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Ismael Saibari sollte Bayerns Offensive sofort verstärken. Doch trotz Musiala-Ausfall und viel Spielzeit wartet der teure Neuzugang weiter auf den Durchbruch.
Die Ausgangslage könnte für Ismael Saibari eigentlich kaum günstiger sein. Jamal Musiala fehlt dem FC Bayern weiterhin, ausgerechnet auf jener offensiven Zentralposition, auf der sich der Sommer-Neuzugang besonders wohlfühlt. Trotzdem ist es dem Marokkaner bislang nicht gelungen, sich dauerhaft in der ersten Elf festzuspielen.
Dabei waren die Erwartungen nach seinem Wechsel von der PSV Eindhoven groß. Rund 50 Millionen Euro investierten die Münchner in Saibari, der einen Vertrag bis 2031 erhielt. Max Eberl schwärmte bei dessen Vorstellung von dessen Körperlichkeit, Präsenz, Schnelligkeit und Variabilität und davon, dass Saibari „etwas Besonderes“ mitbringe. Genau diese Qualitäten sollten Bayerns Offensive noch unberechenbarer machen.
Zwischendurch sah es auch so aus, als könne Saibari die entstandene Lücke tatsächlich nutzen. Nach seinen Treffern gegen Union und Augsburg schien er sich als ernsthafte Option für die Zehnerposition aufzudrängen. Doch seitdem stockt die Entwicklung wieder.
Gegen Viking Stavanger kam Saibari zur Pause ins Spiel und wurde später wieder ausgewechselt. Gegen RB Leipzig durfte er anschließend erneut von Beginn an ran, blieb aber vergleichsweise blass. Auch beim 2:2 gegen Arsenal bekam er die Zehnerrolle, konnte dem Spiel jedoch kaum seinen Stempel aufdrücken. Zuletzt war deshalb bereits deutliche Kritik an seinen Auftritten aufgekommen.
Beim 3:1-Erfolg in Freiburg bekam Saibari diesmal nach gut einer Stunde seine Gelegenheit. Und anders als in einigen Partien zuvor war der 25-Jährige sofort präsent. Gleich nach seiner Einwechslung kam er gefährlich zum Abschluss, scheiterte aber an Freiburg-Keeper Mio Backhaus. Später boten sich ihm zwei weitere gute Möglichkeiten – erneut ohne Torerfolg.
Gerade darin liegt aktuell das Problem. Saibari kommt zu seinen Szenen, schafft es aber zu selten, daraus entscheidenden Einfluss auf ein Spiel zu entwickeln. In Freiburg hätte er die Partie in einer Phase entscheiden können, in der die Bayern zunehmend unter Druck gerieten. Stattdessen blieb es bis in die Nachspielzeit spannend, ehe Michael Olise das 3:1 erzielte.
Für einen Spieler, für den der FC Bayern rund 50 Millionen Euro investiert hat, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Saibari wurde nicht als langfristiges Entwicklungsprojekt verpflichtet, sondern als Spieler, der Bayerns Offensive sofort zusätzliche Qualität geben soll. Durch Musialas Ausfall ist sogar genau die Position frei, auf der er seine Stärken am besten einbringen kann.
Bislang nutzt er diese Gelegenheit jedoch nicht konstant genug. Gute Ansätze, einzelne starke Szenen und viel Einsatz sind vorhanden. Der Schritt vom vielseitigen Ergänzungsspieler zum verlässlichen Stammspieler ist ihm aber noch nicht gelungen.
Das muss nach wenigen Monaten noch kein endgültiges Urteil über den Transfer sein. Die vergangenen Wochen zeigen allerdings, dass Saibari trotz hoher Ablöse und günstiger Konkurrenzsituation noch einiges fehlt, um sich beim FC Bayern dauerhaft festzuspielen. Freiburg war dafür das nächste Beispiel: Die Chance auf einen echten Ausrufezeichen-Auftritt war da – genutzt hat er sie nicht.