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Dorothea Wierer mochte diesen Anstieg nicht, Denise Herrmann-Wick ist ihn dafür ziemlich gern gelaufen. Der Birxstieg beim Biathlon-Weltcup in Oberhof hat die Biathlon-Welt gespalten. Nun haben sich die Weltcup-Veranstalter in dem Thüringer Wintersportort entschieden, den "Birx" zu verändern.
"Der Birxstieg wird nur noch bis zur Hälfte hochgelaufen", erklärt Bernd Wernicke, Geschäftsführer der Oberhofer Sport und Event GmbH, im Interview mit SPORT IM OSTEN. Eine durchaus gravierende Änderung in der Streckenführung. Direkt nach der Stadionausfahrt und einer kurzen Abfahrt mussten die Sportler bisher auf einer Länge von 270 Metern und bei einer Steigung von bis zu 13 Prozent 41 Höhenmeter überwinden.
Bisher ein echter sportlicher Scharfrichter, der Norweger Endre Strömsheim sprach 2024 nach einem Training auf dem durch Tauwetter aufgeweichten "Birx" vom "schlimmsten Trainingstag aller Zeiten". Ex-Weltmeister Sven Fischer erklärte einmal zur anspruchsvollen Strecke in Oberhof vor der WM 2023: "Wer hier Weltmeisterin oder Weltmeister werden möchte, muss mit allen Wassern gewaschen sein."
Nun wird der "Birx", der zwar eigentlich "Birxsteig" heißt, aber als "Birxstieg" berühmt wurde, entschärft und zugleich für Zuschauer attraktiver. Denn die Biathlon-Fans sehen die Athleten jetzt beim Anstieg und in der Abfahrt, dafür wird die Strecke von neun auf 13 Meter verbreitert: "Der Birkstieg wird hochgelaufen bis zur Hälfte. Dort ist eine Wende, es erfolgt eine Abfahrt, dann geht es links die IBU-Schneise hoch. Das wird also jetzt der längere Anstieg sein auf der Strecke in Oberhof", erklärt Wernicke beim Forum Nordicum Mitte Oktober im tschechischen Nove Mesto.
Die Fans sehen die Biathleten also zweimal. Am höchsten Punkt des Anstiegs soll zudem Platz für Zuschauer geschaffen werden. "Es ist noch genügend Plätze für die Streckenbesucher", erklärt Wernicke. "Man hat auch eine riesengroße Fläche, wo man bis zu 1.000 Zuschauer hinbekommt, am Anstieg der IBU-Schneise und Ausfahrt IBU-Schneise." Zudem kündigte der OK-Chef eine zusätzliche Videoleinwand an der Hochwald-Abfahrt tief im Thüringer Wald und deutlich entfernt vom Stadion an.
Die Gründe für die Streckenänderung liegen übrigens nicht in den regelmäßigen Klagen der Biathleten: "Wir haben beobachtet, welche Streckenabschnitte sehr windanfällig sind. Wo sich Schnee schneller bis zum März abbaut. Und da haben wir zwei Schwerpunkte ausgemacht. Einmal den oberen Teil des Birxstiegs und einmal die Henkel-Schleife", erklärt Wernicke. Die nach Weltklasse-Athletin Andrea Henkel benannte und 2015 erstmals gelaufene Henkel-Schleife fliegt sogar ganz aus dem Streckenplan.
Der bei Sportlern durchaus umstrittene kurze und knackige Anstieg kurz vor der Zieleinfahrt solle jetzt Zuschauern zur Verfügung gestellt werden. Henkel selbst habe die Streichung übrigens gelassen aufgenommen. "Wer Andrea kennt, der weiß, dass sie da auch im Interesse des Sports denkt und nicht nach Namen", sagt Wernicke. Henkel selbst wird Anfang März sogar selbst vor Ort sein. Für den 3. März 2027 ist ein Legendenrennen geplant, an dem neben Henkel auch Simone Hauswald, Kati Wilhelm, Sabrina Buchholz, Christoph Stephan teilnehmen. Zudem hoffen die Veranstalter auf Michael "Ebs" Rösch. Für das als Staffelrennen im Biathlonstadion können sich sogar Fans als Teilnehmer bewerben.
Für die Fans kündigt Wernicke zudem eine weitere Neuerung und Premiere im Biathlon-Weltcup an. "Ein besonderes Highlight wird sein, dass wir im Veranstaltungsgelände für die Fans auch ein Riesenrad haben, wo sie oben aus dem Hüttendorf heraus bis ins Stadion blicken können." Riesenrad, neue Streckenführung und neuer Termin – es bleibt zu hoffen, dass der für Oberhof bekannte und berüchtigte Nebel diesmal ausbleibt.
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