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Heraklion (dpa) - „Solche Geschichten und so ...“ kommentierte Jonas Hofmann einen Instagram-Beitrag mit Fotos seines besonderen Abends auf der griechischen Insel. Als Nachrücker avancierte der 34-Jährige mit einem Doppelpack beim 2:0 von Bayer Leverkusen bei OFI Kreta zum Matchwinner. „Mehr als heute kann ich nicht machen“, sagte er danach. Für den zuletzt wenig berücksichtigten Offensivspieler könnte es ein Wendepunkt sein.
„Wenn man die ganzen Szenarien im Kopf hat und weiß, wie das Fußball-Business abläuft, muss ich schon ein bisschen schmunzeln“, führte Hofmann später in der Interviewzone aus. Solche Geschichten schreibe eben der Fußball. Denn noch wenige Tage zuvor war nicht abzusehen, dass Hofmann überhaupt im Flieger auf die Urlaubsinsel sitzen würde. Erst am Dienstag rückte er für den verletzten Martin Terrier in den Europa-League-Kader nach.
Drei Tage später nutzte er seine Chance eindrucksvoll. Einerseits wünsche man sich bestimmte Situationen nicht, andererseits gehöre genau das zum Sport, so Hofmann. „Das Momentum dreht sich so schnell und jetzt ist man irgendwie wieder eng dran, wieder mehr Spiele zu machen, wahrscheinlich.“ Er könne als Spieler nur auf dem Platz liefern. „Ich würde da so bodenständig jetzt behaupten, dass das heute so war“ schlussfolgerte er mit einem Schmunzeln.
Dass Hofmann seine Qualitäten nicht verloren hat, steht auch für Trainer Carles Martínez außer Frage. „Wenn ich ihn auf den Platz schicke, muss ich ihm nichts erklären. Er weiß, was wir wollen. Er versteht genau, was wir brauchen“, sagte der Coach. „Jonas ist ein Spieler, der Fußball liebt, der intelligent ist und genau das gemacht hat, was wir erwartet haben: Gut spielen, sich zu verbinden und dann natürlich seine Tore gemacht“, lobte der 42-Jährige.
Dabei hatte der 23-malige deutsche Nationalspieler unter dem Spanier zuletzt nur eine Nebenrolle gespielt, kam in der Bundesliga bislang lediglich zu drei Kurzeinsätzen. Im Sommer stand ein Abschied des Double-Siegers von 2024 im Raum. Mit seinem Doppelpack beim Startelfdebüt in dieser Saison hat Hofmann, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, nun aber ein starkes Argument für mehr Spielzeit geliefert.
Ob Martínez nach dem Erfolgserlebnis auf Kreta am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) im Bundesliga-Spiel bei der TSG Hoffenheim erneut auf den 34-Jährigen setzt, bleibt abzuwarten. Für Hofmann ist die Partie bei den Kraichgauern dabei auch aus persönlichen Gründen reizvoll. „Immer sehr besonders, weil das nur zehn bis fünfzehn Minuten zu meinem Heimatdorf ist“, sagte Hofmann, der mehrere Jahre in Hoffenheims Jugend spielte, über die Partie in Sinsheim.
Im Trikot von Borussia Dortmund gab der damals 20-Jährige 2012 ausgerechnet in Hoffenheim sein Bundesliga-Debüt. „Das ist immer schön“, schwärmte Hofmann beim Gedanken an die Reise in seine alte Heimat. Die persönliche Verbindung zu Gegner und Spielort und der Rückenwind nach seinem Doppelpack am Mittelmeer dürften gute Voraussetzungen für eine Fortsetzung seines Auftritts sein.
© dpa-infocom, dpa:261023-930-881908/1