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Trainer Adi Hütter will bei Eintracht Frankfurt junge Spieler fördern und nach vorn bringen. Elias Baum nutzt diese große Chance mehr und mehr.
Frankfurt – Wenn es um die großen Gewinner der vergangenen neun Tage bei Eintracht Frankfurt geht, gehört Elias Baum definitiv dazu. Beim 0:1 in Dortmund setzte Trainer Adi Hütter den 21-Jährigen erstmals als Linksverteidiger ein. Baum überzeugte mit einem konzentrierten und zweikampfstarken Auftritt. In den beiden darauffolgenden Partien gegen den Hamburger SV – in der Bundesliga und im DFB-Pokal – spielte er sogar innerhalb der jeweiligen 90 Minuten auf beiden Außenverteidigerpositionen.
Beim 3:1-Erfolg im Pokal in Hamburg begann Baum auf der linken Seite und rückte nach der Auswechslung des gelb-rot-gefährdeten Nnamdi Collins auf seine angestammte rechte Position. Beim 3:1-Heimsieg in der Liga war es umgekehrt: Baum startete rechts und übernahm im zweiten Durchgang nach der Einwechslung von Keita Kosugi die linke Abwehrseite. Von den Positionswechseln ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen.
„So schwierig sind diese Wechsel gar nicht. Auf der linken Seite habe ich aber den Vorteil, dass ich mit dem rechten Fuß sehr oft die Mitte anspielen kann“, erklärte der 21-Jährige. Im 4-2-3-1-System hat er mit Ritsu Doan auf der rechten und Fares Chaïbi auf der linken Seite zwei laufstarke Mitspieler vor sich, die ihn auch in der Defensivarbeit unterstützen. Baum selbst ist ebenfalls ständig in Bewegung: Mit 12,5 gelaufenen Kilometern gegen den HSV war er der laufstärkste Eintracht-Spieler.
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Genau diese Physis verlangt Hütter von seinen Außenverteidigern. Sie sollen in der Defensive für Stabilität sorgen und sich zugleich immer wieder offensiv einschalten. Auffällig ist dabei auch das zunehmend gute Zusammenspiel mit Lilian Brassier. Der Innenverteidiger und Baum stimmen sich beim Pressing immer besser ab. Wenn Baum den gegnerischen Außenverteidiger attackiert, übernimmt Brassier den gegnerischen Flügelspieler. Diese Abstimmung funktionierte zuletzt immer zuverlässiger.
Dass Baum wenige Monate zuvor noch vor einer ungewissen Zukunft stand, ist inzwischen fast in Vergessenheit geraten. Die vergangene Spielzeit verlief für das Frankfurter Eigengewächs äußerst unglücklich. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Hinzu kam die permanente Unruhe im Klub mit drei verschiedenen Trainern, unter denen er nur schwer seinen Platz finden konnte. Der Frust war entsprechend groß. Der Hamburger SV bemühte sich intensiv um das bis 2028 gebundenen Eintracht-Eigengewächs.
Hütter machte diesen Überlegungen jedoch schon früh in der Vorbereitung einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Trainingslager in Grassau stellte der Österreicher klar, künftig auf Baum setzen zu wollen. Und er hielt Wort: Der 21-Jährige kam in allen zehn Pflichtspielen zum Einsatz und stand dabei 675 von insgesamt 900 möglichen Minuten auf dem Platz. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Trainer jungen Spielern tatsächlich Chancen eröffnet – und sie diese auch nutzen können.
Zudem holte Ex-Sportvorstand Markus Krösche keinen weiteren erfahrenen Akteur für die Außenverteidigerpositionen. Es zeigte das große Vertrauen der Verantwortlichen in die Qualitäten des U21‑Nationalspielers. Und er hat sich nach einem etwas holprigen Start zügig an Tempo und Körperlichkeit in der Bundesliga gewöhnt.
Baum hat sich seinen aktuellen Stellenwert hart erarbeitet. Seit der U11 trägt er das Eintracht-Trikot und hat sich Schritt für Schritt bis zu den Profis vorgearbeitet. Geschenkt wurde ihm auf diesem Weg nichts. Inzwischen hat er seinen Rhythmus und damit auch die nötige Stabilität gefunden. Seine Vielseitigkeit ist ein zusätzlicher Trumpf.
In seiner aktuellen Verfassung hat Baum im Frankfurter Außenverteidigerquartett mit Nnamdi Collins, Timothy Chandler und Keita Kosugi beste Argumente, um weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen. Beim kommenden Duell in Paderborn kann Baum nun den nächsten Schritt machen – und zeigen, dass seine starken Auftritte keine Momentaufnahme sind.