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Leipzig/Spiesen-Elversberg · 14:0 Tore daheim, 2:11 in der Fremde: RB Leipzig präsentiert sich in der Bundesliga als Team der Extreme. Kann die SV Elversberg beim Auswärtsspiel von der Leipziger Schwäche auf fremdem Platz profitieren?
Nach dem Sieg der SV Elversberg gegen den FC Augsburg (4:3) am vergangenen Samstag wartet auf das Team von Vincent Wagner diesmal ein echter Härtetest. An diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gastiert die SVE im Zentralstadion bei RB Leipzig. Die Sachsen sind unter ihrem neuen Cheftrainer und ehemaligen Bundesliga-Verteidiger Martín Demichelis ein Team der Gegensätze: Zu Hause fegte RB bislang jeden Gegner vom Platz, auswärts setzte es dagegen eine Niederlage nach der anderen.
Ein kurzer Rückblick auf die Heimspiele: Borussia Mönchengladbach wurde von RB mit 3:0 abgefertigt, der Hamburger SV mit 5:0 und Eintracht Frankfurt sogar mit 6:0. Macht insgesamt 14 Tore und keinen einzigen Gegentreffer in der Red-Bull-Arena. Vor allem der Auftritt gegen Frankfurt war eine Machtdemonstration: Der Franzose Christopher Nkunku (28) schnürte bereits vor der Pause einen Dreierpack, nach nicht einmal fünf Minuten stand es bereits 2:0.
Auswärts läuft es hingegen so gar nicht. In Bremen kassierte RB eine 1:3-Niederlage, in Leverkusen ein 0:2 und beim FC Bayern München am vergangenen Bundesliga-Spieltag eine 1:6-Klatsche. Macht ein Auswärts-Torverhältnis von 2:11. Auch international musste RB zuletzt einen Rückschlag hinnehmen. Am Mittwoch unterlagen die Sachsen in der Champions League bei Real Madrid mit 1:4. Dabei war das Ergebnis nicht unbedingt ein Spiegel der gesamten Partie: In der ersten Hälfte spielte Leipzig mutig, hatte gute Möglichkeiten und hätte selbst in Führung gehen können. Christopher Nkunku scheiterte unter anderem an Real-Torwart Thibaut Courtois. Kurz vor der Pause schlugen die Königlichen zu, nach dem Seitenwechsel setzte sich die individuelle Klasse des spanischen Rekordmeisters durch. Tidiam Gomis gelang immerhin noch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 1:3.
„Ich kann nicht zufrieden sein, mit der Niederlage. Mit den vier Gegentoren“, sagte Demichelis. Doch der RB-Trainer richtete den Blick direkt nach vorne und gab auch einen Ausblick auf die kommende Bundesliga-Partie gegen die SVE. „Wenn du verlierst, musst du so schnell wie möglich wieder spielen, um schnell von diesem schlechten Gefühl wegzukommen“, erklärte er: „Selbstverständlich können wir nicht elf Spieler rotieren, aber wahrscheinlich werden wir auf verschiedenen Positionen auch rotieren.“
Für Elversberg stellt sich deshalb die Frage, mit welcher Startelf RB am Samstag aufläuft. Viel Zeit zur Regeneration bleibt den Leipzigern nach der Reise nach Madrid nicht. Ein Kandidat für eine Pause ist der brasilianische Stürmer Romulo (24), der gegen Real über die komplette Spielzeit auf dem Platz stand. Tidiam Gomis (20) könnte für ihn in die Mannschaft rücken. Der Franzose erzielte in Madrid den einzigen Treffer und brachte mit seinem Tempo frischen Schwung. Auch Ezechiel Banzuzi (21) darf auf einen Startelfeinsatz hoffen. Der bullige Mittelfeldspieler kam gegen Real nicht zum Einsatz und wäre damit eine frische Alternative für das Zentrum. Gegen Madrid gab Christoph Baumgartner nach 144 Tagen Verletzungspause sein Comeback. Der 28-Jährige könnte nun auch gegen die SVE weitere Spielminuten sammeln. Ob es schon für einen Platz in der Startelf reicht, bleibt abzuwarten. Auf die Leipziger Offensive müssen die Elversberger in jedem Fall ein Auge haben. Nkunku hat in der laufenden Bundesliga-Saison bereits vier Treffer erzielt. Auch Linksaußen Antonio Nusa kann mit seiner Geschwindigkeit und seinem Dribbling für Gefahr sorgen.
Es wird also keine einfache Aufgabe für die SVE. Doch Elversberg kann selbstbewusst in das Spiel gehen. Immerhin hat die SVE aktuell einen Punkt mehr als die Rasenballsportler. Und, dass man auswärts gewinnen kann, hat die SVE schon in Mönchengladbach gezeigt.