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Zeinab Shamsi Yazdeli spielt seit dieser Saison für den Tischtennis-Oberligisten TV Gedern. Ihr Vater baute während Corona sein Teppichlager zur Trainingsstätte um.
Gedern – Zeinab Shamsi Yazdeli spielt seit dieser Saison beim Tischtennis-Oberligisten TV Gedern und überzeugt vor allem mit ihrem Angriffsspiel. Es ist nicht ihre erste Station in Deutschland. Die Iranerin, die von allen nur „Setare“ genannt wird, spielte zuvor für Gederns Kooperationspartner TTV Salmünster, unter anderem in der 3. Bundesliga. Und auch international kam die 23-Jährige bereits zum Einsatz – in Russland, der irakischen Liga und in der niederländischen Premier League. Für Gedern wird sie zunächst nur in der Vorrunde an der Platte stehen, dann läuft ihr Visum ab. Im KA-Interview berichtet das junge Talent vom Tischtennissport in ihrer Heimat, ihren sportlichen Zielen und was der Sport für sie bedeutet.
Wie hat Ihre Geschichte im Tischtennis begonnen?
Meine Reise begann in einer kleinen Stadt im Iran namens Kaschan. Zu Beginn haben wir in Gruppen trainiert. Mit der Zeit hat sich mein Einzeltraining mit einem Privattrainer jedoch intensiviert. Das hat mir sehr geholfen, mich entscheidend zu verbessern. Mein erster Wettkampf war in der Schule. Ohne jegliches Training habe ich direkt den dritten Platz belegt. Ab diesem Zeitpunkt war mein Interesse an diesem Sport geweckt. Aber es gab im Iran nur sehr begrenzte Möglichkeiten, um mich als Tischtennisspielerin weiterzuentwickeln. Ein echter Wendepunkt war die Corona-Pandemie. Plötzlich wurden alle Sporthallen geschlossen und ich hatte keinen Ort mehr zum Trainieren. Da baute mein Vater kurzerhand sein Teppichlager in eine Trainingsstätte um. Dieser Moment war der Beginn einer Reise, die schließlich viel größer werden sollte, als ich es mir jemals vorgestellt hatte.
Haben Sie in Ihrer Heimat im Iran bereits an Wettkämpfen teilgenommen?
Ja. Im Iran gibt es eine Premier League, in der die 20 besten Spieler des Landes antreten können. Ich habe dort vier Jahre lang gespielt.
Was sind Ihre sportlichen Ziele?
Ich möchte unbedingt bei Olympia dabei sein. Außerdem würde ich gerne in der 1. Bundesliga in Deutschland oder in der französischen Pro‑A‑League spielen. Ich habe auch großes Interesse daran, Trainingslager in Japan und China zu besuchen, um von den Erfahrungen und dem System dieser Länder zu lernen.
Was sind Ihre Stärken?
Mein Spielstil ist offensiv. Ich mache gerne Punkte, indem ich Druck über meine Rückhand aufbaue und schnelle Gegenangriffe nutze.
Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Dinge, um im Tischtennis besser zu werden?
Fokus, Balance und Hoffnung. Denn man muss viele Niederlagen einstecken, bevor man sich weiterentwickelt und stärker wird. Erfolg fällt nicht vom Himmel. Man muss um seine Chancen kämpfen, auch viele Opfer bringen, Rückschläge wegstecken und unbeirrbar an seine Träume glauben.
Was bedeutet Tischtennis für Sie und welche Botschaft möchten Sie anderen Spielern vermitteln?
Für mich ist Tischtennis viel mehr als nur ein Sport. Es ist eine Lebensschule. Es hat mir geholfen, mich selbst und das Leben auf einer viel tieferen Ebene zu verstehen. Vor allem hat es mich gelehrt, niemals etwas aufzugeben, an das ich aus tiefstem Herzen glaube. Ich hoffe deshalb, dass ich durch meine Geschichte andere dazu inspirieren kann, weiterzumachen. Ganz egal, ob ihnen die nötigen Ressourcen fehlen, ob ihre Träume in weiter Ferne zu liegen scheinen oder ob sich der Weg vor ihnen fast unmöglich anfühlt. Ich glaube fest daran, dass das ultimative Ziel nicht einfach nur darin besteht, Champion zu werden. Es geht darum, den Weg zu entdecken, der wirklich zu einem selbst gehört. Zu lernen, die Reise mit all ihren Höhen und Tiefen zu lieben. Wenn man das tut, passieren auf diesem Weg wunderschöne Dinge und bedeutungsvolle Erfolge folgen ganz von selbst.