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Für Kimi Antonelli stellt sich nur noch die Frage nach der Getränkewahl

Mit seinem Sieg in Austin bewies Kimi Antonelli einmal mehr seine mentale Stärke. Der Italiener wird sich wohl in einer Woche zum neuen Weltmeister küren. Die Getränke sind bereits kaltgestellt.

© IMAGO/Eric Alonso
War in Austin nicht zu schlagen: Kimi Antonelli

Am angenehmsten sind wohl jene Rennsiege, die sich bereits vom ersten Kilometer eines Rennwochenendes an andeuten. Bestzeiten in den ersten Trainingssessions, Pole Position im Qualifying und ein ungefährdeter Erfolg im Grand Prix – am besten noch ohne Führungswechsel und mit der schnellsten Rennrunde im Gepäck. Doch viel beeindruckender sind die ganz anderen Siegesfahrten, jene, die sich überhaupt nicht andeuten. Genau so einen feierte Kimi Antonelli im US-amerikanischen Austin. Nach den Trainings alles andere als Favorit schnappte sich der junge Italiener im Qualifying völlig überraschend die Pole Position und fuhr der Konkurrenz auch im Rennen davon.

Während nahezu alle Kontrahenten auf der Strecke in irgendeinem Stint Probleme mit der Reifenwahl oder der Performance des Autos hatten, präsentierte sich der 20-Jährige an der Spitze einfach nur weltmeisterlich. Oder wie es Teamchef Toto Wolff zusammenfasste: „Es war die Fahrt eines Champions, der noch kein Champion ist.“ Denn: Die Krönung blieb dem Mercedes-Youngster noch verwehrt, verhinderten Lewis Hamilton auf Platz vier und George Russell als Achter den frühzeitigen WM-Sieg. Doch auf dem Stockerl überstrahlte Antonelli neben dem Zweiten Charles Leclerc und Red-Bull-Star Max Verstappen alle – und er freute sich innerlich vielleicht auch ein wenig, dass der Titelgewinn noch nicht in den USA fixiert wurde. In den Staaten ist Alkoholkonsum unter 21 Jahren strikt verboten, weshalb Antonelli seinen WM-Titel in Austin mit Rosenwasser hätte feiern müssen.

Die Getränke sind bereits kaltgestellt

Ganz anders präsentiert sich die Ausgangslage in jeder Hinsicht beim kommenden Rennen in Mexiko. Fährt Antonelli auf Rang neun, muss die Rechenmaschine gar nicht erst angeworfen werden. Der jüngste Champion aller Zeiten wäre fix, der Ausnahmezustand in der italienischen Heimat ebenso. „Am schönsten wäre es natürlich, es mit Stil zu beenden“, hielt der WM-Führende fest. Stil bedeute in diesem Zusammenhang natürlich ein Sieg, der ihm nach der bärenstarken Vorstellung auf dem Circuit of the Americas natürlich auch zuzutrauen ist. „Das war sicher eines der besten Rennwochenenden in meiner Karriere, da wir uns immer gesteigert haben. Wir hatten auch die beste Strategie und diesen Erfolg hat sich das ganze Team verdient.“

Mit seinem achten Grand-Prix-Sieg ist endgültig der letzte Druck abgefallen, das weiß auch Antonelli. In den nächsten Tagen bis zum Großen Preis von Mexiko am Sonntag will er nichts an seiner Herangehensweise verändern, „die restliche Saison möchte ich von nun an aber einfach genießen.“ Genuss ist auch das Stichwort, das sein Teamchef Wolff nach der Erfolgsfahrt aufgriff. „Er muss in Mexiko nur durchfahren, dann gibt es Tequila. Wenn nicht, fährt er in Brasilien durch, dann gibt es Caipirinha“, prophezeit der Österreicher, seinerseits auch nicht unbekannt für die ein oder andere Siegesfeier. Es ist nur schwer vorstellbar, dass sich Antonelli die große Chance auf den Straßen Mexiko-Citys nehmen lässt. Bereits in Austin bewies er mit dem Rennsieg, dass ihn der mediale Druck rund um den ersten italienischen Formel-1-WM-Titel seit 1953 nicht aus der Bahn werfen kann. „Natürlich war es ein Trubel, aber ich habe ein großartiges Team um mich, das mir hilft, entspannt zu bleiben.“

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