Zurück
Der frühere Bundestrainer Julian Nagelsmann ist nach seinem Aus beim DFB weiter ohne neuen Job. Stefan Effenberg hat eine klare Meinung dazu, wo der 39-Jährige als Nächstes nicht arbeiten sollte - in Deutschland.
In seiner Kolumne bei t-online kam der ehemalige Nationalspieler auf die Gerüchte um Nagelsmann und den schwer angeschlagenen englischen Rekordmeister Manchester United zu sprechen. Dort steht Cheftrainer Michael Carrick in der Kritik und gemäß Sky zählt Nagelsmann weiterhin zu den Kandidaten auf dessen Nachfolge.
Effenberg schrieb dazu: "Ganz gleich, ob Nagelsmann sich für United entscheidet oder nicht: Ich würde ihm dringend dazu raten, für seine nächste Aufgabe ins Ausland zu gehen. Einen neuen Trainerjob in Deutschland halte ich bei ihm derzeit nicht für sinnvoll." Es gebe eine ganze Reihe positiver Beispiele, an denen sich Nagelsmann orientieren sollte: "Nagelsmann sollte den Weg einschlagen, den vor ihm schon Trainer wie Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Hansi Flick oder Fabian Hürzeler gegangen sind, und sich der deutschen Öffentlichkeit für eine Weile bestmöglich entziehen."
Nagelsmann und der DFB trennten sich nach der verkorksten Weltmeisterschaft der deutschen Nationalmannschaft in den USA, Kanada und Mexiko vorzeitig. Zuvor hatte der einst beliebte Trainer beim Anhang durch diverse diskutable Entscheidungen ordentlich an Kredit eingebüßt.
In den vergangenen Wochen hielten sich hartnäckig Spekulationen, Nagelsmanns Ex-Klub RB Leipzig könnte eine Wiedervereinigung anstreben, sollte das Experiment mit dem aktuellen Coach Martin Demichelis in die Hose gehen. Allerdings gab es von den RB-Verantwortlichen öffentlich bislang stets Rückendeckung für den Argentinier. Nagelsmann trainierte die Sachsen von 2019 bis 2021, ehe er zum FC Bayern wechselte. Nach der Entlassung dort im Frühjahr 2023 heuerte er im Herbst jenen Jahres beim DFB an.
Vor einigen Wochen hatte sich auch der frühere Europameister und Ex-DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zu Nagelsmanns Zukunft geäußert und auch er hatte diesem Ratschläge erteilt. Unter anderem plädierte Sammer dafür, dass sich Nagelsmann mit einem "Fußballweisen" austauscht. Dabei nannte er neben Lothar Matthäus und Dietmar Hamann eben auch den Namen Effenbergs.
Mehr oder weniger deutlich legte Sammer Nagelsmann auch nahe, in seinem Umfeld aufzuräumen: "Wenn ich in einer verantwortlichen Position wäre und mich damit auseinandersetzen müsste, dass ich einen Trainer brauche, würde ich mich intensiv mit ihm beschäftigen. Aber mit keinem anderen von ihm drumherum. Nur mit ihm."
Während Nagelsmann also aktuell weiter ohne neuen Job ist, sieht das bei seinem ehemaligen Assistenten Sandro Wagner anders aus. Nach dem gescheiterten Engagement beim FC Augsburg in der Vorsaison ist er mittlerweile bei Hannover 96 in der zweiten Liga gelandet. Nach einem miserablen Start mit drei Niederlagen in den ersten vier Pflichtspielen fuhren die Niedersachsen am Wochenende immerhin den ersten Sieg unter ihrem neuen Coach ein (2:1 gegen Dynamo Dresden).
Effenberg hätte den Ex-Stürmer trotzdem auch lieber im Ausland gesehen: "Nach seinem Scheitern beim FC Augsburg und der schwierigen Phase bei Hannover 96 weiß er das mittlerweile vielleicht auch selbst. Natürlich wünsche ich ihm Glück, aber: So wie sich dort alles auf Wagner und seine Person konzentriert, auch wenn er sich gerade deshalb schon merklich zurückhaltender äußert – das kann nur in die Hose gehen."