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Nach dem spektakulären Sieg über Ben Shelton verliert Jérôme Kym gegen Jiří Lehečka deutlich mit 4:6 und 2:6. Der Schweizer wurde von der Müdigkeit der vorherigen Nacht überwältigt und konnte sich nicht gegen den starken Tschechen behaupten.
Lokalmatador Jérôme Kym kann den Exploit vom Vortag nicht wiederholen. In den Viertelfinals der Swiss Indoors Basel sorgen andere Spieler für die Exploits. Etwas mehr als 17 Stunden nach der Sensation betritt Jérôme Kym am Freitagabend erneut den Basler Centre Court.
In der Nacht zuvor hatte der 23-jährige Möhlemer im Achtelfinal der Swiss Indoors die Nummer 4 der Welt, den topgesetzten Amerikaner Ben Shelton, ausgeschaltet. In einem packenden Duell mit zahlreichen Wendungen war der unbeschwert aufspielende und grandios servierende Kym der bessere Spieler. Doch weil der Schweizer Wildcard-Inhaber zahlreiche Chancen ungenutzt liess, erzwang US-Open-Finalist Shelton erst einen Entscheidungssatz und dann trotz eines 2:5-Rückstandes mit Doppelbreak einen finalen Tiebreak.
«Ich weiss nicht, wie ich die Schlussphase überlebt habe», sagte ein um Worte ringender Kym unmittelbar nach dem «grössten Erfolg seiner bisherigen Karriere». Durch den Sieg der Nummer 222 der Welt gegen die Nummer 4 ist Kym auch der schlechtestrangierte Spieler, der in diesem Jahr gegen einen Top-10-Mann gewonnen hat.
«Mein Weg ist noch nicht zu Ende», sagte Kym kurz vor 1 Uhr morgens. Doch gegen Wawrinka-Bezwinger Jiri Lehecka kann der erste Schweizer in einem Basel-Viertelfinal seit Dominic Stricker 2023 nur zu Beginn mithalten. Der 24-jährige Tscheche macht von der Grundlinie fast keine Fehler und kann die druckvollen Schläge von Kym, die Shelton noch grosse Probleme bereiteten, deutlich öfter zurückspielen. Ein Break zum 3:2 in beiden Sätzen sorgt für die schnelle Entscheidung.
Nach 1:23 Stunden gewinnt Lehecka 6:4, 6:2.
«Ich war heute nicht auf der Höhe, er war mir in allen Belangen überlegen», gesteht Kym. Dass er erst um 4 Uhr in der Nacht im Bett war und nicht gut schlafen konnte, half auch nicht.
«Am Morgen fühlte ich mich noch top, doch während des Spiels wurde es immer schlimmer. Aber daraus kann ich viel lernen», sagt Kym. Bereits 30 Minuten nach dem Ausscheiden überwiegt beim Fricktaler bereits wieder der Stolz über die «tolle Woche». Neben 70'795 Euro Preisgeld freut sich Kym durch den Exploit auch über einen Ranglistensprung von über 50 Plätzen auf eine Position um die 160.
Damit wird die ehemalige Nummer 123 der Welt im Januar die Qualifikation für die Australian Open spielen dürfen. Und wird für immer die Geschichte erzählen können, wie er bei seinem Heimturnier, wo er früher Balljunge war, die Nummer 4 der Welt geschlagen hat. Der Trainerwechsel hat sich ausgezahlt: Nach schwachem Saisonstart trennte sich Jérôme Kym im Sommer von seinem österreichischen Trainer Markus Hipfl und kam bei Swiss Tennis und Roman Vögeli unter.
Lehecka bekommt es am Samstag mit Djokovic-Bezwinger Jan-Lennard Struff zu tun. Der 36-jährige Deutsche bezwang den 29-jährigen Portugiesen Nuno Borges mit 6:2, 6:3 und steht wie schon in der Vorwoche in Brüssel erneut unter den letzten vier. Der Halbfinal am Samstag gegen Fritz ist auch eine Revanche. Vor einem Jahr verlor Vacherot in der ersten Runde der Swiss Indoors 6:4, 6:7, 5:7 an selber Stelle das bisher einzige Aufeinandertreffen der beiden.
Der US-Amerikaner profitierte in seinem Viertelfinal gegen Arthur Fils von den Rückenproblemen des Franzosen. Nach nur 48 Minuten und vier Breaks in Folge gibt Fils das Spiel beim Stand von 6:2, 2:0 für Fritz auf. Im sechsten Anlauf steht die ehemalige Nummer 4 der Welt erstmals im Halbfinal der Swiss Indoors. Sollte Fritz, der 2026 bereits das ATP-500er-Turnier in Washington gewinnen konnte, in Basel triumphieren, wäre es der zwölfte ATP-Titel für den Mann, der am Mittwoch seinen 29.
Geburtstag gefeiert hat und sich dann auch wieder Hoffnungen auf die ATP-Finals machen könnte. Weniger Konkurrenz im Kalender, mehr Konkurrenz um die Stars: Der geplante ATP-Umbau bietet den Swiss Indoors eine Chance – und verschärft zugleich ihr grösstes Problem. Alles zum Viertelfinaltag und den vier Halbfinalisten ++ Kym scheidet aus ++ Das Samstagsprogramm Vom 24. Oktober bis 1.
November 2026 finden die Swiss Indoors Basel in der St. Jakobshalle statt. Mit unserem Liveblog sind Sie stets über das Geschehen rund um den Basler Centre Court informiert. Jérôme Kym schafft in einem irren Spiel mit zahlreichen Wendungen gegen Ben Shelton die Sensation Der 23-jährige Möhlemer Jérôme Kym besiegt in einem nervenaufreibenden Spiel den topgesetzten Amerikaner Ben Shelton 6:3, 6:7, 7:6. Nach dem grössten Erfolg seiner Karriere fehlen dem Lokalmatador die Worte, doch er bringt ihm auch weitere Boni ein.
Im zweiten Halbfinal kommt es zum Duell zwischen Valentin Vacherot und Taylor Fritz . Der 27-jährige Monegasse besiegte den 23-jährigen Dänen Holger Rune mit 6:3, 3:6, 6:3. Nach Tokio Ende September qualifizierte sich der Überraschungs-Masters-Sieger von Shanghai, der damals als Qualifikant mit neun Siegen die Sensation schaffte , für seinen zweiten Halbfinal auf ATP-500er-Stufe.