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Toyota überraschte bei der Vorstellung seines Programms für die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2027 mit einem ungewöhnlichen Ansatz. Der japanische Hersteller wird seine sechs Fahrer auf zwei Teams verteilen, die unterschiedliche Fahrzeuge einsetzen.
Der amtierende Weltmeister Elfyn Evans, Oliver Solberg und Sami Pajari werden einen GR Celica fahren. Damit kehrt der legendäre Name Celica erstmals seit den 1990er-Jahren in die WRC zurück. Takamoto Katsuta sowie die beiden ehemaligen Weltmeister Ott Tänak und Kalle Rovanperä werden im zweiten Team mit einem GR Yaris an den Start gehen.
Die Idee, zwei Teams mit unterschiedlichen Fahrzeugmodellen einzusetzen, stammt von Akio Toyoda, dem Vorsitzenden des Toyota World Rally Teams. Obwohl sich GR Celica und GR Yaris optisch deutlich unterscheiden, steckt unter der Karosserie praktisch dieselbe Technik.
"Der einzige Bereich, in dem sie sich unterscheiden, ist die Karosserieform und damit die Aerodynamik", sagt Technikchef Tom Fowler im Gespräch mit Motorsport.com, einer Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Normalerweise arbeitet man mit einem einzigen Modell auf dieses Ziel hin. Wir haben dagegen mit zwei Modellen auf dasselbe Ziel hingearbeitet und dabei zugelassen, dass sich die beiden Fahrzeuge äußerlich unterscheiden, um letztlich die gleichen Werte zu erreichen. Das macht die eigene Arbeit natürlich erheblich schwieriger", blickt Fowler auf die Entwicklung der Fahrzeuge zurück. "Von Anfang an war es eines unserer Ziele, sicherzustellen, dass beide Fahrzeuge vergleichbare Eigenschaften aufweisen."
Toyota sieht das Konzept mit zwei Teams und zwei Fahrzeugmodellen als Möglichkeit, mehrere Produkte in den Mittelpunkt zu rücken, neue Geschichten zu erzählen und die Bindung zu den Fans zu stärken.
"Zunächst einmal hat das neue Reglement einen interessanten Aspekt: Die neuen Fahrzeuge mit Kostendeckel sind günstiger als die vorherige Generation. Diese Kostensenkung ermöglicht es, mit demselben Budget mehr Autos einzusetzen. Wir haben uns Gedanken über das Budget gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir zusätzliche Fahrzeuge einsetzen können, weil die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind. Der zweite Punkt war, die Bindung der Fans zu den Fahrern, Teams und Autos zu verbessern", erklärt Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala gegenüber Autosport.
"Wenn man an die Celica und ihre Geschichte in den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren denkt, an die drei gewonnenen Titel in den 1990er-Jahren und daran, wie legendär dieses Modell war, dann ist das für die Geschichte von Toyota sehr wichtig. Ich denke, das ist auch eine großartige Idee für die Fans."
Die Entscheidung darüber, welche Fahrer in welchem Team antreten werden, sei ohne Mitspracherecht der jeweiligen Piloten getroffen worden, erklärt Latvala.
"In dieser Hinsicht war die Entscheidung recht einfach. Als Ott seinen WM-Titel gewann, fuhr er einen Yaris. Deshalb gehört er ins Yaris-Team. Kalle hat ebenfalls zwei Titel im Yaris gewonnen, also kam auch er in dieses Team. Die neue, junge Generation mit Solberg und Pajari wollten wir in das neue Auto, den Celica, setzen. Dazu kommt mit Elfyn der amtierende Weltmeister. So ist die Entscheidung zustande gekommen", sagt der Finne.