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Jetzt geht’s los. Auf den Bergen gibt es in den höheren Lagen den ersten Schnee. Und so beginnt traditioneller Weise der Ski-Weltcup Ende Oktober mit zwei Riesentorläufen in Sölden.
Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Die Damen fahren am Samstag, die Herren am Sonntag. Die ersten Durchgänge beginnen um 10 Uhr, die zweiten um 13 Uhr. Mit Fabian Gratz vom TSV Altenau und Nickco Palamaras vom SC Garmisch sowie Lena Dürr, die in Garmisch-Partenkirchen wohnt, sind drei Athleten aus der Region dabei. Bei den Herren fahren außerdem Anton Grammel (SC Kressbronn), Alexander Schmid (SC Fischen) und Jonas Stockinger (SC Herzogsreut) für das deutsche Team. Bei den Damen sind noch Emma Aicher (SC Mahlstetten), Jana Fritz (TSG Reutlingen), Kira Weidle-Winkelmann (SC Starnberg) und Fabiana Dorigo (TSV 1860 München) am Start.
Es folgen im Laufe der Saison weitere 39 Rennen bei den Frauen und 42 bei den Männern. Dazu kommen insgesamt elf Rennen bei der WM vom 1. bis 14. Februar 2027 in Crans-Montana in der Schweiz. Neben einem Mixed-Teamevent wird es auch wieder für beide Geschlechter Team-Kombinationen geben, wo Duos aus Abfahrt und Slalom um Medaillen kämpfen.
Am 20. und 21. Februar 2027 bestreiten die Herren je eine Abfahrt und einen Super-G in Garmisch-Partenkirchen (Start jeweils um 10.30 Uhr). Es sind die ersten Rennen nach der WM. Die Frauen sind am 27. und 28. Februar mit zwei Abfahrten auf der Kandahar zu Gast, die jeweils um 10.15 Uhr beginnen. „Die Vorbereitung in Südamerika war richtig gut. Im Speedbereich hatten wir das beste Camp, seit ich im Herrensport tätig bin. Wir wollen hier die nächste Generation näher Richtung Weltcup bringen, aber ohne Panik: Die jungen Athleten bekommen ein Lern- und Entwicklungsjahr. Wir setzen sie teilweise im Weltcup ein und bringen sie dann wieder in den Europacup zurück, um die Strecken kennenzulernen. Wir trainieren jetzt die dritte Saison Europacup und Weltcup zusammen, und das trägt langsam Früchte“, sagt Herren-Bundestrainer Christian Schwaiger.
„Wir sind mehr oder weniger gesund durch die Vorbereitung gekommen, und ich glaube, dass wir als Team bereit sind für Sölden. Einen internationalen Vergleich hatten wir noch nicht, deshalb wird es spannend. Unser Ziel ist, dass wir mit einem Athleten in die Top-Ten fahren und uns mit vier Athleten für die Top-30 qualifizieren. Dann ist im Herrensport im zweiten Durchgang alles möglich. Im Slalom haben wir Aufholbedarf. Konstanz über die Durchgänge und Startnummern-Thematik begleiten uns nach wie vor. Das ist nicht leicht, aber wir legen alles daran, besser zu werden. Bis wir hier wieder ein cooles Team haben, dauert es noch ein, zwei Jahre.“
Nickco Palamaras kommt in Sölden zu seinem Weltcup-Debut. Nun, in Sölden gibt es eine erste Standortbestimmung. „Sölden ist für mich seit Kindertagen ein Highlight. Ich freue mich, wieder am Start zu stehen und dass der Winter startet“, sagt Gratz. „Die Vorbereitung lief wirklich gut, der Sommer verlief ohne größere Probleme. Ich konnte an den Defiziten aus dem letzten Winter arbeiten und in Sachen Kraft noch etwas drauflegen. In den Sommercamps und in Argentinien habe ich den Materialaufwand reduziert und mich aufs Wesentliche konzentriert. Dadurch habe ich mich schneller bereit gefühlt als in den Jahren davor. Zum Schluss hat sich die Patellasehne im Knie wieder bemerkbar gemacht, die mich schon länger begleitet. Ein, zwei Trainingstage fielen aus, aber ich habe es wieder im Griff. Mein Ziel für die Weltcup-Saison: die Leistung, die ich letztes Jahr in einzelnen Läufen gezeigt habe, konstanter zu bringen und mich weiter vorne zu etablieren.“
Bei den Damen geht es schon am Samstag los. „Der Eindruck der Damenmannschaft kurz vor dem Saisonstart ist gut. Die Damen sind alle gesund und haben eine gute Vorbereitung hinter sich. Ich hoffe, dass wir diese guten Leistungen aus der Vorbereitung jetzt auch in den Weltcup umsetzen können. Die Schwerpunkte im Sommer und Herbst waren ganz klar auf eine saubere Skitechnik ausgerichtet. Vor allem die Bewegung und die zentrale Position auf dem Ski waren uns wichtig. Jetzt, im letzten Teil der Vorbereitung, verlange ich von den Athletinnen, dass sie wirklich an ihr Limit gehen und das ausreizen, damit wir in Sölden vorne dabei sind“, sagt Damen-Bundestrainer Andreas Puelacher.
„Sölden, der Weltcup-Auftakt, ist für einen Trainer und für Athleten immer wieder etwas Besonderes. Man weiß nicht, wo man steht, man weiß nicht, wie gut man in Form ist. Das ist der erste Vergleich mit anderen, internationalen Athletinnen. Wir versuchen, dabei zu sein.“
Mit Vorgaben für die neue Saison tut sich Dürr schwer: „Die Ziele für die Saison setze ich ungern in Zahlen oder Platzierungen. Ich versuche einfach, bei jedem Rennen alles rauszuholen, zwei gute Läufe zu erwischen und die Form, die ich gerade habe, möglichst abzurufen. Mein Hauptziel ist, vor allem gut in die Saison zu starten und mir in den ersten Rennen gleich die Sicherheit zu holen, um zu wissen, man hat im Sommer richtig gearbeitet. Das ist für mich das Wichtigste. Wenn ich das habe, dann glaube ich, kommt von Rennen zu Rennen immer mehr Sicherheit dazu. Das versuche ich mir zu erarbeiten, und weniger schon im Vorfeld auf Platzierungen oder irgendwelche Ergebnisse zu schauen“, sagt die 35-Jährige.
„Dementsprechend ist der Auftakt in Sölden für mich stets ein wichtiges Rennen, und ich hoffe immer, dass ich da gleich gut reinstarten kann. Das ist schon ein spezieller Hang, aber ich bin ihn jetzt schon so oft runtergefahren. Deswegen freue ich mich sehr darauf und hoffe, dass ich gut in die neue Saison starte.“ Alle hoffen nun auf gutes Wetter am Wochenende.