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Endlich wieder ein Sieg in der Ferne: Eigentor leitet 1860‑Erfolg ein

Der TSV 1860 München setzt sich beim FC Eichstätt durch – dank Wind, nassem Rasen und einem Eigentor kurz nach dem Wiederanpfiff.

Eichstätt – Kürbisse am Straßenrand, buntes Herbstlaub, fieser Dauerregen. In der Regionalliga beginnt die mühsamste Zeit: tiefe Plätze, schwere Beine, dünner werdende Personaldecken. Für die Löwen kam die Fahrt nach Eichstätt in einer kritischen Phase. Nur zwei Siege aus den letzten fünf Spielen, die Derbypleite gegen Bayern II noch im Kopf: Über ihrem 15. Saisonspiel schwebte die Frage, ob sie ihn fernhalten könnten – den vertrauten weißblauen Herbstblues.

juubel ön über das 0:1  Damjan Dordan TSV 1860 München VfB Eichstätt TSV 1860 München Regionalliga Bayern Saison 2026 / 2027 Copyright by : sampics PhotographieBierbaumstrasse 681243 MünchenTEL.: ++49/89/82908620 , FAX : ++49/89/82908621 , E-mail : sampics@t-online.deBankverbindung : Hypovereinsbank München  Konto : 1640175229 , BLZ 70020270 IBAN : DE78700202701640175229   BIC HYVEDEMMXXXweitere Motive finden sie unter :  sampics.de
Sämtlichen Widrigkeiten getrotzt: Die Löwen holen drei Punkte in Eichstätt, einen auch von Wind und Wetter begünstigten Sieg. © Stefan Matzke/sampics

Es gelang – mit einem 2:0-Auswärtssieg der Kategorie „dreckig“. Eine Dressel-Ecke samt Unterstützung durch Gegner und Wetter brachte die Führung, Ortivero Calderon setzte mit der letzten Aktion den Schlusspunkt. Dazwischen lag harte Arbeit. Die Löwen nahmen den Kampf an und trotzten allen Widrigkeiten.

Eigentor leitet Trendwende ein: 1860 München gewinnt in Eichstätt

Die Erleichterung war dem durchnässten Präsidenten Gernot Mang anzusehen. „Gott sei Dank drei Punkte“, sagte er vor der Weiterfahrt zum Fanclub Berglöwen. „Morgen fragt keiner mehr danach.“ Alper Kayabunar wurde konkreter. „Mit der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan“, räumte der Trainer ein. In der Pause forderte er Nachbesserungen: „Vor allem kämpferisch, dass wir mehr bringen müssen.“ Seine Mannschaft setzte es um. Aufgrund der zweiten Halbzeit hielt Kayabunar den Sieg für verdient.

Michael Eberwein unterstrich die Bedeutung des Siegs nach der Derbypleite: „Unter der Woche haben wir uns schon ein bisschen Druck gemacht. Wenn man sowas dann durchsteht und das Spiel dann zieht, ist es umso schöner.“

Auf dem Rasen passte zunächst vieles zur Jahreszeit: Zweikämpfe, wenige durchdachte Angriffe, beide Teams im Hauruck-Stil unterwegs. Die Gastgeber begannen druckvoll, erzwangen mehrere Ecken, ehe die Löwen in der zwölften Minute erstmals gefährlich wurden. Cristian Leone, einer der eifrigsten Sechzger dieser Tage, hatte nach einer Eberwein-Hereingabe bereits Torhüter Daniel Martin überwunden, als Bastian Bösl auf der Linie klärte. Den Torschrei hatten die 1800 mitgereisten Löwen-Fans schon auf den Lippen.

Florian Niederlechner mühte sich, blieb aber häufig beim letzten Haken hängen oder hatte Pech im Abschluss. Gegenüber musste Vitus Eicher zweimal in höchster Not gegen Lucas Schraufstetter retten. Eichstätt wollte den Löwen mit Härte und Körperlichkeit den Schneid abkaufen. Doch für solche Fälle haben sie Eric Uhlmann. Nach einem Foul an Niederlechner setzte der Allrounder seinerseits eine beherzte Grätsche an. Die brachte ihm Gelb ein, war aber auch ein Signal: Die Löwen wollten sich wehren – gegen Eichstätt und den Negativtrend.

Ortivero Calderon macht den Deckel drauf: Löwen belohnen sich für langen Kampf

Kurz nach der torlosen ersten Hälfte bekamen sie einen Mitspieler: den Wind. „Es war auch schwer, man konnte die Bälle nicht richtig einschätzen“, berichtete Lasse Faßmann. Bei der entscheidenden Ecke nutzten die Sechzger die Verhältnisse geschickt. Faßmann hatte sich mit Dennis Dressel verständigt, dass dieser als Linksfuß zum Tor schlagen sollte. Der Plan ging auf: Scharf und mit viel Schnitt flog die Hereingabe nach innen, unter Mithilfe von Bösl, Wind und nassem Rasen landete der Ball im Tor (48.). Unglücklich für die Gastgeber. Den Löwen war’s egal.

Sie verteidigten ihren knappen Vorsprung, ehe Ortivero Calderon mit der letzten Aktion auf 2:0 erhöhte (90.+3.). Die Erlösung nach einem mühsamen Nachmittag – und drei Punkte, mit denen 1860 vor dem Freitagabendduell mit Buchbach Platz vier festigte. „Richtig gut gefightet, von den Umständen sich nicht ablenken lassen“, lobte Faßmann. Derbyfrust, Herbstblues? Der blaue Biss war gestern stärker.

Eichstätt – TSV 1860⇥0:2

Eichstätt: Lohner, Bösl, Spies, Lamprecht – Schraufstetter, Müller – Schittler (65. Peric), Herger, Kuqanaj – Gündling.

TSV 1860: Eicher 2 – Hoppe 3 (73. Bell 0), Faßmann 3, Weber 3, Fiedler 3 – Uhlmann 3 (46. Dordan 3), Dressel 2, Leone 2, Eberwein 3, Erdogan 3 (46. Wagner 3) – Niederlechner 3 (64. Ortivero Calderon 0).

Tore: 0:1 Bösl (Eigentor, 48.), 0:2 Ortivero Calderon (90.+3).

Zuschauer: 2830 (ausverkauft).

Gelbe Karten: Schraufstetter, Kuqanaj – Uhlmann.

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