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Valentin Vacherot entschuldigt sich nach dem Finale in Basel bei seinem Trainer
Valentin Vacherot entschuldigt sich nach dem Finale in Basel bei seinem Trainer
© KalshiTen / X / Fair Use

Valentin Vacherot hatte am Sonntag nach seinem Titelgewinn in Basel allen Grund zum Feiern. Bei der Siegerehrung nutzte der 27-Jährige jedoch auch die Gelegenheit, sich öffentlich bei seinem Trainer Benjamin Balleret zu entschuldigen.

Der Tennisspieler aus Monaco räumte ein, sich während des Endspiels gegen Jiri Lehecka seinem Coach gegenüber nicht besonders gut verhalten zu haben.

Vacherot setzte sich gegen den Tschechen mit 2:6, 6:3, 6:3 durch. Damit gewann er den zweiten ATP-Titel seiner Karriere und feierte zugleich seinen ersten Triumph auf ATP-500-Ebene. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach: Vor allem im ersten Satz hatte der Monegasse große Probleme.

Lehecka spielte von Beginn an auf hohem Niveau, während Vacherot keine passenden Antworten fand. Der 27-Jährige wurde zunehmend frustriert und wechselte einige scharfe Worte mit Balleret, der zugleich sein Halbbruder ist.

Im ersten Satz spitzte sich die Situation zwischen Spieler und Trainer zu. Schließlich verließ Balleret seinen Platz. Vacherot erkannte später sein Verhalten an und sprach das Thema vor dem Publikum in Basel an.

„Zuerst muss ich mich bei einer Person entschuldigen – bei meinem Trainer, weil ich im ersten Satz keine besonders netten Worte für ihn gefunden habe“, sagte Vacherot bei der Siegerehrung.

Der frisch gekürte Champion bedankte sich außerdem bei seinem gesamten Team für die geleistete Arbeit. Dazu gehörte auch sein Physiotherapeut Antoine, der erst seit relativ kurzer Zeit zu seinem Team gehört. Auch seine Verlobte Emilie erwähnte Vacherot in seiner Ansprache.

„Danke, dass du das ganze Jahr über all diese Kilometer mit mir zurückgelegt hast. Ich weiß, dass du es liebst, aber es kann wirklich anstrengend werden“, sagte Vacherot zu seiner Verlobten.

Vacherot spricht über seinen Sieg in Basel

Zu Beginn des Endspiels am Sonntag hatte der Monegasse große Schwierigkeiten mit Leheckas Spiel. Der Tscheche gewann vier Spiele in Folge, ging mit 4:1 in Führung und holte sich den ersten Satz schließlich mit 6:2.

Später gab Vacherot zu, dass ihn vor allem die Konstanz seines Gegners vor Probleme gestellt habe. Lehecka habe seiner Einschätzung nach beinahe jeden Ball zurückgebracht, was die Situation zusätzlich erschwert habe.

„Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, gegen eine Ballmaschine zu spielen, und ich wurde zunehmend extrem frustriert“, sagte Vacherot nach dem Match.

Im zweiten Satz änderte sich das Bild. Der Spieler aus Monaco nahm seinem Gegner zum 3:1 den Aufschlag ab und behauptete diesen Vorsprung. Als er bei 5:3 zum Satzgewinn servierte, wehrte er zudem zwei Breakbälle ab.

Auch im entscheidenden dritten Satz spielte Vacherot weiter stark und schaffte früh ein weiteres Break. Lehecka hatte zwar Chancen, die Partie noch komplizierter zu machen, doch der Monegasse verteidigte seine Führung und vollendete nach einer Stunde und 54 Minuten die Wende.

„Bei 2:1 habe ich ein gutes Spiel gespielt und das Break geschafft. Von da an war es ein völlig anderes Match“, erklärte Vacherot.

Besonders zufrieden war der 27-Jährige mit seiner Leistung im zweiten und dritten Satz – auch mit Blick auf den schwierigen Beginn.

„Letztlich habe ich einen wirklich soliden zweiten und dritten Satz gespielt. Ich habe im richtigen Moment sehr gute Schläge gemacht. Manchmal geht es nicht darum, ein ganzes Match lang perfekt zu spielen, sondern dann gut zu sein, wenn es darauf ankommt“, sagte der Monegasse.

Für Lehecka war es eine weitere enttäuschende Niederlage in einem ATP-Finale. Der Tscheche kommt nun auf zwei Titel aus neun Endspielen. Bei ATP-500-Turnieren hat er dagegen alle drei Finals verloren.

Während der Siegerehrung fand Vacherot auch lobende Worte für seinen Gegner. Er zeigte sich überzeugt, dass der 24-Jährige noch viele weitere Chancen auf Titelgewinne bekommen werde.

Vacherots Aufstieg in der ATP-Rangliste

Der Titel in Basel ist ein weiterer wichtiger Erfolg für einen Spieler, dessen Karriere sich in den vergangenen 13 Monaten grundlegend verändert hat. Im Oktober 2025 überraschte Vacherot die Tenniswelt mit seinem Sieg beim Masters-Turnier in Shanghai, nachdem er dort in der Qualifikation gestartet war.

Damals stand der Monegasse außerhalb der Top 200 der Weltrangliste. Nur wenige hatten erwartet, dass er bei einem der prestigeträchtigsten Turniere im ATP-Kalender um den Titel kämpfen würde.

Auf dem Weg zum Triumph in Shanghai bezwang Vacherot mehrere etablierte Spieler. Im Finale setzte er sich gegen seinen Cousin Arthur Rinderknech durch. Das Turnier bescherte ihm seinen ersten ATP-Titel und ließ ihn in der Weltrangliste deutlich klettern.

Vor seinem Erfolg in Basel hatte Vacherot auf der ATP-Tour keinen weiteren Titel gewonnen. Dennoch stellte er sich regelmäßig einigen der besten Spieler der Welt und etablierte sich nach und nach unter den führenden Namen der Tour.

Auch sein jüngster Triumph war kein Selbstläufer. In der ersten Runde besiegte der 27-Jährige Mariano Navone, ehe er den jungen Spanier Rafael Jodar in drei Sätzen bezwang.

Im Viertelfinale setzte er sich gegen Holger Rune durch. Im Halbfinale zeigte Vacherot gegen den US-amerikanischen Topspieler Taylor Fritz erneut eine starke Leistung. Der Monegasse gewann mit 7:6(5), 6:3 und zog damit in das Endspiel am Sonntag ein.

Durch seinen Triumph wurde Vacherot außerdem zum ersten Spieler aus Monaco, der das Turnier in Basel gewinnen konnte. Interessanterweise gehört er nun neben Roger Federer und Novak Djokovic zu den Spielern, die sowohl in Shanghai als auch in Basel den Titel geholt haben.

Der Erfolg brachte Vacherot auch in der ATP-Rangliste weiter nach vorn. Nachdem er das Turnier als Nummer 31 der Welt begonnen hatte, rückte der 27-Jährige auf Platz 27 vor und kehrte damit in die Top 30 zurück.

Als Nächstes richtet Vacherot seinen Blick auf das Masters-Turnier in Paris. Dort soll er in der ersten Runde auf den 39-jährigen serbischen Routinier Djokovic treffen. Der ehemalige Weltranglistenerste stellt die nächste große Herausforderung für den Monegassen dar, der seine erfolgreiche Schlussphase der Saison fortsetzen möchte.

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