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Ein derart knappes Finale hat es im Ravenol Deutschen Rallye Cup bislang nicht gegeben. Nach 13 Vorläufen und einem Herzschlagfinale bei der ADAC Saarland Rallye (30. und 31. Oktober 2026) trennten die beiden Erstplatzierten unter den insgesamt 81 gewerteten Teams lediglich 1,03 Punkte. Mit dem Sieg in der seriennahen Klasse NC8 sicherten sich Niklas Pöttgen und Beifahrer David Wölwer auch den Gesamtsieg im Ravenol DRC. Für Pöttgen und seinen knallgelben Seat Ibiza war es bereits der dritte DRC-Erfolg in Folge.
„Das glauben wir erst, wenn wir gleich auf der Rampe stehen und als Sieger geehrt werden“, zeigten sich die beiden vor der Siegerehrung noch ungläubig. „Wenn es wirklich so ist, dann muss ich aufhören. Dreimal den DRC zu gewinnen, das wird wahrscheinlich niemand mehr schaffen“, meinte Pöttgen noch immer skeptisch. „Unser Konzept, mit einem seriennahen Auto zu starten und zuverlässig Punkte zu holen, geht voll auf.“ So richtig strahlten beide erst, als sie auf der Rampe mit einer Sektdusche empfangen wurden.
Mathias Schläppi, der diesmal mit seiner Schweizer Landsfrau Iris Thurnherr unterwegs war, kam im Peugeot 208 R2 im Saarland nicht über den dritten Platz in der Klasse NC3 hinaus. Obwohl er mit einem knappen Vorsprung angereist war, reichte es am Ende nicht für den Cup-Sieg. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Mit den Punkten für den souveränen Sieg in der Klasse NC3 katapultierten sich Niklas und Guido Möller in ihrem BMW 318ti auf den dritten Rang der DRC-Gesamtwertung. „Das ist ein wahnsinniges Gefühl, wir wollten es erst nicht wahrhaben“, strahlten beide im Ziel. „Das war eine unfassbar schwere Rallye. Wir sind konsequent unser Tempo gefahren. Das ist zudem unser erster Klassensieg, und das genau zur richtigen Zeit. Das hätten wir vorher nicht für möglich gehalten.“
Möller ergänzte: „Das ist eine Meisterschaft, in der wir mit unserem Auto und unserem Familienteam mithalten können. Und im Cup wird das belohnt.“
Für zwei Titelanwärter endete das Finale vorzeitig. Auf der zweiten Prüfung überschlugen sich Tony Bayer und Dominik Buß, die zuvor mit nur einer Sekunde Rückstand auf dem zweiten Gesamtrang gelegen hatten. „Wir haben eine Linkskurve zu spät angebremst und uns dann überschlagen“, berichtete ein sichtlich niedergeschlagener Tony Bayer. „Für unseren BMW 323 war es das. Sehr schade, aber so hart kann unser Sport sein.“
Eine Prüfung später kam das Aus für Kevin Müller und Stefanie Spreitzer. „Es lief alles so super. Auf der ersten Prüfung fehlten uns nur vier Sekunden auf die Gesamtbestzeit. Dann rollten wir mit einem Schaden am Turbolader ohne Leistung aus“, berichtete Müller. „Wir waren so perfekt vorbereitet, hatten an unserem Toyota GR Yaris alles revidiert. Wahrscheinlich war es ein Haarriss, den wir nicht sehen konnten.“
Die Sonderwertung Ravenol DRC Trophy powered by Pirelli für Teams, die bei den DRC-Läufen auf Pirelli-Reifen starten, ging ebenfalls an Pöttgen. Knapp dahinter folgte Schläppi, den dritten Platz belegte Christopher Gerhard.
In der Sonderwertung Gassner Motorsport TOP Five Trophy werden die eingeschriebenen DRC-Teams gewertet, die sich auf einem der ersten fünf Plätze der Rallye-Gesamtwertung befinden. Hier ging der Sieg an Christopher Gerhard im Skoda Fabia R5 vor Max Reiter im Lancia Y Rally4 und Björn Satorius im Toyota GR Yaris Rally2.
