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Beier erlöst BVB: Warum sich Dortmund gegen Frankfurt lange selbst ausbremste
Die Erlösung: Maxi Beier jubelt gemeinsam mit Jobe Bellingham über das 1:0.© dpa | Thissen

Der Mann, der sich im Dortmunder Stadion mit Präzision am besten auskennt, saß im Unterrang der Osttribüne. Stephen Bunting, Darts-Publikumsliebling, hat es sich nach seinem EM-Auftritt in der benachbarten Westfalenhalle nicht nehmen lassen, bei der Fußball-Bundesliga vorbeizuschauen.

Dass auch Maximilian Beier genau Maß nehmen kann, ist bekannt. Der Offensivspieler von Borussia Dortmund ist selbst ein passionierter Pfeile-Werfer, hat schon gegen Bunting ein Show-Match gespielt. Und auch mit dem Fuß trifft Beier 24-Jährige seine Zielfelder. Am Samstagabend war das der rechte Torwinkel. Der Kunstschuss des Nationalspielers in der 80. Minute bescherte dem BVB einen 1:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen Eintracht Frankfurt. Für mindestens eine Nacht sprangen die Dortmunder auch wieder an die Tabellenspitze.

Beim 2:1-Sieg am Dienstagabend in Baku gegen Sabah FK hatte der BVB den negativen Ergebnistrend (drei Partien ohne Sieg) gestoppt, doch alle Zweifel an der spielerischen Entwicklung konnten die Dortmunder in Aserbaidschan nicht aus dem Weg spielen. Dennoch bestärkte Trainer Niko Kovac seine Profis und verteidigte sie gegen Kritik. Er kenne die Erwartungshaltung. „Ich bin aber kein Freund davon, etwas zu versprechen“, sagte der Kroate am Freitag. „Wir müssen wissen, was wir können und wo wir hinkommen können. Von daher ist es, wie wir es im Moment machen, gut. Es geht natürlich immer besser. Dabei bleibe ich. Das lasse ich mir auch nicht ausreden.“

Eine BVB-Änderung nach Sabah

Im Vergleich zum Sabah-Auftritt tauschte Kovac auf einer Position. Carney Chukwuemeka, der in Baku im einen oder anderen Moment Akzente setzen konnte, wanderte zurück auf die Bank. Marcel Sabitzer erhielt dafür eine neue Chance in der Startelf. Bei der Eintracht rotierte Ex-BVB-Star Mario Götze aus der Anfangsformation.

Da fliegt der Ball ins Tor: Maxi Beier trifft zum 1:0 für den BVB.© AFP | Fassbender

Anderer Gegner, anderes Stadion, anderer Wettbewerb, aber erstaunliche Parallelen. Wie vor vier Tagen in Baku kam der BVB gut in die Partie, übernahm Kontrolle und kam nach einer Viertelstunde zu klaren Chancen. Eintracht-Keeper Noah Atubolu lenkte einen Schuss von Serhou Guirassy aus 20 Metern neben den Pfosten (15.). Zwei Minuten später entschärfte er herausragend Guirassys Lupfversuch, nachdem sich Frankfurts Kapitän Robin Koch verschätzte. Die dickste Chance hatte Daniel Svensson: Nnmadi Collins fälschte den Linksschuss des Schweden an die Latte ab (31.).

Kobel rettet BVB gegen Ebnoutalib

Doch wie in Baku zeigte sich Dortmund auch plötzlich anfällig. Besonders, da die Passqualität im Verlauf der ersten Halbzeit schwächer wurde. Nach etwa einer halben Stunde verlor der BVB die Bälle nach wenigen Sekunden, tauchte kaum noch in der SGE-Hälfte auf. Die Frankfurter aber waren lange offensiv zu harmlos, um das auszunutzen. Nur einmal wurde es richtig brenzlig. Nico Schlotterbeck spielte einen riskanten Fehlpass, der sehr blasse Felix Nmecha bekam den Ball, aber verbaselte ihn prompt. So tauchte plötzlich Nationalstürmer Younes Ebnoutalib vor Torwart Gregor Kobel auf. Der Schweizer reagierte exzellent (33.). Der BVB-Faden ging komplett verloren.

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Der Halbzeitpfiff kam nun zum guten Zeitpunkt aus Dortmunder Sicht. Schwarz-Gelb lechzte nach einer Pause, um die Stabilität zurückzufinden. Einen Aufreger hatte die erste Halbzeit noch: Der VAR prüfte Jonathan Burkardts Tritt in Ramy Bensebainis Ferse, entschied aber nicht auf Foulelfmeter – Szenen wie diese waren in der Vergangenheit auch schon anders bewertet worden.

Kovac wechselt den BVB-Sieg ein

Nach dem Seitenwechsel war der BVB etwas geordneter, ohne nach vorne zwingend zu sein. Es passte daher ins Bild, dass die Kovac-Elf zum ersten Mal nach einer Standardsituation gefährlich wurde – und wie. Guirassy köpfte den scharf getretenen Eckball von Joey Veerman an die Latte (53.). Mehr als ein unplatzierter Schuss von Fares Chaibi eine Minute später kam auch von der SGE nicht.

Das lag auch daran, dass die Präzision und Entscheidungsfindung beider Teams im letzten Drittel an diesem Abend überschaubar blieben. Gefährlich wurde es nach längerer Zeit wieder, als Guirassy nach einer Flanke von Sabitzer zum Abschluss kam (67.). Daher sollten nach knapp 70 Minuten Chukwuemeka (für Sabitzer), Maximilian Beier (für Svensson) und Ethan Nwaneri (für Silva) für neue Offensivpower sorgen. Das Trio fügte sich recht schnell – und Beier veredelte die Schlussphase mit dem Schlenzer zum Siegtreffer (80.).

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