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Liverpool · Wenn am Sonntag der FC Liverpool und der FC Arsenal Aufeinandertreffen ist das nicht nur ein Spitzenspiel in der Premier League, sondern auch das Duell zweier deutscher Nationalspieler, die viel gemeinsam haben.
Der FC Liverpool gegen den FC Arsenal. Die Spiele der beiden englischen Traditionsklubs standen in den letzten Jahren für Spannung wie kaum eine andere Paarung in England. Keines der letzten acht Aufeinandertreffen konnte eine Mannschaft mit mehr als einem Tor Unterschied für sich entscheiden, fünf der Spiele endeten unentschieden. Es ist also wahrscheinlich, dass das Duell am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) erneut ein knappes Ergebnis bringt.
Neben dem Kampf um wichtige Punkte in der Spitzengruppe der Premier League ist das Spiel auch ein Showdown zwischen Florian Wirtz und Kai Havertz. Beide reiften bei Bayer Leverkusen zu Weltklassespielern, beide folgten dem Ruf der finanzstärksten Liga der Welt. Für Havertz ging es 2020 zunächst für rund 100 Millionen Euro zum FC Chelsea und drei Jahre später für 75 Millionen Euro zum FC Arsenal. Wirtz wechselte 2025 für 125 Millionen Euro zum FC Liverpool. Und beide Spieler laufen ihrem Anspruch in dieser Saison noch ein wenig hinterher.
Wirtz, bei dem viele in seiner zweiten Saison in der Premier League auf den großen Durchbruch hofften, wartet in der Liga noch auf seinen ersten Treffer, immerhin drei Assists stehen zu Buche. In der Champions League konnte er sich zuletzt gegen Villarreal erstmals in die Torschützenliste eintragen. Doch Statistiken sind nicht alles: Seit der 23-Jährige nach einer 0:3 Heimpleite gegen Manchester City Anfang Oktober herbe Kritik einstecken musste, zeigt seine Form deutlich nach oben. Beim 2:0 gegen Brighton & Hove Albion am vergangenen Sonntag hatte der Offensivstar mit einem abgefälschten Schuss die Führung erzwungen, im Ligapokal behielt er im Elfmeterkrimi gegen den FC Chelsea (6:5) die Nerven und verwandelte den vierten Versuch souverän.
In der Woche zuvor kreierte der deutsche Nationalspieler im Spiel gegen den FC Brentford laut des Datenanbieters Opta neun Torchancen, ein Bestwert, wenn man auf die vergangenen fünf Saisons blickt. Dass er trotzdem nur mit einer Vorlage aus dem Spiel ging, zeigt, dass Wirtz' Teamkollegen viele seiner genialen Momente nicht zu nutzen wissen. Doch Scorerpunkte sind die stärkste Währung im Fußball und dort hat Wirtz noch Optimierungsbedarf. Die Dauerkritik an seinen Auftritten im Trikot der Reds lässt ihn dabei nach eigenen Angaben kalt. „Es ist mir komplett egal, was jemand über mich zu sagen hat“, betonte der 23-Jährige jüngst im Sky-Interview. Er spiele Fußball, „weil es mir Spaß macht“, er wolle einfach „erfolgreich sein“.
Für seinen Nationalmannschaftskollegen Kai Havertz läuft beim FC Arsenal in dieser Saison auch noch nicht alles rund. Zwar hat der 27-Jährige immerhin bereits zwei Ligatreffer auf dem Konto, doch sein letztes Tor erzielte er Anfang September. Seitdem ist Havertz, der unter Mikel Arteta als etatmäßiger Mittelstürmer aufgestellt wird, glücklos. Dennoch baut der Spanier weiter auf ihn und das, obwohl mit dem Schweden Viktor Gyökeres ein weiterer 70-Millionen-Euro-Stürmer im Kader steht. Arteta schätzt die Qualitäten von Havertz, die über die reine Produktion von Toren und Vorlagen hinausgehen. In der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Nottingham vor zwei Wochen erklärte der Erfolgscoach der Gunners Havertz' Einfluss auf das Spiel von Arsenal: „Er ist ein Spieler, der sich jeden Tag weiterentwickeln und verbessern will. [...] Er liebt es, das Gefühl zu haben, dass er auch anderen Spielern helfen kann. Er ist ein Teamplayer.“
Am Sonntag kommt es nun also zum Duell zwischen Wirtz und Havertz: Der Tabellenvierte aus Liverpool empfängt den Tabellenzweiten aus dem Londoner Norden. Während die Reds ihre letzten fünf Spiele gewonnen haben, wollen die Gunners Wiedergutmachung für die Pokal-Blamage unter der Woche betreiben. Arsenal scheiterte im Elfmeterschießen völlig überraschend am Viertligisten Fleetwood Town. Mit einem Sieg an der Anfield Road könnte sich der Titelverteidiger (21 Punkte) ein Stück weit rehabilitieren und seinen Vorsprung auf Liverpool (15) ausbauen. Ob die deutschen Stars dabei zum Faktor werden, bleibt abzuwarten.