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Lennart Karl hat beim 2:0-Auswärtssieg des FC Bayern gegen Atlético Madrid die passende sportliche Antwort auf die jüngste Kritik geliefert. Mit einem sehenswerten Treffer brachte der 18-Jährige die Münchner auf die Siegerstraße. Seine anschließende Jubel-Geste sorgte allerdings für neue Diskussionen. Sportvorstand Max Eberl reagierte nach dem Spiel auf den Youngster.
Die vergangenen Tage waren für Lennart Karl alles andere als ruhig. Nach Kritik an seinem öffentlichen Auftreten durch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß und einer anschließenden Auseinandersetzung zwischen den Verantwortlichen und Spielerberater Michael Ballack stand der Offensivspieler besonders im Fokus. Gegen Atlético Madrid ließ das Bayern-Juwel nun sportlich aufhorchen.
In der 54. Minute brachte Karl den deutschen Rekordmeister mit einem sehenswerten Lupfer über Atlético-Keeper Jan Oblak in Führung. Anschließend sorgte der Youngster mit einer auffälligen Jubel-Geste für Gesprächsstoff. Mit seinen Händen deutete er einen sprechenden Mund an – eine Bewegung, die als „Bla-Bla-Geste“ und damit als mögliche Botschaft an seine Kritiker interpretiert werden kann.
Ob Karl damit tatsächlich auf die jüngsten Aussagen von Hoeneß und Co. reagieren wollte, ist bislang nicht bestätigt. Klar ist jedoch: Der 18-Jährige hat auf dem Platz ein deutliches Zeichen gesetzt.
Nach dem Schlusspfiff wurde Max Eberl in der Mixed Zone auf den Treffer des Nachwuchsspielers angesprochen. Der Sportvorstand machte dabei deutlich, dass die Verantwortlichen trotz der jüngsten Diskussionen weiterhin große Stücke auf Karl halten. „Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler. Das haben wir nie in Abrede gestellt“, betonte Eberl.
Besonders die Einsatzbereitschaft des Youngsters hob der Bayern-Boss hervor. Karl habe nicht nur offensiv überzeugt, sondern auch gegen den Ball einen wichtigen Beitrag zum Erfolg geleistet. „Und er hat heute genauso mitgearbeitet, unfassbar fleißig gewesen. Und dann belohnt er sich mit dem Tor“, erklärte Eberl.
Die Aussagen sind vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Debatte interessant. Hoeneß hatte Karls öffentliches Auftreten kritisiert und ein ernstes Gespräch angekündigt. Auch Eberl hatte zuletzt von dem „einen oder anderen Fehltritt“ des Nachwuchsspielers gesprochen.
Zusätzliche Brisanz hatte die Diskussion durch Michael Ballack erhalten. Der frühere Bayern-Profi, der Karl als Berater betreut, verteidigte seinen Schützling öffentlich und kritisierte Hoeneß. Eberl wiederum hinterfragte Ballacks Doppelrolle als Spielerberater und TV-Experte.
Umso interessanter war deshalb die Reaktion des Sportvorstands auf Karls auffälligen Torjubel. Auf die Frage, ob er wisse, was die Geste zu bedeuten habe, antwortete Eberl zunächst knapp: „Nein.“
Anschließend erklärte der Bayern-Boss: „Ich habe es ehrlicherweise gar nicht gesehen, weil ich mich auch gefreut habe.“
Eine Bewertung des möglicherweise provokanten Jubels wollte Eberl damit nicht abgeben. Stattdessen konzentrierte er sich auf die sportliche Leistung des 18-Jährigen.