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50 Spiele ungeschlagen - das ist nun die beeindruckende Bilanz der Bayern-Frauen in der Bundesliga. Beim Auswärtsduell am 8. Spieltag mit RB Leipzig haben die Spielerinnen des FC Bayern München ihre Vormachtstellung im deutschen Fußball abermals unter Beweis gestellt. Erneut verdeutlichte Klara Bühl, warum sie eine der besten Spielerinnen Europas ist. Und das Team bewies nach einer fatalen roten Karte einen starken Zusammenhalt.
FCB-Coach José Barcala warnte vor der Partie in der Presserunde vor den Leipzigerinnen, die er bezogen auf ihr Aufbauspiel als "eines der besten, wenn nicht das beste Team" der Liga einordnete. Und direkt zu Beginn setzte das Heimteam ein Ausrufezeichen. Ein Angriff über links in der 5. Minute endete in zwei Schussversuchen von Emilia Asgeirsdottir und Charlotte Hulst. Doch Magdalena Eriksson schmiss sich entschlossen dazwischen.
Nach diesem ersten kurzen Schreckmoment sammelten sich die Bayern und antworteten ihrerseits mit sehr hohem und kompaktem Pressing. Bereits in der 7. Minute zahlte sich das aus, als sie Leipzig beim Aufbauspiel störten und damit eine Ecke erzwangen. Diese brachte Klara Bühl gefährlich in den Fünfmeterraum, RB-Keeperin Elvira Herzog wehrte nach vorne ab, doch Momoko Tanikawa schlenzte den Ball sehenswert mit dem Rücken zum Tor stehend über ihre linke Schulter perfekt ins obere Toreck (8.).
Beflügelt von der 1:0-Führung hatten die FCB-Frauen alles im Griff und den Hunger, den Spielstand noch weiter zu erhöhen. Erneut spielte sich Bühl in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Mit einem Dribbling und einem Tunnel gegen RB-Verteidigerin Jasmien Mathys zog sie in die Mitte, wo Pernille Harder lauerte. Letztlich war es jedoch Zenia Mertens, die unglücklich ins eigene Tor traf (14.).
Im weiteren Spielverlauf hatten die Münchnerinnen vieles im Griff, doch waren nicht fehlerfrei, sodass unter anderem Delice Boboy das eine oder andere Mal aufs Tor schießen konnte - wenngleich erfolglos. Nach dem Seitenwechsel forderten mutige Leipzigerinnen Ena Mahmutovic erstmals. Die eingewechselte Jokerin Nikee van Dijk nahm einen Pass hinter die Abwehrkette direkt und zwang die FCB-Keeperin, schnell ins rechte untere Eck abzutauchen (51.).
Doch anstatt eines Anschlusstreffers der Gastgeberinnen wollte Bühl den Spielstand verdeutlichen. Nach einem leichten Ballgewinn von Edna Imade vor dem Strafraum steckte diese auf Bühl durch, die vor der Torhüterin cool blieb und souverän zum 3:0 verwandelte (55.). Damit aber nicht genug. Die Nationalspielerin nahm kurze Zeit später im Mittelfeld einen Angriff und scorte nach kurzem Doppelpass mit Imade ihren Doppelpack zum 4:0 (73.).
Doch es war noch längst nicht alles entschieden. Ein katastrophaler Rückpass von Sarah Mattner wurde von van Dijk unterbrochen, die direkt aufs Tor und an Mahmutovic vorbeiziehen wollte. Die Keeperin kam ein wenig zu spät und holte van Dijk von den Füßen. Dafür wurde sie mit Rot vom Platz gestellt.
Weil José Barcala aber schon alle fünf Wechsel ausgeschöpft hatte, musste nun Vanessa Gilles als Ersatztorhüterin herhalten. Eine Feldspielerin im Tor – die Folgen merkte man sofort beim anschließenden Freistoß. Aus gut 23 Metern schlenzte Marleen Schimmer den Ball sehenswert zum 1:4 ein (78.). Doch spannend sollte es dennoch nicht mehr werden. Die prompte Antwort leitete Linda Dallmann ein, die auf eine völlig freie Imade vorlegte. Die Spanierin netzte souverän zum 5:1 ein und machte somit den Deckel drauf (85.).
Die FCB-Frauen feierten also ihren 50. Bundesliga-Sieg in Folge. Bleiben sie noch drei weitere Spiele ungeschlagen, könnten sie den Rekord der Herrenmannschaft einstellen. Mit dem Topspiel auswärts in Wolfsburg am 10. Spieltag dürfte das aber kein Selbstläufer werden.