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An einem stillen Feiertag wie Allerheiligen sind eigentlich alle öffentlichen Sportveranstaltungen verboten. Das gilt aber nicht für das Derby 1. FC Saarbrücken gegen Waldhof Mannheim, das die Polizei als Rotspiel eingestuft hat. Warum das Spiel trotzdem stattfinden kann.
Ausgerechnet an Allerheiligen, einem stillen Feiertag im Saarland, wird ein hitziges Südwestderby im Saarbrücker Ludwigsparkstadion ausgetragen: Der 1. FC Saarbrücken trifft dort auf den Erzrivalen Waldhof Mannheim. Es ist eine Partie, die aufgrund ihres Charakters traditionell viele Einsatzkräfte der Polizei bindet.
Dabei sind am 1. November im Saarland eigentlich alle "der Unterhaltung dienenden sowohl einmalig als auch regelmäßig stattfindenden öffentlichen Veranstaltungen und Darbietungen, die nicht dem Charakter des Feiertages angepasst sind, verboten". So schreibt es das Gesetz über die Sonn- und Feiertage (SFG), kurz Feiertagsgesetz, im Saarland vor.
Dazu zählen explizit auch öffentliche sportliche Veranstaltungen. Wie in Paragraf 9 SFG dort festgeschrieben ist, dürfen sie erst wieder am Allerseelentag ab 11.00 Uhr ausgetragen werden. Wieso also darf der FCS an Allerheiligen Fußball spielen?
Möglich macht es eine Ausnahmegenehmigung, wie die Stadt Saarbrücken dem SR auf Anfrage mitteilt. Auch das ist im SFG geregelt, und zwar in Paragraf 12. "Ausschlaggebend waren die überregionale Bedeutung und die Tatsache, dass die beteiligten Vereine keinen Einfluss auf die Terminierung hatten", erklärt der Sprecher der Stadt Saarbrücken, Yannick Christmann.
Der 1. FC Saarbrücken sei aber darauf hingewiesen worden, dass bei der Durchführung des Spiels "auf den besonderen Charakter des Feiertags Rücksicht zu nehmen ist". Gleichzeitig bestätigte die Stadt, dass die Polizei die Partie als sogenanntes Rotspiel eingestuft hat – also als Hochrisikospiel.
Die Polizei im Saarland erklärte zudem selbst, am Spieltag zusätzlich von anderen Einsatzkräften der Länder und des Bundes unterstützt zu werden. Sie sollen insbesondere in der Begleitung der Fangruppen zum und vom Stadion eingesetzt werden.
Angesetzt werden die Begegnungen in der 3. Liga vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Damit kann nach Angaben des DFB erst begonnen werden, wenn die Spielpläne der Bundesliga und 2. Bundesliga erschienen sind. Denn es müssten "insbesondere Sicherheitsaspekte bei den Reisewegen der Fans, auch aus den übergeordneten Ligen, sowie parallele Veranstaltungen vor Ort berücksichtigt werden."
An diesem Wochenende finden in der Region gleich mehrere Heimspiele statt: Bundesligist SV Elversberg empfängt am Freitagabend um 20.30 Uhr den FSV Mainz und Zweitligist Kaiserslautern fordert am Samstagmittag um 13.00 Uhr Hertha BSC auf dem Betzenberg. Um ein Aufeinandertreffen der Fans aus Mannheim und Kaiserslautern zu vermeiden – auch hier besteht eine Feindschaft –, blieb für das Südwestderby in Saarbrücken nur noch der Sonntag.
Warum aber gilt eine Ausnahmegenehmigung nur für den Profi- und nicht auch für den Amateurfußball im Saarland? Dort finden an diesem Wochenende ausnahmslos alle Spiele am Freitag oder Samstag statt. Der Saarländische Fußballverband (SFV) wollte sich dazu auf SR-Anfrage nicht äußern.
Die unterschiedliche Handhabe führt teils zu Unmut bei den Amateurfußballvereinen – sie fühlen sich ungerecht behandelt. "Jeder Feiertag steht für bestimmte Werte", sagt etwa Stefan Langenfeld, Präsidiumgsmitglied beim FV Schwarzenholz. Diese Werte zu wahren, sollte für alle Vereine gleichermaßen gelten. "Und gerade ein Rotspiel wie der FCS gegen Waldhof steht jetzt nicht zwingend für diese Werte, für die dieser Feiertag stehen soll."
Sportlich geht es an diesem stillen Feiertag aber nicht nur auf dem Rasen im Ludwigspark zu. Nebenan in der Saarlandhalle werden am Sonntag auch die Badminton Open ausgetragen – auch hierfür gab es eine Ausnahmegenehmigung der Stadt.
Über dieses Thema hat auch die SR 3-Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 30.10.2026 berichtet.
Erstveröffentlichung: 30.10.2026 | 08:01 Uhr