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„Ambiguitätstoleranz“ ist nicht nur ein starkes Wort für Scrabble (33 Punkte), sondern beschreibt auch ziemlich gut, was Fans des VfB Stuttgart gerade brauchen: die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. Ein Beispiel: Deniz Undav stellte jüngst nach der 0:1-Pleite beim Hamburger SV fest, dass der VfB derzeit „keine Spitzenmannschaft“ sei. Dabei zeigt der aktuelle Blick auf die Champions-League-Tabelle: Keine deutsche Mannschaft steht vor den Schwaben. Es sind also zwei Gesichter, die die Stuttgarter bislang präsentieren. In den Pokalwettbewerben läuft es gut, während in der Liga mit vier Niederlagen aus sechs Spielen der schlechteste Saisonstart der Ära Sebastian Hoeneß erfolgte. Und auch die Spiele selbst liefen widersprüchlich. Nur selten überzeugte das Team über beide Halbzeiten hinweg, oft folgte ein Einbruch nach der Pause – so zuletzt im Hamburger Volkspark. Allerdings zeichnet sich spielerisch eine vorsichtige Trendwende ab. Und das liegt vor allem an Anpassungen, die Hoeneß nach der Länderspielpause vorgenommen hat. Die Trainingseinheiten sollen nun deutlich länger und intensiver sein. Und auch seine Ansprache hat der Trainer offenbar verändert: Statt unter vier Augen werden individuelle Fehler jetzt vor versammelter Mannschaft besprochen. Es ist also neuer Zug drin, und das scheint zu fruchten. Zuletzt wirkte die Mannschaft wieder druckvoller, nur die fehlende Präzision vor dem Tor blieb ein Problem. Deniz Undav war sich nach dem starken Auftritt gegen Atlético Madrid unter der Woche allerdings sicher: „Irgendwann kommt der Dosenöffner, und dann klappt wieder alles.“ Gelegenheit dazu könnte der heutige Abend bieten. Immerhin dürfte sich derzeit kaum ein besserer Aufbaugegner finden lassen als die punktlose Borussia aus Mönchengladbach.