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(Motorsport-Total.com) - Ist Porsches Prototypen-Werksprogramm bald endgültig Geschichte - und kehrt das Einsatzteam Penske mit Cadillac nach Le Mans zurück? Wie Motorsport-Total.com aus sicherer Quelle erfahren hat, wird sich Porsche nach dem WEC-Aus Ende 2025 auch werksseitig aus der US-amerikanischen IMSA SportsCar Championship zurückziehen. Und zwar Ende 2027.
Das endgültige Porsche-Aus zeichnet sich ab, aber was macht Partner Penske? Zoom
Das hat mit der Entscheidung zu tun, die bereits vor einem Jahr fiel: Denn laut dem ursprünglichen Vertrag hätte Penske den Porsche-Werkseinsatz mit dem LMDh-Boliden 963 noch jeweils ein Jahr in der IMSA-Serie und in der Langstrecken-WM WEC durchgeführt, ehe Schluss gewesen wäre.
Bei den Verhandlungen über die Abwicklung soll Porsche aber entschieden haben, das WEC-Programm inklusive der prestigeträchtigen 24 Stunden von Le Mans bereits Ende 2025 zu beenden. Penske durfte dafür ein Jahr länger als ursprünglich geplant als Porsche-Werksteam in den USA starten.
Das ergab auch für die Volkswagen-Tochter Sinn, denn in der WEC wähnte man sich mit dem LMDh-Boliden gegen die überlegenen Hypercars ohne Chance - und die USA sind für Porsche ein wichtiger Markt.
Aber wie geht Porsche mit der aktuellen Situation um? "Wir werden 2027 in der IMSA mit unserem Werksprogramm am Start sein. Weitere Spekulationen kommentieren wir nicht", sagt ein Porsche-Sprecher auf Nachfrage von Motorsport-Total.com - und lässt unsere Recherche damit unkommentiert, dementiert sie aber auch nicht.
Spannend ist vor allem, was sich aktuell hinter den Kulissen bei Penske tut: Denn wie Dailysportscar vor einer Woche berichtete, lotet das Unternehmen von Motorsportlegende Roger Penske gerade aus, bereits dieses Jahr mit einem privat eingesetzten Cadillac in die WEC - und nach Le Mans - zurückzukehren.
Das ergibt Sinn, denn für den 89-jährigen Penske zählt kaum etwas mehr als der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Klassiker an der Sarthe. Dieser fehlt bislang in der Vita des erfolgreichen Motorsportmanagers.
Legende Roger Penske will unbedingt den Le-Mans-Gesamtsieg Zoom
Penske würde den Cadillac V-Series.R parallel zum Jota-Team einsetzen, das den Werkseinsatz der General-Motors-Tochter mit zwei Boliden umsetzt. Neben Jota wird 2027 auch Action Express mit einem Cadillac in Le Mans antreten. Das Team von Wayne Taylor ist hingegen nicht dabei.
Theoretisch wäre im Le-Mans-Starterfeld also noch Platz für einen privaten vierten Cadillac, der von Penske eingesetzt werden könnte.
Die Frage ist allerdings, welche Konsequenzen ein solcher Einsatz hätte: Darf Penske einen privaten Cadillac parallel in einer anderen Serie einsetzen, oder würde das gegen den Porsche-Vertrag verstoßen? Und wäre es sogar eine Option, bereits 2027 in der IMSA-Serie mit dem Cadillac zu fahren?
Laut Informationen von Motorsport-Total.com ist ein Cadillac-Einsatz von Penske 2027 in Le Mans sehr wahrscheinlich. Eine ganze WEC-Saison würde allerdings vermutlich zu früh kommen, zumal man mit zwei Autos antreten müsste.
Penske könnte in Le Mans statt Wayne Taylor Racing mit dem Cadillac antreten Zoom
Das Porsche-Statement deutet darauf hin, dass auch der IMSA-Einsatz 2027 sicher ist. Und wie man hört, gibt es zu Penske als Einsatzteam keine Alternative. Das klingt nicht danach, als würde die US-Truppe auch in der IMSA-Serie vorzeitig zu Cadillac wechseln.
Was man nicht vergessen darf: Selbst bei einem vorzeitigen Aus für das Werksprogramm würde das nicht automatisch bedeuten, dass der Porsche 963 aus der IMSA-Serie verschwindet. Denn der von Multimatic entwickelte Prototyp kann weiterhin von Privatteams eingesetzt werden.
Und auch ein mögliches Prototypen-Comeback von Porsche in der WEC und in Le Mans ist mittelfristig nicht ausgeschlossen. Denn aktuell laufen bereits Gespräche über ein neues Prototypen-Reglement, das ab 2030 in WEC und IMSA gelten könnte. Statt wie bisher die unterschiedlichen Konzepte LMH und LMDh per Balance of Performance anzugleichen, könnte dann ein gemeinsames technisches Regelwerk kommen.
Cadillac und Porsche gelten diesbezüglich als treibende Kräfte, auch wenn das nicht unbedingt ein Comeback bedeutet. "Eine Entscheidung, ob, wann und wie wir zurückkommen, ist nicht gefallen, aber wir sitzen mit am Tisch", bestätigt Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach.
"Und wenn man als Hersteller bei einem technischen Reglement am Tisch sitzt, muss man sich damit technisch befassen. Und das tun wir." Man arbeite allerdings nicht an einem neuen Fahrzeug.