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Der Salondampfer „Alexandra“ hat nach einer Fahrt von Flensburg nach Arnis eine Schönheitskur erhalten. An Bord sorgte die Crew für reibungslose Abläufe, während die traditionsreiche „Alex“ für die kommende Saison vorbereitet wurde.
Da sich die Wetterlage zunehmend verschlechterte, wurde die geplante Fahrt kurzerhand von Freitag auf Mittwoch, 7. Oktober, vorverlegt. Wie immer musste der Kessel bereits zwölf Stunden vor der Abfahrt langsam von den Heizern angefeuert werden, damit der erforderliche Kesseldruck von 13 bar erreicht werden konnte. Pünktlich um 9 Uhr gab Kapitän Stephan das Kommando zum Ablegen.
Nachdem wir den Flensburger Hafen verlassen hatten, ertönte das Kommando: „Volle Kraft voraus!“ Unter den wachsamen Augen von Mike lief die Maschine auf Hochtouren. Als die „Schwiegermutter“ umrundet war, schien der alten Dame die Sonne entgegen. Für das leibliche Wohl der Mannschaft sorgte die Resta, denn mit leerem Magen lässt es sich bekanntlich schlecht arbeiten. Dann hieß es: Raus aus der Förde und Kurs auf Arnis!
In Kappeln angekommen, warteten wir darauf, dass sich die Brücke öffnete. Auf der Brücke stand eine Schulklasse, die unseren Kapitän lautstark aufforderte, die Pfeife ertönen zu lassen. Diesen Wunsch konnte man natürlich nicht abschlagen. Als die Pfeife der „Alex“ ertönte, war die Schulklasse kaum noch zu halten – die Begeisterung war riesengroß. Die Otto-Eberhardt-Werft in Arnis war nun nicht mehr weit entfernt. Nach kurzer Weiterfahrt und dem Anlegen kam schließlich die Meldung aus dem Kesselraum: „Feuer aus!“ Anschließend wurde an Bord Klarschiff gemacht und eine Nachbesprechung abgehalten.
Am nächsten Tag kam die „Alex“ auf den Slipwagen und sofort begannen die Arbeiten am Unterwasserschiff. Für ihre mittlerweile 118 Jahre ist die alte Dame noch erstaunlich gut in Schuss. Größere Reparaturen waren glücklicherweise nicht erforderlich. Nun stand die Heimreise an: Am Samstag, 31. Oktober, ging es um 9.10 Uhr wieder Richtung Flensburg. Diesmal hatte unser Kapitän Rüdiger das Kommando – und wir hatten gleich vier Kapitäne mit an Bord. Für die passende musikalische Begleitung beim Auslaufen sorgte „Rolling Home“. Auch auf dieser Fahrt kümmerte sich die Resta wieder um belegte Brötchen und andere Leckereien. Denn eines ist sicher: Nichts ist schlimmer als eine Mannschaft mit leerem Magen.
Die „Alex“ lief erneut auf Hochtouren und die Heizer waren unermüdlich damit beschäftigt, den Kessel laufend mit Kohle zu versorgen. Unser Mike hatte währenddessen die Maschine fest im Blick. Er hört, sieht, fühlt und riecht, ob das Herz unserer alten Dame richtig arbeitet. Ein echter Maschinist eben. Kurz nach 14 Uhr liefen wir wieder in den Flensburger Hafen ein. Zur Begrüßung ertönte die Einlaufmusik: „Thunderstruck“ von AC/DC. Gleichzeitig ließ die „Alex“ ihre Pfeife ertönen, um alle Anwesenden herzlich zu begrüßen. Kurz nach dem Anlegen hieß es dann wieder: „Feuer aus!“ Nachdem Klarschiff gemacht worden war, ließen wir den Tag in gemütlicher Runde ausklingen und tauschten noch einige Geschichten und Erlebnisse aus.
Nun geht es in den kommenden Wochen mit viel Fleiß weiter, denn die „Alex“ muss für die kommende Saison 2027 wieder richtig schick gemacht werden. Und ein ganz besonderes Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus: Im Jahr 2028 wird unsere alte Dame stolze 120 Jahre alt. Ein Geburtstag, auf den wir uns alle schon heute freuen dürfen.
Zum Schluss möchten wir drei Mitglieder des Kuratoriums – Torsten, Christian und Mark – uns ganz herzlich bei allen Beteiligten für diese beiden unvergesslichen Fahrten bedanken. Es ist schön zu erleben, mit wie viel Herzblut die gesamte Mannschaft dabei ist. Beeindruckend ist vor allem, mit welcher Leidenschaft und Hingabe sich alle um unsere „ole Deern“ und ihre bewegende Geschichte kümmern. Wenn man das alles erlebt, kann man es eigentlich nur so sagen: Eine großartige Mannschaft, eine großartige Gemeinschaft – einfach eine große Familie.
Dieser Text wurde erstellt von:
Mark Heinze
Förderverein/Kuratorium Salondampfer „Alexandra“