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BVB siegt 2:1 gegen Betis Sevilla: Karetsas trifft als Joker
Technisch hochklassig :
Karetsas wackelt Betis-Abwehr aus und schießt BVB zum Sieg

Trotz viel Ballbesitzes ist Dortmund gegen Sevilla vor dem Tor lange nicht zwingend genug. Nachdem dann doch die Führung gelingt, schlägt Betis unerwartet zurück. Dann kommt die Zeit eines Jokers.

Konstantinos Karetsas hat Borussia Dortmund nach der Last-Minute-Ekstase von München auch auf internationaler Bühne jubeln lassen. Zwei Monate nach seinem Kollaps auf dem Platz bescherte der junge Grieche dem BVB am Mittwochabend mit seinem Premierentor ein hart erkämpftes 2:1 (0:0) in der Champions League gegen Betis Sevilla. Mit drei Siegen aus vier Spielen sind die Dortmunder ihrem Ziel der direkten Achtelfinal-Qualifikation einen Schritt näher.

„Ich bin super dankbar für diesen Moment. Das war eine tolle Teamleistung“, sagte Karetsas am DAZN-Mikrofon: „Ich bin sehr glücklich, ich könnte nicht dankbarer sein.“ Er fühle sich „gut und gesund“, so Karetsas.

Guirassy muss den Platz früh verlassen

Von der Leidenschaft und Zielstrebigkeit des Bayern-Spiels (2:2) war beim emotionalen Wiedersehen mit Marc Bartra lange wenig zu sehen. Der BVB war überlegen, durchaus, er vergab aber vor 81.365 Zuschauern zunächst seine wenigen Großchancen – und er verlor Serhou Guirassy, der früh verletzt vom Platz humpelte.

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Dann kam dessen Sturmpartner Fábio Silva (49.), der per Abstauber traf und sich nach seinem Münchner Bogenschützen-Jubel etwas Neues einfallen ließ: Er legte ein Tänzchen hin. Aitor Ruibal (67.) konterte für Sevilla – fünf Minuten später traf Karetsas mit einem platzierten Linksschuss, nachdem er seine Gegenspieler zuvor gekonnt hatte aussteigen lassen.

Bartra stand nicht in der Betis-Startelf – warmherzig empfangen wurde er von den BVB-Fans auf der Südtribüne trotzdem. Für den einzigen Spieler, der 2017 beim Bombenattentat auf die Dortmunder Mannschaft verletzt wurde, war es eine ganz besondere Rückkehr.

„Ich musste sehr schwierige Momente überwinden. Dadurch habe ich das Leben, den Fußball und die Menschen an meiner Seite noch mehr zu schätzen gelernt“, sagte der 35-Jährige vorab. Der BVB werde „immer einen besonderen Platz“ in seinem Herzen haben.

Bei aller Sentimentalität – für BVB-Trainer Niko Kovač gab es selbstverständlich „nur eine Richtung: Wir wollen gewinnen.“ Dafür stellte er trotz des Erfolges mit der Viererkette in München zurück auf eine Dreierreihe mit Waldemar Anton im Zentrum um. Stürmen ließ er Silva und Guirassy, der auch gleich die ersten größeren Chancen bekam (3./9.). Marcel Sabitzer hatte sich am Spieltag erkrankt abgemeldet.

Der BVB begann mit viel Ballbesitz und klarem Schwerpunkt auf der rechten Offensivseite, über die Joey Veerman häufig die Angriffe eröffnete. Von rechts flankte dann auch Julian Ryerson auf Daniel Svensson, der aus kürzester Distanz das 1:0 hätte erzielen müssen (21.).

Sevilla allerdings schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um und suchte den Pass in die Tiefe: Ein Abseitstor des Brasilianers Antony (15.) war dem BVB eine eindringliche Warnung.

Zudem war Kovač nach einer halben Stunde zum Umstellen gezwungen. Guirassy verließ den Platz mit muskulären Problemen, Karetsas reihte sich als Ersatz eine Position hinter Silva ein. Das Spiel verlor danach auch durch zahlreiche Unterbrechungen seinen anfänglichen Schwung.

Nach der Halbzeitpause schnürte der BVB den Gegner ein und verdiente sich die Führung. Für die Dortmunder folgen die schwierigsten Champions-League-Prüfungen in den kommenden Monaten: Weiter geht es am 24. November beim FC Arsenal, dann stehen Duelle mit Inter Mailand und Aston Villa (alle zu verfolgen im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League) an.

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