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Der 1. FC Heidenheim kommt auch gegen Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Dabei hatte das Team von Frank Schmidt zahlreiche hochkarätige Chancen.
Schaut man allein auf die Statistik der Partie des 1. FC Heidenheim gegen Energie Cottbus, zeigt sich ein klares Bild: Pässe, Zweikampfquote, Ecken, alles - außer der um drei Kilometer geringeren Laufleistung - spricht für den FCH. Hinzu kommen ein xG-Wert von 3,68 (!) sowie 34 Torschüsse. Das Problem: Die Heidenheimer konnten in der Partie lediglich einen Treffer erzielen - und stehen am Ende mit nur einem Punkt da.
Das große Manko: Die Chancenauswertung des FCH - und das zeigte sich nicht erst in der Partie gegen Cottbus. Das sieht auch Trainer Frank Schmidt so: "Die letzten Spiele schon, muss man ehrlicherweise sagen. In Wolfsburg in der ersten Halbzeit, in Bielefeld in der ersten Halbzeit. Heute in der zweiten Halbzeit. Ich glaube, wir haben 30 Torabschlüsse, aber nicht irgendwie von 30 Metern, sondern sehr viel in der Box, sehr viel frei."
Der FCH brauchte etwas, um in die Partie zu finden, konnte sich dann aber im Verlauf des ersten Durchgangs einige Chancen herausarbeiten. Doch sowohl Christian Conteh als auch Paul Hennrich scheiterten an Energie-Keeper Marcel Lotka, ehe Patrick Mainkas Kopfball das Tor nur um wenige Zentimeter verfehlte. So waren es schließlich die Gäste, die kurz vor dem Pausenpfiff durch Lucas Copado die Führung erzielten. "Momentan stehen wir uns da selber im Weg, machen da viel zu wenig draus. Natürlich wieder schlecht, dass wir zurückliegen in der ersten Halbzeit", analysierte Schmidt und fügte an: "Und trotzdem spielt nur eine Mannschaft in der zweiten Halbzeit, das waren wir."
Im zweiten Durchgang kamen die Gäste überhaupt nicht mehr zum Zug. Nach dem Ausgleich durch Tim Campulka, der Oualid Mhamdis Schuss unhaltbar ins eigene Tor abfälschte, drängten die Schwaben unermüdlich auf den Siegtreffer, der am Ende nicht gelingen sollte. Deutlich fiel daraufhin Schmidts Fazit aus: "Zwei verlorene Punkte. Ich glaube, da gibt es keine zwei Meinungen. Heute ist es tragisch, dass wir mit so einem Aufwand, mit so einem Fußball, mit so vielen rausgespielten Chancen keine drei Punkte feiern können nach dem Spiel."
Gleichzeitig mahnte der 52-Jährige, man solle jetzt nicht anfangen, sich die Situation zu schön zu reden. Chancen herauszuspielen sei im Fußball, egal in welcher Liga, das Schwierigste, trotzdem lasse der FCH aktuell zu viele Punkte liegen. "Und das sollten wir schleunigst abstellen", so Schmidt.
Der Heidenheimer Kapitän Patrick Mainka beschrieb die Situation des FCH als "tragisch", verzweifelt sei er allerdings noch nicht. "Momentan haben wir das Problem, dass wir den Ball nicht über die Linie drücken", so der 31-Jährige. Sinnbildlich war für den Verteidiger eine Aktion kurz vor Schluss, als der Ball praktisch auf der Torlinie liegend von einem Cottbuser Abwehrspieler geklärt wurde.
"Natürlich tut das extrem weh, es ist zum Haareraufen auf dem Spielfeld, aber es geht halt immer weiter. Und wir werden weiter an diese Chancen kommen, die Chancen herausspielen und es geht einzig und allein darum, die Chancen dann zu nutzen", sagte Mainka nach der Partie und hoffte gleichzeitig darauf, dass sich das Momentum bald wieder auf die Seite des FCH verschiebt: "Das ist das Schöne am Fußball, dass ja eine Aktion, ein Gestocher, das Tor, alles wieder dreht. Und dann ist es vielleicht der berühmte Ketchup-Flaschen-Effekt und dann gehen plötzlich ganz komische Tore rein."