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Nach dem Reifen-Ärger in Austin muss Verstappen beim Mexiko-GP eine Trainingsstunde abgeben. Ausgerechnet jetzt braucht Red Bull dringend Antworten.
Erst der Ärger über die Reifenstrategie, jetzt muss Max Verstappen auch noch seinen Red Bull abgeben. Beim Großen Preis von Mexiko sitzt der vierfache Weltmeister am Freitag im ersten freien Training nicht im Cockpit. Stattdessen übernimmt Nachwuchsfahrer Ayumu Iwasa.
Für Verstappen kommt die Zwangspause zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Nach dem Strategie-Fehler von Austin braucht Red Bull dringend Antworten auf seine Reifenprobleme.
Der Ärger begann beim US-Grand-Prix in Austin. Verstappen kämpfte um die Spitzenplätze, doch beim ersten Boxenstopp montierte Red Bull erneut weiche Reifen. Ausgerechnet jene Mischung, die sich später als Problem erweisen sollte.
Der Niederländer hatte mit einer anderen Entscheidung gerechnet. Über den Boxenfunk wurde seine Unzufriedenheit mit der Reifenwahl deutlich. Nach Platz drei hinter Mercedes-Sieger Kimi Antonelli und Ferrari-Pilot Charles Leclerc legte er im Interview mit Viaplay nach: "Das war so nicht abgesprochen."
Der Grund für den Frust: Red Bull setzte auf zwei Rennabschnitte mit weichen Reifen und wechselte erst für den letzten Teil auf die mittlere Mischung. Doch die weichen Reifen verloren deutlich schneller an Leistung als erwartet. Verstappen konnte Leclerc im Kampf um Platz zwei nicht mehr abfangen.
Teamchef Laurent Mekies bestätigte anschließend, dass die zweite Phase auf weichen Reifen ursprünglich nicht vorgesehen war. "Leider hatten wir während dieses zweiten Stints ziemlich starken Reifenverschleiß", erklärte der Franzose laut GPblog.
Ob eine andere Strategie Verstappen Platz zwei gebracht hätte, wollte Mekies nicht ausschließen. Eines stellte er allerdings klar: Sieger Antonelli war an diesem Tag schneller.
Und nun Mexiko. Ausgerechnet bei der nächsten Gelegenheit, die Reifenprobleme auf der Strecke zu untersuchen, fehlt Verstappen im ersten Training.
Der Grund ist allerdings kein Denkzettel für seine Kritik. Die Formel 1 schreibt den Teams Einsätze für Nachwuchsfahrer vor. Red Bull erfüllt diese Vorgabe mit dem Japaner Ayumu Iwasa, der bereits in Monza Verstappens Auto übernehmen durfte.
Erst im zweiten freien Training darf der Niederländer wieder selbst ans Steuer.
Zusätzliche Arbeit wartet durch die Reifenwahl von Pirelli. In Mexiko stehen die Mischungen C3, C4 und C5 zur Verfügung. Red Bull muss herausfinden, wie lange die Reifen unter den dortigen Bedingungen ihre Leistung halten und welche Strategie sich für das Rennen eignet.
Verstappen fehlen dafür am Freitag die ersten 60 Minuten im Auto. Während Iwasa die Auftaktrunden absolviert, muss der Weltmeister auf die Daten seines Nachwuchskollegen zurückgreifen. Erst danach kann er die Abstimmung selbst überprüfen.
Während Verstappen mit Red Bull nach der richtigen Reifenstrategie sucht, steht Kimi Antonelli unmittelbar vor seinem ersten WM-Titel. Nach seinem neunten Saisonsieg in Austin führt der 20-jährige Mercedes-Pilot mit 365 Punkten vor George Russell (242) und Lewis Hamilton (241). Schon Platz neun in Mexiko reicht Antonelli zum Titel, unabhängig vom Ergebnis seiner Verfolger. Selbst ohne Punkte könnte er Weltmeister werden, sofern weder Russell noch Hamilton gewinnt.
Nach Mexiko bleiben nur noch vier Rennen mit maximal 100 Punkten. Holt Antonelli den Titel am Sonntag, wäre er mit 20 Jahren und 68 Tagen der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte – und würde Sebastian Vettels Rekord von 23 Jahren und 134 Tagen deutlich unterbieten.