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Harriet Dart hat in Guangzhou als Qualifikantin ihren ersten Titel auf der WTA-Tour gewonnen. Die 30-jährige Britin besiegte Lilli Tagger mit 4:6, 6:3 und 6:4. Der Erfolg hebt sie in der Weltrangliste um 32 Positionen von Platz 115 auf Rang 83.
Der entscheidende Fortschritt liegt nicht allein im Sprung zurück unter die besten Hundert. Dart hat eine Turnierwoche erstmals bis zum Titel abgeschlossen und dabei auch im Finale einen Rückstand überwunden. Für die Bewertung ist das aussagekräftiger als die bloße Zahl der gewonnenen Ranglistenplätze. Die neue Position bildet den Erfolg ab, während das Endspiel zeigt, welche Widerstände sie auf dem Weg dorthin bewältigen musste.
Dart ließ bei 5:3 im Entscheidungssatz zwei Matchbälle aus, brachte den Sieg anschließend aber über die Ziellinie. „Ich werde versuchen, nicht zu emotional zu werden“, sagte sie bei der Siegerehrung. Tagger, 18 Jahre alt und Weltranglisten-53., hatte ihren zweiten WTA-Titel angestrebt.
Gerade der erneute Anlauf zum Abschluss verleiht dem Ergebnis Gewicht. Vergebene Matchbälle können eine bis dahin erarbeitete Führung plötzlich unsicher erscheinen lassen. Dart musste nach diesen Chancen noch einmal spielen, statt sich auf die Nähe zum Ziel verlassen zu können. Dass sie das Endspiel trotzdem gewann, macht aus dem Finaleinzug einen anderen Erfahrungswert. Sie weiß nun auch aus einer solchen Situation heraus, dass ein erster Titel nicht im ersten günstigen Moment entschieden werden muss.
An Tagger gerichtet sagte Dart: „Ich habe keinen Zweifel, dass du noch sehr viele weitere Titel gewinnen wirst.“ Sie dankte außerdem ihrem Team und ihrer Familie. Ihre neue Platzierung liegt nur noch 13 Positionen hinter ihrem bisherigen Karrierehöchststand.
Der Blick auf die jüngere Finalistin zeigt auch, wie unterschiedlich ein gemeinsames Endspiel für zwei Karrieren wirken kann. Dart verlässt Guangzhou mit einem erstmals erreichten Ziel; Tagger mit einer weiteren Titelchance, die nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Aus dem Altersunterschied folgt jedoch keine sichere Prognose für die nächsten Turniere. Für die Britin zählt zunächst, dass sie den eigenen Weg mit einem vollständigen Erfolg bestätigen konnte. Die Aufgabe danach wird sein, diese Leistung nicht als Verpflichtung zu sofortigen Wiederholungen zu behandeln. Ein erster Titel schafft eine konkrete Grundlage für Selbstvertrauen. Er nimmt die nächste Partie nicht vorweg, verändert aber, mit welcher Erfahrung Dart in sie hineingehen kann.