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Eine Verletzungsmisere ist nie schön, im Fußball für manche aber auch eine Chance. So auch beim PSV Bork, wo eine 17-Jährige überraschend schnell aufrückt.
Drei Spiele, dreimal Startelf: Emily Sluiter erlebt beim PSV Bork gerade einen unerwarteten Einstieg in den Landesliga-Fußball. Die 17-Jährige gehört eigentlich zur zweiten Frauenmannschaft in der Kreisliga A. Doch weil der Aufsteiger mit erheblichen Personalsorgen kämpft, bekommt die junge Fußballerin plötzlich ihre Chance – und das gleich mehrfach hintereinander.
Beim 1:1 in Nottuln, beim 1:8 gegen Spitzenreiter Langenhorst Welbergen und zuletzt beim 0:6 gegen Arminia Ibbenbüren II stand Sluiter jeweils von Beginn an auf dem Platz. Dass ausgerechnet sie den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hat, überrascht Trainer Flemming Neuhaus nicht.
„Emily ist fußballverrückt. Sie ist gefühlt jeden Tag irgendwo auf dem Fußballplatz am Pöhlen“, erzählt Neuhaus. Schon in der vergangenen Saison war die junge Spielerin regelmäßig bei den Spielen der ersten Mannschaft anzutreffen. Heimspiele schaute sie sich häufig an, gelegentlich begleitete sie das Team sogar auswärts.
Sluiter kommt aus Lünen-Alstedde und spielte vor ihrem Wechsel in den Frauenbereich noch in der B-Jugend des PSV Bork. Erst im Sommer rückte sie altersbedingt in die zweite Mannschaft auf. Dort konnte sie sich in der Kreisliga A bereits behaupten.
Ihre eigentlichen Qualitäten liegen in der Offensive. Sluiter ist vor allem auf der Zehnerposition oder weiter vorne zu Hause. „Sie ist fußballerisch und technisch sehr gut und kann mit rechts und links schießen“, sagt Neuhaus.
Allerdings gibt es auch einen Bereich, in dem die 17-Jährige noch zulegen muss. „Sie ist körperlich noch ziemlich schmächtig und muss lernen, sich in der Landesliga anders durchzusetzen“, erklärt der Trainer.
Das war auch der Grund, weshalb Sluiter im Sommer zunächst nicht fest für den Landesliga-Kader eingeplant wurde. Die zahlreichen Ausfälle haben die Situation inzwischen verändert. Fünf Langzeitverletzte fehlen dem PSV, der nach acht Spielen mit sieben Punkten auf Tabellenplatz elf steht.
Neuhaus griff deshalb auf Spielerinnen aus der Reserve zurück. Sluiter war seine erste Wahl. Nicht nur ihre fußballerischen Fähigkeiten sprechen für sie. „Sie ist charakterlich einwandfrei, fügt sich gut in die Gruppe ein und macht einen sehr engagierten Eindruck“, sagt der Coach.
Eine dauerhafte Beförderung ist vorerst dennoch nicht vorgesehen. Sluiter trainiert weiterhin mit der zweiten Mannschaft und soll sich dort möglichst ohne großen Druck entwickeln.
Ganz verzichten kann Neuhaus auf die Nachwuchsspielerin derzeit allerdings nicht. Weitere Landesliga-Einsätze sind deshalb wahrscheinlich. Langfristig verfolgt der Trainer einen anderen Plan: Sluiter soll möglicherweise noch eine weitere Saison in der Kreisliga A Erfahrungen sammeln, bevor sie dauerhaft aufrückt. „Sie ist sehr talentiert und auch willig, die richtigen Schritte zu gehen“, sagt Neuhaus.