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Giger ist erneut Publikumsliebling – das war der Super10Kampf 2026

Ein Schwinger, der wäscht und eine Kurve, die rudert – so war der Super10Kampf

Super10Kampf 2026
Super10Kampf 2026: Team Gelb mit Coach Beat Hefti (Links) stemmt den Pokal in die Höhe.Bild: Stefan Bohrer

6 Olympia-Coaches, 24 Gladiatorinnen und Gladiatoren, ein ausverkauftes Stadion und das Motto «Viva Italia». Der Sporthilfe Super10Kampf lebte auch dieses Jahr vor allem von seinen Emotionen.

Am Freitagabend fand im ausverkauften Zürcher Hallenstadion der 46. Sporthilfe Super10Kampf statt. 12'000 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten für eine Stimmung, die schon beim Aufwärmen durch die Halle zu hören war.

Das Motto lautete «Viva Italia!», und der Abend stand im Zeichen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele von Milano Cortina. Alle sechs Coaches haben einen Bezug zu den Spielen, sie traten dort früher erfolgreich selbst: Didier Cuche, Tanja Frieden, Beat Hefti, Sarah van Berkel, Selina Gasparin und Dario Cologna. Sie führten je vier «Gladiatorinnen und Gladiatoren» durch fünf verrückte Disziplinen und das traditionelle Gladiatoren-Finalspiel. Durch den Abend führten Sascha Ruefer und Jennifer Bosshard, über alle Spiele wachte Schiedsrichter Franco Marvulli.

Mit dem Anlass unterstützt die Stiftung Schweizer Sporthilfe Schweizer Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg an die Spitze.

Die Teams

Team Gelb
Coach: Beat Hefti, Olympiasieger Zweierbob
Nicolas Huber, Vize-Weltmeister Slopestyle
Aron Fahrni, Paralympics-Bronze Para-Snowboard
Angelica Moser, Europameisterin Stabhochsprung
Silvana Tirinzoni, Olympia-Silber Curling

Team Hellblau
Coach: Dario Cologna, Olympiasieger Langlauf
Alex Fiva, Olympia-Medaillengewinner Skicross
Gregor Deschwanden, Olympia-Bronze Skispringen
Salomé Kora, EM-Silber 4x100-m-Staffel
Lisa Lötscher, Europameisterin Rudern (Doppelvierer)

Team Rot
Coach: Selina Gasparin, Olympia-Silber Biathlon
Michael Vogt, Olympia-Bronze Viererbob
Fabian Bösch, Weltmeister Ski Freestyle
Elena Kratter, zweifache Paralympics-Bronze Weitsprung
Marianne Fatton, Olympiasiegerin Skitourenrennen

Team Grün
Coach: Didier Cuche, Weltmeister Super-G
Samuel Giger, Sieger Unspunnen- und Kilchberger Schwinget
Lukas Britschgi, Europameister Eiskunstlauf
Alena Marx, Weltmeisterin Kanu
Mathilde Gremaud, Olympiasiegerin Ski Freestyle

Team Dunkelblau
Coach: Sarah van Berkel, Europameisterin Eiskunstlauf
Yannick Brecher, ehemaliger Torhüter FC Zürich
Noé Roth, zweifacher Olympia-Silbermedaillengewinner Ski Freestyle
Melanie Hasler, Vize-Europameisterin Monobob
Isabelle Gerig, Weltmeisterin Unihockey

Team Weiss
Coach: Tanja Frieden, Olympiasiegerin Snowboardcross
Ryan Regez, Olympiasieger Skicross
Livio Wenger, WM-Bronze Eisschnelllauf
Nadine Fähndrich, Olympia-Silber Langlauf
Nicole Koller, WM-Bronze Mountainbike

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Super10Kampf 2026Bild: Stefan Bohrer

Der Einheizer – ein Stadion singt «Vogulisi»

Noch bevor es richtig losging, wurde im Hallenstadion bereits richtig eingeheizt. Ryan Regez und Nicolas Huber verteilten Sporthilfe-Socken ans Publikum. Huber erschien dabei nur in Boxershorts und Socken, was bei der ein oder dem anderen für zusätzliche Hitze gesorgt haben dürfte. Dann stimmte Moderator Sascha Ruefer das «Vogulisi» an und die ganze Halle sang mit. Es folgten Wellen und Applaus, und das alles noch vor dem offiziellen TV-Start.

Rudern wie die Norweger

Wie es Tradition ist, zogen die sechs Teams einzeln mit ihren Coaches ins Hallenstadion ein und alle hatten sich etwas Spezielles einfallen lassen. Am meisten blieb der Auftritt von Team Hellblau hängen. Das Team von Dario Cologna kam rudernd ins Stadion, wie man es von den Norwegern von der vergangenen Fussball-WM kennt. Ausgerechnet Cologna, der sich jahrelang mit den Norwegern auf den Loipen gezankt hatte, könnte man sagen.

Dabei blieb es nicht. Das Ruderboot wurde zum Markenzeichen des Abends: Nach jedem Erfolg ruderte das Team Hellblau wieder los und bald ruderte der ganze hellblaue Publikumsblock im Takt mit. Mit Ruder-Europameisterin Lisa Lötscher konnte das Team dabei auch auf professionelle Expertise zählen.

So sah das etwa aus, einfach nur in hellblau.

Auch die anderen Teams liessen sich etwas einfallen. Team van Berkel drehte Pirouetten, Team Hefti rauschte im Bob-Stil die Rampe hinunter und bei Team Gasparin gab es Rückwärtssaltos. Bei den meisten sah es allerdings eher nach «Rugeln» aus. Schiedsrichter Franco Marvulli, der bereits seit zehn Jahren dabei ist, fuhr auf einer Elektro-Vespa vor.

