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Los ging das HSV-Dilemma nach zuvor drei Siegen in Folge am vergangenen Samstag in Paderborn. Dort verloren die "Rothosen" mit 0:1 nach einem vermeintlichen Foul vor dem entscheidenden Tor - und Fabio Vieira sowie Bilal Nadir mit schwereren Verletzungen.
Am Dienstag folgte nun das 1:3 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt, in dem den Hamburgern ein Elfmeter versagt wurde, die Hessen Platzverweis-Glück hatten und Abwehr-Chef Sebastian Bornaauw angeschlagen raus musste.
Viel Frust innerhalb kürzester Zeit. Nach zuvor großer Euphorie herrscht nun plötzlich große Katerstimmung im Volkspark.
"Die Schlüsselszene war aus unserer Sicht der nicht gegebene Elfmeter", bilanzierte HSV-Trainer Merlin Polzin das Pokal-Aus. "Das schmerzt uns sehr, ohne die Garantie zu haben, dass der Ball reingeht. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Ebenso das Foul nach Wiederanpfiff."
In der 35. Minute war Hamburgs Rechtsverteidiger Zakaria El Ouahdi im Eintracht-Strafraum von Frankfurt-Kapitän Robin Koch rüde gestoppt und von den Beinen geholt worden. "Er hat mich klar berührt", sagte El Ouahdi im nach dem Spiel im ARD-Interview.
Ein Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler blieb aber aus. Auch Video-Referee Sascha Stegemann schaltete sich nicht ein. Dusel für die Gäste. Das gab sogar Eintracht-Trainer Adi Hütter später zu: "Ich glaube, da hatten wir Glück."
Der nächste Aufreger folgte in der 48. Minute: Der mit Gelb vorbelastete Frankfurts Nnamdi Collins foulte David Møller Wolfe, kam aber ohne zweite Verwarnung davon. Das hätte auch die "Ampel-Karte" sein können. Hütter wechselte seinen Verteidiger direkt danach aus.
Zu diesem Zeitpunkt stand es noch 0:0. Mit einem Elfmeter und in Überzahl wäre der HSV womöglich nicht auf die Verliererstraße geraten. "Dann ist es ein anderes Spiel", betonte Polzin, der nach Spielende mit viel Redebedarf in die Schiri-Kabine stürmte.
Trotzdem fand er danach noch lobende Worte für den Unparteiischen. "Die Spielleitung und Kommunikation mit Stieler war hervorragend", so der Coach.
Gut für den HSV: Bereits am kommenden Sonntag kann er Revanche nehmen. Dann treten die Hanseaten in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt an (17.30 Uhr, im NDR Livecenter).
"Das ist eine coole Situation", findet Polzin. "Dann wollen wir es besser machen. Insbesondere, was unsere Chancenverwertung angeht."
Denn auch das gehört zur Wahrheit dazu: Ausgebliebener Elfmeter-Pfiff und nicht gegebener Platzverweis hin oder her - der HSV ist im DFB-Pokal auch gescheitert, weil er beste Tormöglichkeiten nicht nutzte.
Wer am Sonntag in Frankfurt aus dem Lazarett in die HSV-Abwehr zurückkehrt, ist noch offen. Bornaauw, der Dienstag mit einer Kiefer-Verletzung ausgewechselt werden musste, könnte aber wieder rechtzeitig fit werden. Genau wie Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha (beide muskuläre Probleme), die die vergangenen beiden Spiele verpassten.
Wäre gut. Denn in der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt standen in Shafiq Nandja und Jason Bissi-Mouelle ein 19-Jähriger und ein 18-Jähriger in der Verteidigung.