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Pierre Gasly erhielt seit dem Madrid-GP rund 13.000 Morddrohungen. Wie FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem bei The Drive erklärte, will der Verband nun drastisch gegen Täter vorgehen.
Der Automobil-Weltverband will im Kampf gegen digitalen Hass härtere Sanktionen durchsetzen und kündigt an, Urheber von Anfeindungen auch im Falle einer anonymen Veröffentlichung mithilfe künstlicher Intelligenz zu identifizieren.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sagte: "Wenn diese Drohungen von einem Fan kommen, fliegt er raus. Wenn sie von einem Mitglied der Medien kommen, fliegt er raus. Dafür haben wir die Mittel. Und wenn sich die Hater anonym im Internet verstecken, werden wir sie mithilfe von KI enttarnen."
Hintergrund ist ein teaminternes Duell auf der Rennstrecke beim Großen Preis von Spanien am 13. September. Auf dem Kurs in Madrid lag der 30-jährige Gasly vor seinem Kollegen Franco Colapinto. Obwohl der 23-jährige Argentinier mit einer höheren Geschwindigkeit unterwegs war und über Funk die Freigabe der Position anforderte, lehnte der Franzose ab und beharrte auf der Fortsetzung seines eigenen Rennplans.
Dies löste im Netz eine Welle der Empörung aus, die insbesondere von argentinischen Anhängern ausging. Die Intensität der Reaktionen erreichte ein Ausmaß, das den Piloten selbst zu einem Statement veranlasste: "Ich weiß, dass ich als Spitzensportler in der Öffentlichkeit stehe. So war es schon immer. Aber die aktuellen Drohungen und Angriffe übersteigen jedes Maß. Vor allem, wenn sie sich gegen Mitglieder meiner Familie, meine Freundin oder andere Personen aus meinem Umfeld richten. Das ist völlig inakzeptabel."
Alpine-Verantwortlicher Flavio Briatore kündigte als Konsequenz an, argentinischen Medienvertretern künftig keine Interviews mehr zu geben. Colapinto wiederum appellierte an seine Fans, die Bedrohungen gegen den Teamkollegen einzustellen.
Ein Verhalten, das für Ben Sulayem als Maßstab für das gesamte Fahrerfeld dienen sollte: "Die Fahrer haben Fans. Und die Fahrer können sagen, dass sie diese Fans nicht wollen, wenn sie Drohungen gegen andere Piloten ausstoßen."
Welche gravierenden Folgen solche Angriffe für das Umfeld bereits hatten, belegte der FIA-Präsident mit einem Vorfall aus der jüngeren Vergangenheit: "Wir hatten eine Rennkommissarin, der damit gedroht wurde, dass man sie vergewaltigt und umbringt. Das war es ihr am Ende nicht wert und sie ist gegangen."