Ryan Regez, der Mann für alle Fälle

Er trug seine Coachin Tanja Frieden auf den Schultern und im «Calcio Caotico» warf er sich gegen Salomé Kora voll in die Zweikämpfe. Zudem schoss er mehrere Tore, eines davon mit etwas Handarbeit, zum Glück gab es da keinen VAR. Regez mauserte sich mit seinem Einsatz aber zum heimlichen Publikumsfavoriten.

Super10Kampf 2026
Im Spiel «Calcio Caotico» ging es wortwörtlich chaotisch zu und her.Bild: Stefan Bohrer

Samuel Giger – zum dritten Mal «The Gladiator»

Heimlich, weil der offizielle ein anderer war: Bei Dolce Vita sprintete Samuel Giger mit dem Sonnenschirm los, der prompt in sich zusammenbrach. Im Halbfinal war seine Körpergrösse dann eher ein Nachteil als ein Vorteil. Bei den Teamfragen verriet er, dass er gerne Wäsche wäscht, aber nicht bügeln kann. Für Sascha Ruefer war damit klar: Deshalb hätten wohl alle Frauen im Saal für ihn gestimmt. Was auch immer den Ausschlag gab, Samuel Giger wurde zum dritten Mal zum Publikumsliebling gewählt und darf sich «The Gladiator 2026» nennen.

Super10Kampf 2026
Samuel Giger wurde zum dritten Mal zum Publikumsliebling gewählt.Bild: Stefan Bohrer

Das Publikum als siebtes Team

Am Sporthilfe Super10Kampf sitzen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur auf der Tribüne, sie spielen mit. Beim Gelati Cup warfen sie die Bälle von oben herunter, und die Teams mussten sie mit dem Cornet auffangen. Bei der Tavolata durften Fans, die beim Warm-up ausgewählt worden waren, sogar aufs Spielfeld und mithelfen.

Super10Kampf 2026
Das ganze Publikum war gefragt – alle halfen mit, damit ihr Team den Sieg holen konnte.Bild: Stefan Bohrer

Vor dem Spiel brachten die Fitness-Instruktoren die ganze Halle nochmals in Bewegung. Die Tribünen machten mit, die Lounges ebenso und auch die Teams turnten mit. Ob jung, weniger jung oder jung geblieben: Alle waren dabei, und die Stimmung war sehr toll.

Was wir über die Stars gelernt haben

Zwischen den Spielen mussten die Teams Fragen über ein anderes Team beantworten. Jede richtige Antwort gab ihrem Coach einen Versuch in der Coaches Challenge. Dabei kamen ein paar Geheimnisse ans Licht.

Melanie Hasler wurde als Kind «Herkules» genannt, weil sie jedes Konfi-Glas zu öffnen vermochte. Ihr Freund Michael Vogt hat dagegen seine Olympia-Tasche aus Milano Cortina bis heute nicht ausgepackt. Er sehe das als Vorteil, sagte er, auch wenn bei manchen Schuhen die Reissverschlüsse nicht mehr gehen. Hasler schüttelte nur den Kopf.

Super10Kampf 2026
Melanie Hasler voll im Einsatz im Spiel «Giro d’Italia».Bild: Stefan Bohrer

Selina Gasparin ist ausgebildete Grenzwächterin und Angelica Moser schraubt gerne Möbel zusammen, nur ein Bett habe danach etwas gewackelt. Dass Beat Hefti als Bademeister arbeitet, wusste Team Dunkelblau übrigens auch nicht.

«W. Nuss vo Bümpliz» – ein Abend voller Tribute

Der Sporthilfe Super10Kampf war auch eine Verneigung vor den Schweizer Sporterfolgen dieses Jahres.

Den emotionalen Höhepunkt setzte der Tribut an die Eishockey-Nati. Ein Video erinnerte an die Heim-WM im Mai, an der die Schweiz bis in den Final stürmte und erst in der Verlängerung gegen Finnland unterlag. Im Video lief «W. Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner und dabei blieb es nicht. Angeführt von Jennifer Bosshard sang das ganze Hallenstadion den Song mit und für einen Moment fühlte es sich an wie im Mai während der Eishockey-WM.

Gelb macht das Rennen

Im Gladiator-Finalspiel war für Team Dunkelblau und Team Weiss bereits Schluss. Die Teams Hellblau, Grün, Rot und Gelb kämpften um den Sieg.

Im ersten Halbfinal traf Hellblau auf Grün. Samuel Gigers Grösse war hier wie erwähnt eher ein Nachteil und Salomé Kora sprintete für Team Hellblau in den Final. Die hellblaue Fankurve griff natürlich wieder zu den Rudern.

Im zweiten Halbfinal duellierten sich die Teams Rot und Gelb. Weil Angelica Moser wegen ihrer Handverletzung und auch Silvana Tirinzoni nicht antreten konnten, musste Coach Beat Hefti selbst ran. Der Olympiasieger im Zweierbob war voll dabei und zeigte, dass er immer noch «zwäg» ist.

Im Final setzte sich Team Gelb, rund um Hefti, gegen Team Hellblau durch und feierte den Gesamtsieg.

Für Gelb ist es nicht der erste Triumph: Schon 2023 und 2024 holte die Farbe den Sieg, sie scheint ein Erfolgsgarant zu sein. Vielleicht sollte die Schweizer Eishockey-Nati im nächsten WM-Final auch mal in gelben Trikots antreten.

Die TV-Show

Die Aufzeichnung des Super10Kampfs wird am Samstag, 28. November 2026, um 20:10 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.

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