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Fünf Rennwochenenden vor dem Saisonende könnte die Ausgangslage kaum spannender sein. Der Spanier Jorge Martin (Aprilia) führt die WM-Wertung mit 355 Punkten an, lediglich zwei Zähler vor seinem Landsmann Marc Marquez (Ducati). Marco Bezzecchi, Teamkollege von Martin, folgt mit 46 Punkten Rückstand auf Platz 3. Nach seinem überlegenen Sieg vor zwei Wochen in Indonesien darf sich auch der Italiener noch Hoffnungen auf den Titel machen.
Während Martin den zweiten WM-Triumph nach 2024 anstrebt, kämpft Marquez um seinen achten Titel in der Königsklasse. Der 33-jährige Spanier, der im vergangenen Jahr nach einer langen Durststrecke wieder MotoGP-Weltmeister geworden war, zeigte sich zuletzt voll des Lobes für seinen Konkurrenten. Martin sei «ein sehr talentierter Fahrer, ein echtes Wunderkind» und einer jener Konkurrenten, die ihn am meisten beeindruckt hätten, sagte Marquez in Indonesien.
Vor dem Rennwochenende in Australien schlug Marquez allerdings andere Töne an. «Wenn du schnell bist, brauchst du keine Teamorder», stichelte der Ducati-Fahrer in Richtung Martin. Anders als sein Rivale, dessen Teamkollege Bezzecchi ebenfalls um den Titel kämpft, muss Marquez intern keine Konkurrenz fürchten. Sein italienischer Teamkollege Francesco Bagnaia, der zudem auf die kommende Saison hin zu Aprilia wechselt, ist mit 166 Punkten lediglich WM-Neunter.
Bezzecchi machte am Donnerstag deutlich, dass es bislang keine Stallorder bei Aprilia gebe. «Im Moment wurde noch nichts gesagt», erklärte der Italiener. Damit bleibt offen, ob und wann das Team im engen Titelkampf zugunsten von Martin eingreifen könnte.
Für zusätzliche Emotionen sorgt der Austragungsort. Auf Phillip Island, einer der beliebtesten Strecken im MotoGP-Kalender, findet am Wochenende zum letzten Mal ein Grand Prix statt. Der Kurs an der australischen Südküste gilt mit seinen schnellen, flüssigen Kurven und der spektakulären Lage am Meer als besonders reizvoll. Gefürchtet sind allerdings die teilweise heftigen Windböen.
«Einerseits wird es für alle wunderschön, andererseits unglaublich traurig», sagte der spanische KTM-Fahrer Pedro Acosta zum bevorstehenden Abschied.