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Der ehemalige Geschäftsführer und Teamchef von Red Bull Racing kann seine Entlassung auch nach mehr als einem Jahr nicht verstehen.
27. 10. 2026, 08:26 Uhr Lesedauer: 1 Minute
Red Bull Racing hat in der Formel 1 die Trendwende geschafft. Nach einem schwachen Saisonstart kämpfte sich der britisch-österreichische Rennstall im weiteren Verlauf des Jahres sukzessive aus dem Mittelfeld wieder in Richtung Spitze der Rennserie nach vorn. Belohnt wurden Teamchef Laurent Mekies und Co. mit zwei Siegen in Malaysia und Singapur. Beim Grand Prix der USA in Austin am vergangenen Sonntag belegte Superstar Max Verstappen hinter WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes und Ferrari-Pilot Charles Leclerc immerhin den dritten Rang.
Abseits der Rennstrecke macht der ehemalige Geschäftsführer und Teamchef der Bullen, Christian Horner, weiterhin mit fragwürdigen Aussagen auf sich aufmerksam. Der 52-jährige Brite musste das Topteam im Juli des Vorjahres nach teaminternen Querelen und einer sportlichen Talfahrt verlassen. Verständnis für die Entscheidung der Konzernleitung hat Horner auch mehr als ein Jahr nach seinem Aus bei den Bullen nicht. „Ich glaube, man hatte das Gefühl, dass ich zu viel Kontrolle in meinen Händen hielt. Einen Grund hat man mir nicht wirklich mitgeteilt“, meint Horner in einem Interview mit der britischen Tageszeitung „The Guardian“.
Laut Horner sei der Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz Ende 2022 der Auslöser für das Aus von Horner im Formel-1-Projekt des Salzburger Energydrinkherstellers gewesen. Sein angespanntes Verhältnis zum Verstappen-Clan habe nichts mit seiner Entlassung zu tun gehabt. „Nein, das war eine Entscheidung von Red Bull. Nach dem Tod von Dietrich haben sich dort Dinge in der Führungsebene verändert“, sagt Horner. Der einstige Leitbulle suchte die Nähe zu Chalerm Yoovidhya, dem thailändischen Mehrheitseigentümer von Red Bull, und versuchte so, nach dem Ableben von Mateschitz noch mehr Macht an sich zu reißen. Als Horner die Unterstützung der Thailänder verlor, war der Weg für einen Neustart bei den Bullen ohne den langjährigen Geschäftsführer und Teamchef frei.
Bild: SN/GEPA pictures/ XPB Images/ Coates
Christian Horner und Chalerm Yoovidhya.
Obwohl aufgrund interner Untersuchungen gegen Horner bereits seit Anfang 2025 immer wieder über eine Ablöse Horners spekuliert worden war, habe Horner nach eigenen Angaben massiv unter der Entscheidung der Konzernspitze gelitten. „Das so zu beenden fühlte sich wirklich brutal und traurig an. Es war schmerzhaft. Ich konnte das für einen Monat lang gar nicht wirklich verarbeiten.“ Der erste Teamchef in der Geschichte der Bullen habe sich anschließend auf das Wohlbefinden seiner Tochter Olivia konzentriert, deren Mutter einer Krebserkrankung erlag.
Seit seinem Aus bei den Bullen arbeitet Horner an einer Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports. Am liebsten würde es der 52-Jährige seinem persönlichen Rivalen und Mercedes-Teamchef Toto Wolff gleichtun und als Miteigentümer eines Rennstalls wieder in der Formel 1 auftauchen. Bislang hagelte es für Horner diesbezüglich aber Absagen von mehreren Teams. Zusätzlich brachte sich Horner selbst als möglicher Ferrari-Teamchef ins Gespräch. Der italienische Traditionsrennstall dementierte, an Horner interessiert zu sein.