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In der 2. Landesliga West trennten sich SV Thaur und FC Wipptal mit 1:1. Nach einem torlosen ersten Durchgang brachte Fabian Felderer die Gastgeber in Minute 58 in Front, doch Stefan Eller stellte nur zwei Minuten später wieder auf Gleichstand. Thaur-Trainer Andreas Graus blieb nach dem Schlusspfiff vor allem bei einem Punkt hängen: "Wir müssen unsere Chancen verwerten." Für ihn war deutlich mehr drin als nur ein Zähler.
Die Partie brauchte lange, ehe sie sich auch am Spielstand bewegte. Zur Pause stand es 0:0, und genau so beschrieb Graus auch die erste Hälfte: ausgeglichen, mit vielleicht leichten Vorteilen für die Gäste. "Die erste Halbzeit war auf jeden Fall ausgeglichen. Vielleicht haben sie da ganz leichte Vorteile gehabt", sagte der Thaurer Trainer nüchtern. Nach dem Seitenwechsel sah er seine Mannschaft dann klar besser im Spiel. Das zeigte sich auch am Führungstreffer, als Fabian Felderer in der 58. Minute das 1:0 für Thaur erzielte. Lange hielt dieser Vorsprung allerdings nicht. Schon in der 60. Minute traf Stefan Eller zum 1:1 für Wipptal. Besonders ärgerlich war für Graus, dass der Ausgleich nach seiner Wahrnehmung wieder aus einer Standardsituation fiel. "Wir gehen wieder in Führung, und dann kriegen wir wieder aus einem Standard ein Tor. Schade, aber ist halt so", fasste er diese Phase zusammen.
Dass am Ende nur ein Unentschieden stand, wollte der Trainer vor allem mit der Chancenverwertung erklären. In seiner Analyse war Thaur über weite Strecken nicht nur ebenbürtig, sondern nach der Pause sogar das aktivere Team. "Meiner Meinung nach waren wir näher am Sieg, weil wir aus dem Spiel heraus mehr Torchancen gehabt haben", sagte Graus. Er nannte dabei mehrere Situationen, die aus seiner Sicht für einen Heimsieg hätten reichen müssen. Schon in der ersten Halbzeit gab es laut Graus einen Stangenschuss, dazu nach einem Standard einen freien Kopfball, der über das Tor ging. Später kamen noch zwei Möglichkeiten dazu, bei denen Thaur alleine vor dem Torhüter auftauchte, den Ball aber vorbeischob. Für den Trainer war damit klar, warum es am Ende bei einem Punkt blieb. "Das war schon genug, um das Spiel zu gewinnen", meinte er, ohne lange um den Kern der Sache herumzureden.
Ganz ohne positive Punkte wollte Graus den Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht stehen lassen. Er sprach davon, dass Thaur im taktischen Bereich etwas verändert hatte und diese Umstellung ordentlich auf den Platz brachte. "Wir haben heute ein bisschen was umgestellt im taktischen Bereich. Das haben wir relativ brav umgesetzt", sagte der Coach. Vor allem gegen den Ball sah er seine Mannschaft stabiler als zuletzt, und genau das war für ihn auch ein Grund, warum die zweite Halbzeit eher an Thaur ging. Umso größer war der Ärger darüber, dass sich diese Stabilität nicht in drei Punkten niederschlug. "Wir waren ein bisschen stabiler gegen den Ball, aber vorne haben wir es nicht zusammengebracht, das Spiel zu gewinnen", sagte Graus. Den Schiedsrichter wollte er dabei ausdrücklich nicht zum Thema machen. "Für mich persönlich ist selten der Schiedsrichter ein Faktor, der ein Spiel entscheidet. In dem Spiel war es nicht so." So bleibt für Thaur nach dem 1:1 vor allem das Gefühl, dass die Leistung brauchbar war, der Ertrag aber wieder zu klein ausfiel. Oder, wie es Graus selbst sehr direkt formulierte: "Es ist eigentlich immer dieselbe Leier."
60
Stefan Eller 1:1
Fabian Felderer 1:0