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Wird Gianni Infantino im kommenden Jahr als FIFA-Präsident wiedergewählt? Geht es nach Uli Hoeneß, wäre eine Bayern-Legende der "ideale Mann" für den Posten.
Im Zuge der Balogun-Affäre und den Investorenplänen zum Verkauf der WM war Präsident Infantino bei zahlreichen Verbänden wie der UEFA in Ungnade gefallen, nicht wenige Experten legten dem Schweizer gar einen freiwilligen Rücktritt nahe.
Mittlerweile deutet aber vieles darauf hin, dass der 56-Jährige bei der Wahl im März 2027 im marokkanischen Rabat wiedergewählt werden könnte - denn aktuell gibt es immer noch keinen Gegenkandidaten und die Nominierungsfrist endet bereits am 18. November.
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat im Interview mit der Welt am Sonntag deshalb nun seinen langjährigen Weggefährten Karl-Heinz Rummenigge als möglichen UEFA-Kandidaten für die Wahl des FIFA-Präsidenten ins Spiel gebracht.
"Er wäre der ideale Mann. Ich würde ihn sofort wählen. International wird er enorm geschätzt, erklärte der 74-Jährige und schob lachend hinterher. "Karl-Heinz müsste nur zehn Jahre jünger sein. Er wäre zum Zeitpunkt der Wahl 72 Jahre. Und seine Frau würde nicht gerade jubeln, wenn er das machen würde."
Rummenigge war neben seinem Amt als langjähriger Vorstandsvorsitzender des FC Bayern von 2008 bis 2017 auch Vorsitzender der European Club Association und zudem drei Jahre lang Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee. Im selben Interview hatte Hoeneß aber auch Kritik an seinem langjährigen Weggefährten geübt.
Die UEFA will Infantino als Präsident des Weltverbandes stürzen, dieser erhält weltweit aber immer mehr Unterstützung. Am Freitag vollzog die asiatische Konföderation AFC eine Kehrtwende und stellte sich hinter den umstrittenen Infantino, der sich mit Blick auf das kommende Jahr siegessicher gab.
"Ich wurde von 211 Mitgliedsverbänden aus aller Welt gewählt, und ich denke, wichtig ist, dass es in einer Organisation wie der FIFA unterschiedliche Ansichten und Standpunkte geben kann", sagte der Schweizer und ergänzte: "Wenn wir es ernst meinen mit der Demokratie, mit dem demokratischen Prozess, mit der Überzeugung, dass jeder weltweit die gleiche Stimme und das gleiche Mitspracherecht hat, dass der Fußball allen gehört - wenn wir es damit ernst meinen, dann müssen wir auch die Ansichten der überwältigenden Mehrheit respektieren."
Infantino ist nach eigenen Angaben auch zur Versöhnung mit der UEFA bereit. "Ich habe immer gesagt: Was mich betrifft, bin ich stets mit offenen Armen, offenem Geist und offenem Herzen hier, um mit jedem zu diskutieren, mit jedem ins Gespräch zu kommen und zu sehen, was für alle besser gemacht werden kann", sagte der 56-Jährige und fügte an: "Es ist nichts Schlimmes daran, unterschiedlicher Meinung zu sein - das sehen wir jeden Tag in so vielen Ländern der Welt. Es ist in Ordnung, anderer Meinung zu sein. Es ist in Ordnung, unterschiedliche Standpunkte zu haben, aber dann müssen wir in der Lage sein, weiterzumachen."
Infantino betonte zudem, dass er "mit allen Verbänden überall auf der Welt" spreche. "Es gibt unterschiedliche Meinungen zu vielen Themen, zur Weltmeisterschaft, zur Größe, zur Anzahl, zur Vergabe der Startplätze, zum Kalender, zu kommerziellen Angelegenheiten, zu allem. Es ist nicht immer einfach, alle diese Meinungen unter einen Hut zu bringen, aber wir müssen alle Meinungen und Standpunkte respektieren - und das tue auch ich -, und dann liegt es an den FIFA-Mitgliedsverbänden zu entscheiden, wen sie als Präsidenten wollen und wie die FIFA geführt werden soll", sagte Infantino.