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Umstrittenes MotoGP-Rennen in Katar: Yamaha verweigert Teilnahme

Die Sicherheitsbedenken im Nahen Osten spitzen sich zu - Yamaha sagt den Start in Katar offiziell ab - Die MotoGP reagiert mit Unverständnis auf den Boykott

Umstrittenes MotoGP-Rennen in Katar: Yamaha verweigert Teilnahme

Der Grand Prix von Katar soll am kommenden Wochenende vom 6. bis 8. November plangemäß stattfinden. In den vergangenen Tagen gab es im MotoGP-Paddock unzählige Diskussionen darüber, ob dieses Rennen angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten über die Bühne gehen kann.

Das Rennen am kommenden Sonntag war ursprünglich für Mitte April angesetzt, wurde jedoch nach dem Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite verschoben.

Obwohl die Feindseligkeiten im Vergleich zu den ersten Monaten des Konflikts nachgelassen haben, bleibt die Instabilität in der gesamten Region ein ständiger Unsicherheitsfaktor.

Zudem lassen sich erneute Angriffe in den kommenden Tagen nicht ausschließen - insbesondere vor dem Hintergrund der Verwicklung von US-Präsident Donald Trump, der sich an diesem Dienstag den Zwischenwahlen stellen muss.

Die MotoGP-Fahrer übermittelten an diesem Wochenende in Malaysia der MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG) ein Dokument mit fünf Bedingungen, die der Promoter erfüllen müsste, um ihre Teilnahme zu gewährleisten.

Dazu gehörten ein Evakuierungsplan für das gesamte Paddock-Personal sowie eine Lebens-, Rückhol- und Krankenversicherung, um im Falle einer Eskalation der Krise für alle Eventualitäten abgesichert zu sein

Am Sonntagvormittag trafen sich in Sepang um 11:00 Uhr die Teamchefs mit Carmelo und Carlos Ezpeleta, dem CEO beziehungsweise stellvertretenden Geschäftsführer der MotoGP SEG.

Während dieser Sitzung lag der Schwerpunkt der Botschaft an die Teams erneut auf deren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Weltmeisterschaft. Die MotoGP teilte daraufhin in einer Stellungnahme Folgendes mit:

"Heute Morgen traf sich das MotoGP-Management mit den Teams, um die neuesten Informationen sowie Zusicherungen des Staates Katar, des Lusail International Circuit, der zuständigen Botschaften und unabhängiger Experten zu prüfen."

"Diese internen und externen Bewertungen fließen weiterhin in unsere fortlaufende Risikobeurteilung und Entscheidungsfindung ein. Wir werden die Entwicklungen weiterhin genau beobachten."

"Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit allen relevanten Behörden und Beteiligten. Entscheidungen dieser Tragweite müssen auf den aktuellsten Fakten, den Empfehlungen offizieller Stellen und fundierten Beurteilungen basieren, die zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegen. Sollte sich diese Einschätzung ändern, werden wir entsprechend handeln."

Yamaha sagt Teilnahme in Katar ab

Sonntagnachmittag traf Yamaha eine Entscheidung. Die japanische Marke wird nicht nach Katar reisen. Das Werksteam und das Satellitenteam Pramac werden am kommenden Wochenende nicht an den Start gehen.

In der Stellungnahme von Yamaha heißt es: "Nach einer aktuellen Neubewertung der Lage im Nahen Osten sieht Yamaha keine ausreichende Grundlage, um die bestehenden unternehmensweiten Reisebeschränkungen anzupassen."

"Infolgedessen hat Yamaha die MotoGP-Gruppe darüber in Kenntnis gesetzt, nicht am Großen Preis von Katar 2026 teilzunehmen."

"Diese Entscheidung spiegelt Yamahas Beurteilung der gegenwärtig verfügbaren Informationen wider und erfolgt unabhängig von den Maßnahmen, die von der MotoGP-Gruppe sowie dem Veranstalter vor Ort ergriffen wurden."

"Yamaha bekennt sich weiterhin voll zur MotoGP und freut sich darauf, beim Grand Prix von Portugal wieder an den Start zu gehen." Ende November stehen noch die Rennen in Portimao und Valencia im Kalender.

MotoGP SEG kommentiert die Yamaha-Entscheidung

Unmittelbar nachdem Yamaha die Entscheidung offiziell bekannt gegeben hatte, verschickte die MotoGP SEG ebenfalls eine Stellungnahme. Man "bedaure" die Entscheidung von Yamaha.

"Zwar erkennen wir an, dass das Team einer übergeordneten Unternehmensrichtlinie unterliegt, die Reisen in den Nahen Osten einschränkt, dennoch sind wir der Ansicht, dass dieser Entschluss den umfassenden Zusicherungen, die allen Beteiligten der Weltmeisterschaft gegeben wurden, nicht gerecht wird", heißt es von MotoGP SEG.

"Nach Rücksprache mit dem Staat Katar, dem Lusail International Circuit, unabhängigen Sicherheitsberatern sowie auf Basis des fortlaufenden Risikobewertungsprozesses der MotoGP liegen der MotoGP keinerlei Informationen vor, die eine Änderung der aktuellen Planungen für die Veranstaltung rechtfertigen würden."

"Wir haben diesen Standpunkt gemeinsam mit den neuesten verfügbaren Informationen heute allen Herstellern und Teams mitgeteilt und begrüßen die Bestätigung des restlichen Starterfeldes, in Katar an den Start zu gehen. Wir danken ihnen für dieses Bekenntnis."

"Neben den vertraglichen Auswirkungen, die Yamahas Entscheidung auf die Vereinbarungen mit der MotoGP und der IRTA hat, zieht das Fernbleiben von Yamaha auch sportliche Konsequenzen nach sich, die vom Motorrad-Weltverband FIM gemäß dem Reglement der Weltmeisterschaft behandelt werden."

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