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Daniel Ricciardo: Diese "Superkraft" macht Kimi Antonelli so stark

Daniel Ricciardo vergleicht die Situation von Kimi Antonelli bei Mercedes mit seiner eigenen bei Red Bull im Jahr 2014 - Warum es der Italiener leichter hat als Russell

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo glaubt, dass Kimi Antonellis Unbedarftheit der Schlüssel zu seinem großen Erfolg in der Formel-1-Saison 2026 ist. Neun Siege in seiner zweiten F1-Saison haben den Italiener unmittelbar vor seinen ersten Weltmeistertitel gebracht.

Andrea Kimi Antonelli rennt von Erfolg zu Erfolg Zoom

"Ein Freund hat mich neulich nach Kimi Antonelli gefragt, und ich sagte: 'Ahnungslosigkeit ist eine Superkraft'. Ich meine damit natürlich 'jung zu sein', ich will auf keinen Fall gemein zu ihm sein", erzählt der Australier im Podcast *Beyond The Grid*.

"Jung zu sein ist eine Superkraft; unbedarft zu sein und der Welt und solchen Dingen noch nicht so stark ausgesetzt gewesen zu sein." Dabei stützt er sich auch auf eigene Erfahrungen, als er 2014 bei Red Bull debütierte.

"Ich erinnere mich an mein erstes Jahr bei Red Bull Racing: Du bist naiv, du bist jung, du bist unbedarft. Ich weiß auch nicht, alles ist einfach und fällt dir leicht. Du denkst dir einfach: 'Oh wow, ich gewinne, cool, ich gewinne einfach weiter, weil ich der Beste bin'", so der heute 37-Jährige.

Ricciardo wechselte zur Saison 2014 nach dem Rücktritt seines Landsmanns Mark Webber ins Hauptteam von Red Bull und wurde Teamkollege von Sebastian Vettel, der gerade seine vierte Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Völlig überraschend holte er in jenem Jahr alle drei Siege des Teams und stellte den Deutschen deutlich in den Schatten.

Eine offensichtliche Parallele zu Antonelli, der in diesem Jahr Teamkollege George Russell hinter sich gelassen hat, obwohl der Brite zu Saisonbeginn der etablierte Star bei Mercedes war. Zwar fährt Antonelli bereits in seinem zweiten Jahr auch das zweite Mal an Russells Seite, aber der 2025er-Mercedes war kein Weltmeisterauto.

"Ich will mich nicht mit ihm vergleichen oder so, aber die Macht des Jungseins in manchen Situationen, wo dieser Sport und die Welt sehr intensiv sein können ... Über die Jahre sammelt man einfach [mentalen] Ballast an ...", fährt Ricciardo fort.

"Im Moment befindet er sich meiner Meinung nach in diesem optimalen Bereich, in dem er offensichtlich sehr talentiert und sehr schnell ist, aber noch keinen Ballast angehäuft hat. Er sagt einfach: Lass uns fahren. Da schwirrt im Kopf nichts weiter herum. Das ist eine Superkraft."

"Das wurde für mich im Laufe der Jahre viel schwerer. Selbst die Entscheidung 2018, Red Bull zu verlassen ... Solche Dinge hinterfragt man natürlich. Und wenn die Jahre vergehen, denkt man: 'Ich habe nicht wirklich den Erfolg gefunden oder es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte.' Ist diese Entscheidung richtig? Solche Dinge kommen dann immer wieder hoch."

"Am Ende musste ich sehr tief graben, um etwas zu finden, was früher einfach da war - ich musste nicht wirklich nachdenken, es war einfach da", sagt er. Nach seinem Weggang von Red Bull gelang Ricciardo nur noch ein einziger Sieg, 2021 im McLaren in Monza.

Antonelli: Restliche Saison einfach genießen

Nach seinem Sieg beim Grand Prix der USA kündigte Antonelli an, seine Philosophie für den Rest der Saison beizubehalten, unabhängig von seiner bevorstehenden Krönung.

"Ich werde mit derselben Einstellung an die Sache herangehen und einfach versuchen, so viel Spaß wie möglich zu haben und hoffentlich um einen weiteren Sieg zu kämpfen", sagt er. "Aber ja, es wäre am besten, auf einem Höhepunkt aufzuhören, und das ist das Ziel. Aber ja, ich werde von nun an einfach versuchen, den Rest der Saison zu genießen."

Alles, was der Mercedes-Pilot am Sonntag beim Grand Prix von Mexiko braucht, um gekrönt zu werden, ist ein neunter Platz - oder dass weder George Russell noch Lewis Hamilton gewinnen. Damit würde der 20-Jährige zum jüngsten F1-Weltmeister der Geschichte aufsteigen und den bisherigen Rekord von Sebastian Vettel um mehr als drei Jahre unterbieten.

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