Insgesamt wurden in den verschiedenen Wertungen rund 30.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.
Strahlende Gesichter bei Arwed und Aaron Jungnickel: Mit ihrem vierten Saisonsieg bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye, in deren Rahmen auch das DRC-Finale ausgetragen wurde, sicherten sich die Brüder den Gesamtsieg im Premierenjahr des ADAC Rallye Junior Cup.
„Das ist so gigantisch“, freuten sich die beiden Jungnickel-Brüder im Ziel. „Nachdem wir den Auftakt gewonnen hatten, kam der Rückschlag durch den Ausfall in Stemwede. Wir haben uns als Geschwister zurückgekämpft und jetzt mit dem Sieg auch den Cup gewonnen. Wir sind unheimlich stolz, als reines Familienteam mit unseren Freunden und Unterstützern so ein Ergebnis einzufahren.“
Zweite der Gesamtwertung wurden Lukas Meiners und Leon Hasenkamp, die auch im Saarland auf Rang zwei fuhren. „Das fühlt sich mega an. Natürlich hätten wir auch gerne gewonnen, aber dass wir überhaupt bis zum Schluss um den Sieg mitkämpfen konnten, war unglaublich.“
Meiners ergänzte: „In diesem Cup-Jahr haben wir unendlich viel Erfahrung beim Erstellen von Aufschrieben sammeln können und uns auch fahrerisch sehr weiterentwickelt.“
Den dritten Platz belegten die Geschwister Luca und Merle Wanke. „Die Saison hat richtig viel Spaß gemacht und wir haben unendlich viel gelernt. Der Aufschrieb ist absolut das Wichtigste, das Fahren kommt mit der Zeit fast von allein“, erklärten die Geschwister. „Mit einem günstigen Einsteigerauto kann man hier sogar den Aufstieg in den Elektro-Cup gewinnen. Es lohnt sich auf jeden Fall, einzusteigen.“
Auf die Jungnickel-Brüder wartet nun der Aufstieg in den ADAC Opel GSE Rally Cup. Dafür wird ihnen ein Opel Mokka GSE Rally kostenlos zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird die Einschreibegebühr übernommen und ein Zuschuss zum Einsatzbudget gewährt.
„Auf den Elektro-Cup freuen wir uns riesig. Wir sind sehr gespannt, was wir da abliefern können. Mal sehen, wie wir beiden Sachsen da mitmischen können“, freuen sich die Jungnickel-Brüder.
Während der Saison erhielten die Nachwuchsteams neben den laufenden Preisgeldern je Junior-Cup-Lauf über die Ravenol-Speed-Trophy für jede bei einer Veranstaltung gefahrene Cup-Bestzeit zusätzlich 50 Euro. Die Einsätze erfolgten auf identischen Opel Corsa Rally6, die zur Begrenzung der Kosten bewusst seriennah ausgestattet wurden.
| 1. | Daniel Rexhausen / Steffen Reith | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | 43:30.8 |
| 2. | Daniel Wittner / Sandra Wittner | Renault Clio Rally5 | RC5 | +2:55.9 |
| 3. | Niklas Möller / Gerrit Möller | BMW 318 Ti Compact E36 | NC3 | +3:52.3 |
| 4. | Stefan Petto / Marco Cremer | Opel Corsa D OPC | NC2 | +4:17.5 |
| 5. | Hendrik Kuhn / Christian Kuhn | Citroën C2 R2 Max | NC3 | +4:44.1 |
| 6. | Michael Schwall / Lisa Hanbuch | Suzuki Swift Sport MK5 | NC4 | +4:56.7 |
| 7. | Jannik Mahl / Marit Pangratz | Opel Corsa D OPC | NC2 | +5:00.5 |
| 8. | Niklas Pöttgen / David Wölwer | Seat Ibiza 1.8T | NC8 | +5:01.2 |
| 9. | Mathias Schläppi / Iris Thurnherr | Peugeot 208 R2 | NC3 | +5:01.7 |
| 10. | Andreas Eiden / Christoph Adam | Suzuki Swift Sport MK4 | NC4 | +5:40.4 |