Zurück
Du hast Lust auf Fußball, aber nicht auf Sprints, harte Zweikämpfe oder den ständigen Wettkampf um die beste Leistung? Oder dein Körper macht beim klassischen Fußball nicht mit? Dann könnte Walking Football etwas für dich sein. Bei dieser Fußballvariante wird nicht gerannt, sondern gegangen – und Teamgeist ist wichtiger als Tempo.
Die wichtigste Regel: Wer rennt, begeht ein Foul – auch dann, wenn der Ball gerade nicht in Reichweite ist. Dazu kommen weitere Regeln, um den Körper zu schonen: Grätschen und gefährlicher Körperkontakt sind verboten. Auch Kopfbälle sind tabu, denn der Ball darf nicht über Hüfthöhe gespielt werden. Die Regeln sollen das Spiel körperlich weniger intensiv und sicherer machen und das Verletzungsrisiko verringern.
Walking Football wird auf einem kleinen Feld (ca. 40x20m) mit kleinen Toren (3x1m) gespielt. Um hier erfolgreich zu sein, braucht es gutes Positionsspiel, saubere Pässe und Ballgefühl beim Abschluss. Schnelligkeit und Kraft sind weniger wichtig. Üblicherweise spielen zwei Teams mit je sechs Spieler:innen gegeneinander. Einen Torwart gibt es nicht und auch keine Abseitsregel.
Die Idee für Walking Football entstand 2011 in England. Der Chesterfield FC Community Trust entwickelte die Variante im Rahmen der Gesundheitsinitiative „Extra Time“. Das Ziel: Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein Angebot machen, um aktiv und sozial vernetzt zu bleiben. Aus den ersten Trainingseinheiten entwickelten sich dann die Regeln des Walking Football.
In Deutschland wurde Walking Football ab Ende der 2010er-Jahre bekannter. Zur Saison 2018/19 startete die „Walking Football League“. Von Beginn an mit dabei waren zum Beispiel der FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen. Seitdem haben Fußballverbände weltweit eigene Angebote, Turniere und Wettbewerbe aufgebaut. 2023 wurde erstmals der FIWFA World Nations Cup im Walking Football ausgetragen, eine Art WM.
• Herzkreislauf-System: Walking Football bringt den Kreislauf in Schwung. Studien zeigen, dass die Belastung durchaus moderat bis intensiv sein kann. Regelmäßige Bewegung kann die Ausdauer verbessern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken.
• Gelenke & Bänder: Weil Rennen und Grätschen verboten sind und der Körperkontakt begrenzt ist, entfallen einige Belastungen des klassischen Fußballs. Je nach individueller Situation kann Walking Football bei bestehenden Gelenkproblemen oder nach einer Verletzung also besser geeignet sein.
• Muskulatur & Stoffwechsel: Beim Walking Football sind viele Muskelgruppen im Einsatz. Regelmäßige Bewegung unterstützt die körperliche Fitness und den Energiestoffwechsel.
• Koordination & Taktik: Da man sich hier nicht einfach durch Schnelligkeit oder Kraft durchsetzen kann, sind präzises Passspiel, Übersicht, Antizipation und Koordination gefragt. Das fordert Koordination und taktisches Denken.
• Sozialer Faktor: Mannschaftssport fördert soziale Kontakte und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl. Studien zeigen, dass insbesondere Mannschaftssport die allgemeine Lebenszufriedenheit erhöhen kann.
Beim 1. FC Köln ist Walking Football Teil des inklusiven Sportangebots der FC-Stiftung. Das Ziel: möglichst vielen Menschen Teilhabe am Fußball zu ermöglichen. Das Training ist für alle geöffnet – unabhängig von Alter, Geschlecht und Fitnesslevel. Es ist kostenlos und eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht nötig. Aktuell trainiert das Team einmal pro Woche und nimmt auch immer wieder an Turnieren teil.
Jule (27) kann ihren Körper wegen einer Erkrankung nur wenig belasten. Trotzdem nimmt sie so oft wie möglich am Training teil:
Teamgeist und gegenseitige Unterstützung sind hier wichtiger als viele Tore zu schießen. Niemand muss eine bestimmte Leistung bringen, um dazuzugehören. Wer eine Pause braucht, pausiert. Wer mal gar nicht mitspielen kann, hat trotzdem eine gute Zeit im Team.
Walking Football ist eine wachsende Sportart. Neben großen Vereinen wie dem 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen und FC Schalke 04 gibt es auch kleinere Teams in NRW, zum Beispiel:
Oft haben Walking-Football-Teams einen höheren Altersdurchschnitt. Der Sport richtet sich aber längst nicht nur an ältere Menschen. Er kann auch für alle interessant sein, denen der klassische Fußball zu körperbetont und zu leistungsorientiert ist.
Walking Football zeigt: Du musst weder besonders fit sein noch auf dem Platz alles geben, um Teil eines Teams zu sein. Hier zählt nicht, wer am schnellsten ist oder die meisten Tore schießt. Entscheidend ist, was den Sport im Kern ausmacht: gemeinsam kicken und für eine Weile den Kopf frei bekommen.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel von kugelzwei "Fußball ohne Rennen" vom 02.10.2026.