen und seine Gegner nahezu von jeder Position auf dem Platz aus unter Druck zu setzen.

Alcaraz ist nach einer mehrmonatigen verletzungsbedingten Pause wegen einer Handgelenksverletzung zuletzt auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Der siebenfache Grand-Slam-Champion gewann am Sonntag die Vienna Open. Im Finale setzte er sich mit 6:1, 6:4 gegen Alex de Minaur durch.

Sein jüngster Erfolg hat den Blick erneut auf seinen Spielstil gelenkt. Auch Mouratoglous Vergleich zwischen dem Spanier und Federer stieß wieder auf großes Interesse. Der Franzose, der im Laufe seiner Trainerkarriere mit mehreren bekannten Spielern gearbeitet hat, erläuterte seine Einschätzung in einem auf Instagram veröffentlichten Video.

„Carlos spielt genau wie Roger“, sagte Mouratoglou.

Der erfahrene Coach betonte, dass beide Spieler ähnliche Vorstellungen davon hätten, wie Tennis gespielt werden sollte. Dabei verwies er unter anderem auf ihre Vorhand, ihre Vorstöße ans Netz und ihre offensive Ausrichtung.

„Sie haben denselben Spieltyp. Eine unglaubliche Vorhand, mit der sie sich um die Rückhand herum bewegen. Ein sehr komplettes Spiel, bei dem sie alles einsetzen – Stopps, manchmal Return-Volley, ziemlich häufig Serve-and-Volley. Sie versuchen, zu dominieren, nehmen den Ball früh und gehen ans Netz.“

Mouratoglou wies zudem darauf hin, dass es auf der ATP-Tour nur wenige Spieler gebe, die bereit seien, während eines Matches ein derart breites Repertoire abzurufen.

„Wer macht das auf der Tour? Nicht viele Spieler. Es ist sehr selten. Viele Spieler wüssten technisch, wie das geht, aber sie trauen sich nicht wirklich, es im Match umzusetzen.“

Mouratoglou über Alcaraz und Federer

Der französische Trainer hat Alcaraz und Federer in den vergangenen Jahren mehrfach miteinander verglichen. 2025 erklärte er sogar, der Spanier spiele eine ähnliche Art von Tennis auf höherem Niveau. Dabei verwies er auf die Entwicklung des Sports und die körperlichen Voraussetzungen jüngerer Generationen.

Gleichzeitig hat Mouratoglou Federer stets als außergewöhnlich bezeichnet, wenn es um dessen Bewegungen und die Ausführung verschiedener Schläge geht. Auch im Vergleich mit Alcaraz hob er diesen Unterschied erneut hervor.

„Carlos und Roger haben dasselbe Tenniskonzept, natürlich mit unterschiedlichen Stilen. Roger ist selbstverständlich flüssiger in seinen Bewegungen und wird wahrscheinlich immer der eleganteste Spieler bleiben, der je gespielt hat. Aber es ist dieselbe Art von Tennis – das meine ich.“

Interessanterweise hatte Mouratoglou den spanischen Shootingstar zuvor bereits mit allen drei Mitgliedern der berühmten „Big Three“ verglichen. 2022, kurz nachdem Alcaraz bei den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, sprach der Franzose in einem Interview mit Tennis Majors über dessen Qualitäten.

Damals bezeichnete er Federer als den Spieler, dessen offensive Spielweise Alcaraz am ähnlichsten sei. Zugleich erkannte er aber auch Parallelen zu Novak Djokovic und Rafael Nadal.

„Er vereint die Qualitäten der drei größten Spieler aller Zeiten“, sagte Mouratoglou.

Der französische Coach erklärte, Alcaraz könne sich wie Federer nach vorne orientieren, sich wie Djokovic verteidigen und kontern sowie lange Ballwechsel mit starkem Topspin wie Nadal spielen.

Federer beendete seine Profikarriere im September 2022. Er gewann 20 Grand-Slam-Titel und stand 310 Wochen lang an der Spitze der Weltrangliste. Außerdem holte der Schweizer 103 ATP-Einzeltitel und triumphierte achtmal in Wimbledon – Rekord im Herreneinzel.

Alcaraz ist von diesen Karrierezahlen noch weit entfernt, hat trotz seines Alters von 23 Jahren aber bereits zahlreiche Erfolge gefeiert. Seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann er bei den US Open 2022. Anschließend wurde er zum jüngsten Weltranglistenersten der ATP-Geschichte.

Alcaraz gewinnt weiteren Titel in Wien

Alcaraz’ jüngster Triumph gelang in Österreich, wo er erstmals bei den Vienna Open antrat. Der Spanier gewann alle fünf Partien ohne Satzverlust und krönte das Turnier mit einem überzeugenden Finalsieg gegen De Minaur.

Im Halbfinale hatte der frühere Weltranglistenerste zuvor auch Daniil Medvedev bezwungen. Der 23-Jährige zeigte sich mit seinen Leistungen während der gesamten Woche sehr zufrieden – insbesondere angesichts der mehrmonatigen Pause, die er zu Beginn der Saison einlegen musste.

Der Titel in Wien war Alcaraz’ vierte ATP-Trophäe im Jahr 2026 und der 28. Turniersieg seiner Karriere. Damit kommt er nun auf elf ATP-500-Titel und rückt in der ewigen Bestenliste näher an Federer, Djokovic und Nadal heran.

Mit seinem Sieg gegen De Minaur verlängerte Alcaraz zudem seine Siegesserie bei ATP-500-Turnieren auf 26 Matches. In dieser Saison weist der Spanier auf dieser Turnierebene eine makellose Bilanz von 16:0 Siegen auf – er gewann jede Partie, die er dort bestritt.

Nun richtet Alcaraz seine Aufmerksamkeit auf das Paris Masters, das letzte ATP-Masters-1000-Turnier der Saison. Für die ATP Finals in Turin hat er sich bereits qualifiziert. Dort wird er versuchen, den prestigeträchtigen Saisonabschluss erstmals zu gewinnen.

Mouratoglou arbeitet derweil weiter mit Stefanos Tsitsipas zusammen und teilt regelmäßig seine Einschätzungen zu den führenden Spielern in den sozialen Medien. Der französische Trainer hat sich häufig mit der Rivalität zwischen Alcaraz und Jannik Sinner beschäftigt und ihr Tennis mit dem der Champions der vorherigen Generation verglichen.

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