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Mercedes-Fahrer George Russell hat seine 5-Sekunden-Zeitstrafe wegen des Verlassens der Rennstrecke im Zweikampf als "ein bisschen lächerlich" bezeichnet. Doch nach Platz acht beim Grand Prix der USA 2026 in Austin sei das noch eine seiner "geringsten Sorgen", so Russell. Denn über 56 Rennrunden habe er lediglich "sechs gute Runden" gehabt - bei einem souveränen Sieg seines Teamkollegen Kimi Antonelli.
Gerade diese Diskrepanz gibt Russell Rätsel auf: Ein Mercedes fährt um den Sieg, der andere nur im Mittelfeld. Russell schob es nach dem USA-Rennen auf das "schmale Arbeitsfenster" des Mercedes W17 - und deutete an, dass er es in Austin nicht getroffen habe.
Das sei schon im Qualifying deutlich geworden: "In Q2 waren wir beide vorne dabei, aber in Q3 war ich plötzlich im Nirgendwo und am Sonntag ebenfalls im Nirgendwo. Kimi dagegen war außergewöhnlich konkurrenzfähig." Während Russell im Qualifying und Rennen die Plätze sechs und acht belegte, war Antonelli zweimal klar Erster. Der WM-Titel ist Antonelli daher kaum mehr zu nehmen. (So wird Antonelli in Mexiko Weltmeister!)
"Es gibt also Anzeichen, dass dieses Arbeitsfenster sehr klein ist. Ich hoffe, das ist eine Erklärung für meine fehlende Pace", sagte Russell. Er wolle "gründlich analysieren", warum er in Austin nicht habe mithalten können, "denn das ist schwer zu verstehen, wenn man so weit zurückliegt."
Im Grand Prix habe er nur punktuell den Speed gehabt, erklärte Russell: "Die Pace im ersten Stint war nicht gut. Aber als ich nach dem Boxenstopp mit harten Reifen wieder ins Rennen zurückkam, hatte ich wahrscheinlich sechs Runden, in denen ich die gleiche Pace gefahren bin wie Kimi. Dann lief ich auf Oscar Piastri auf und konnte ihn einfach nicht überholen."
Daher fühle sich das Rennwochenende in den USA insgesamt "ein bisschen" wie ein Rückschritt an, sagte Russell. Er habe im Moment "keine Antworten" auf seine Fragen. "Ich muss dem Ganzen 24 Stunden geben, um mit klarem Kopf darüber nachdenken zu können."
Völlig im Klaren ist sich Russell dagegen über seine Situation in der Fahrer-WM, in der er nur noch theoretische Titelchancen gegen Antonelli hat: "Für mich ist die Hauptsache, dass wir die Konstrukteurs-WM gewinnen. Für das Team würde ich natürlich gerne 'Best of the Rest' werden. Aber ob Platz zwei, drei oder fünf: Man ist damit nicht Weltmeister, also bedeutet es nichts."